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Wie die Menschen lernten, das Wetter vorherzusagen

Das Thema Wetter beschäftigte die Menschen seit jeher. Der griechische Philosoph Aristoteles (384–322 v. Chr.) setzte sich bereits in seinem Werk „Meteorologica“ mit Wetterphänomenen auseinander. Daher stammt die bis heute übliche Bezeichnung Meteorologie (von griechisch meteorologia = Lehre von den Himmelserscheinungen). Im Speziellen interessierte Aristoteles die Frage, was Wind ist. Er war der Ansicht, dass Wind mehr sein müsse als bewegte Luft. Heute wissen die Wetterforscher, dass Wind entsteht, wenn Luftmassen mit unterschiedlichem Luftdruck aufeinanderstoßen. Aristoteles war von dieser Erkenntnis noch weit entfernt.

Mess-Methoden mussten her
Was Sie als Wetter bezeichnen, sind Zustände in der Erdatmosphäre. Wer das Wetter voraussagen möchte, muss diese Zustände messen können. Und genau dafür waren mehrere Erfindungen notwendig:
- Galileo Galilei (1564–1642) baute Ende des 16. Jahrhunderts ein Thermometer zur Temperaturmessung. Sein Assistent Evangelista Torricelli (1608–1647) entwickelte ein Barometer und wies Luftdruckveränderungen nach.
- 1660 stellte der Naturwissenschaftler Otto von Guericke (1602–1686) erstmals einen Zusammenhang zwischen Luftdruck und Unwettern her.
- Mit der Erfindung verschiedener Hygrometer war dann auch die Luftfeuchtigkeit messbar: 1783 stellte der Schweizer Horace Bénédict de Saussure (1740–1799) das 1. Haarhygrometer vor – mit einem Frauenhaar, das sich bei zunehmender Feuchtigkeit ausdehnte.

Systematische Aufzeichnungen halfen
Parallel zur Erfindung des Hygrometers entstand ab 1780 ein Netz von Wetterstationen: Die Societas Meteorologica Palatina (Pfälzische Meteorologische Gesellschaft) in Mannheim betrieb für die nächsten 12 Jahre rund
40 Wetterbeobachtungsstationen vom Ural bis Nordamerika. Dort zeichneten die Zuständigen mehrmals täglich zur selben Zeit das Wetter auf. Denn: Je mehr Aufzeichnungen über Bewölkung, Luftdruck, Luftbewegung, Niederschlag und Temperatur sie sammelten, desto eher konnten sie den Landwirten wichtige Hinweise zum anstehenden Wetter liefern. Die 1. Bergwetterstation der Welt arbeitet bis heute: Sie steht auf dem bayerischen Hohen Peißenberg. 1826 zeichnete der Physiker Heinrich Wilhelm Brandes (1777–1834) die 1. Wetterkarten, indem er Daten über das Wetter an verschiedenen Orten zusammenfasste. Und schließlich, im Oktober des Jahres 1847, richtete König Friedrich Wilhelm IV. in Berlin das Königlich-Preußische Meteorologische Amt ein und betrieb 100 Wetterposten. Ausführender Wissenschaftler war damals der Naturforscher Alexander von Humboldt.

Wetterdaten müssen schnell verfügbar sein

Wetterstationen waren eine Sache. Doch wollten die Wetterkundler z. B. Unwetter einschätzen, mussten sie Daten über den Zustand der Erdatmosphäre zeitnah aus möglichst vielen Teilen der Erde erfassen können. Und das war, wenn überhaupt,
nur mithilfe der Postkutsche möglich. Aber es dauerte viel zu lange. Deshalb war die Erfindung des Telegrafen in den 1840er-Jahren ein Meilenstein in der Geschichte der Wettervorhersage. Ab 1848 druckte das Londoner Blatt „Daily News“ als 1. Zeitung eine tägliche Wettervorhersage ab, der telegrafisch übermittelte Daten zugrunde lagen.

Trotz allem: Wetter ist unberechenbar
Erst in den 1960er-Jahren entstanden Wettervorhersagen, wie wir sie heute kennen. Die ersten Satelliten schickten Bilder auf die Erde, die Hochleistungscomputer verarbeiteten. Heute hilft modernste Technik den Meteorologen bei ihrer Arbeit: Daten liefern rund 10.000 Bodenstationen weltweit, Satelliten, Wetterballons, Schiffe und Flugzeuge. Doch auch heutzutage können Meteorologen sich täuschen: Das liegt zum einen daran, dass sich die Verhältnisse in der Atmosphäre schnell verändern können. Zum anderen gibt es bis heute kein weltweites, lückenloses Wetterstationen-Netz.

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