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Warum Kneipen Kneipen heißen

Lokale sind alle
Es gibt keine eindeutige Definition für ein „Lokal“. Die verschiedenen Bezeichnungen hängen oft von regionalen Unterschieden ab oder von der Geschichte. Aber: Jeder Platz, an dem Menschen Essen oder Getränke an Ort und Stelle einnehmen, ist ein Lokal – wie der Name schon sagt (lokal = lateinisch für „Ort, Platz, Stelle“).

Restaurants zum Stärken
Der Name „Restaurant“ kommt vom französischen Verb restaurer = wiederherstellen, stärken. Die ältesten Restaurants gab es schon im Römischen Reich (ab dem 6. Jh. v. Chr. bis zum 5. Jh. n. Chr.). Sie hatten meist einen Tresen zur Straße, wo die Römer Imbisse verkauften, und mindestens 1 Esszimmer. In den einfacheren saßen die Gäste auf normalen Stühlen, in den größeren gab es Liegen. Die besten Köche dieser Zeit waren Sklaven oder Angestellte reicher Familien. Meist führten Freigelassene aus verschiedenen Ländern Restaurants – ihr kulinarischer Ruf war eher schlecht. Restaurants im heutigen Sinne – Gäste erwarten etwas Gutes zu essen – entstanden in Europa erst mit der Französischen Revolution.

Bistro = russisch für „schnell“
Ein kleines gemütliches Lokal, das Getränke und kleine Speisen anbietet: das Bistro, ursprünglich aus Frankreich. Woher das Wort kommt, ist jedoch nicht geklärt. Vermutlich haben russische Soldaten den Begriff geprägt, die Anfang des 19. Jh. Paris besetzt hatten. Sie wollten angeblich schnell bedient werden und riefen bystro, bystro, russisch für „schnell, schnell“.

Für Reisende: Die Gaststätte
Bis zur Französischen Revolution waren in Europa Gaststätten, Gast- oder Wirtshäuser üblich, die Reisende notgedrungen aufsuchten. Dort aßen sie, was auf den Tisch kam – oft sehr einfach. Typisch für Gasthäuser ist heute noch, dass Reisende hier ein Zimmer zur Übernachtung anmieten können.

Kneipe = studentische Trink-Feier
In Kneipen trinken die Besucher hauptsächlich. Die Grenze zwischen Kneipe und Restaurant ist heute jedoch fließend, weil viele Kneipen ebenfalls Speisen anbieten. Typisch ist hier der Ausschank von Fassbier am Tresen. Ursprünglich ist die Kneipe kein Lokal, sondern – auch heute noch – eine traditionelle Feier im (Verbindungs-)Leben von Studenten. Im 18. Jh. war es üblich, dass diese ihre Studienkollegen zu sich nach Hause einluden. Die Wirtsleute, bei denen der Student wohnte, bewirteten dann alle. Noch in den 1820er-Jahren hieß die Wohnunterkunft des Studenten in seiner Universitätsstadt „Kneipe“ (von kneipen, einem alten Begriff für „kneifen, einengen“). Weil die oft wilden Feierlichkeiten bei Behörden und Nachbarn nicht beliebt waren, wollten die Studenten ihre eigene „Kneipe“. Zunächst suchten sie sich Gaststätten, wo sie unter sich ihre Kneipen abhalten konnten. Die Bezeichnung „Kneipe“ für Lokale ging erst um 1850 aus der Studentensprache in die deutsche Umgangssprache über.

Mittelpunkt in Pubs: die Theke
Pubs haben ihren Ursprung in Großbritannien und Irland. Den Begriff sollen römische Besatzer geprägt haben. Pub steht für public house, was „öffentliches Haus“ bedeutet. Wer hier einkehrt, trinkt normalerweise Bier oder Hochprozentiges. Auf eine Bedienung warten Gäste meist vergeblich: Es ist üblich, sein Getränk direkt an der Theke zu bestellen.

Die Bar: eine fast normale Theke
Bar ist englisch und bedeutet nichts anderes als „Theke“. Bars gehören zum Nachtleben. Besucher trinken dort hauptsächlich alkoholische Getränke wie Bier oder Cocktails. Für den Italiener ist eine Bar dagegen eher so etwas wie für uns ein Café: Dort trinkt er einen Espresso und isst eine Kleinigkeit dazu.

Das Café stammt aus Istanbul
Schon vor rund 500 Jahren war es für Geschäftsleute im Jemen oder anderen arabischen Staaten Sitte, sich in Kaffeehäusern zu treffen. Das 1. europäische Kaffeehaus eröffnete im Jahr 1554 in Istanbul (damals noch Konstantinopel). Rund 100 Jahre danach folgten Kaffeehäuser in Venedig und London, später dann in deutschen Städten. Dort trafen sich normale Bürger, Geschäftsleute und Künstler. Sie tranken ihren Kaffee, spielten Schach, lasen Zeitung und unterhielten sich zwanglos über Themen, die sie oder die Welt bewegten. Kein Wunder also, dass an solchen Orten auch Tageszeitungen ihren Aufschwung erlebten. Endlich hatten die Menschen einen Raum in der Öffentlichkeit, wo sie sich austauschen konnten.

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