Warum werfen Tannenbäume ihre Nadeln nicht ab?

An Weihnachten gibt es in vielen Familien einen Tannenbaum. Er ist geschmückt mit Kugeln oder Anhängern, Kerzen oder Lichterketten. Die Tannennadeln duften im Wohnzimmer, denn die Tannen werfen ihre Nadeln auch im Winter nicht ab. Aber warum ist das so?


Tannenbäume bekommen nicht jedes Jahr neue Nadeln
Tannenbäume sind immergrüne Pflanzen. So brauchen sie nicht jedes Jahr wieder viel Kraft, um neue Blätter wachsen zu lassen.


Blätter verbrauchen viel Energie
Die meisten Pflanzen bei uns werfen im Winter ihre Blätter ab. Die Blätter erfüllen im Winter ihren Zweck nicht, sie lohnen sich für die Pflanzen nicht. Denn im Winter scheint die Sonne kürzer. Die Pflanzen wandeln mit den Blättern das Sonnenlicht in Zucker um. Der liefert ihnen Energie. Das nennt man Photosynthese. Im Winter können die Pflanzen nicht viel Energie aus dem Sonnenlicht gewinnen. Die Blätter würden aber Energie verbrauchen, da sie ja leben. Darum werfen die Pflanzen die Blätter lieber ab. Im Frühling wachsen wieder neue Blätter. Auch das kostet die Pflanzen Kraft.


Tannennadeln halten viele Jahre
Tannenbäume müssen diese Kraft im Frühjahr nicht aufbringen. Sie behalten einfach ihre Nadelblätter. So können sie auch im November oder im Februar ein bisschen Zucker aus dem Sonnenlicht gewinnen. Die Blätter halten viele, viele Jahre, dafür kostet es aber mehr Energie, sie herzustellen. Tannen können mit ihren Nadeln auch nicht so gut Photosynthese betreiben wie zum Beispiel eine Buche. Denn die Nadeln haben nur wenig Oberfläche, mit der sie die Sonnenenergie aufnehmen können. Das ist wichtig, denn damit verlieren sie im Winter nicht so viel Wasser, das sie bei sehr kaltem Wetter nur schlecht aus dem Boden ziehen können. Bei allen Bäumen verdunstet Wasser an der Blattoberfläche. Tannen verlieren mit ihren Nadelblättern nur wenig Feuchtigkeit.

Wie funktionieren Gleitsichtgläser?

Im Jahr 1959 präsentierte die Firma Essel (heute Essilor) die ersten Gleitsichtgläser der Öffentlichkeit. Der Erfinder Bernard Maitenaz hat sie vor allem für alterssichtige Menschen entwickelt. Mit der ganz normalen Alterssichtigkeit ist es nicht mehr oder weniger gut möglich, im Nahbereich scharf zu sehen. Eine Brille muss also her. Es gibt für diesen Zweck Lesebrillen, die mit Einfachgläsern rein auf das Sehen in der Nähe ausgelegt sind. Und es gibt (neben einigen anderen Formen) sogenannte Bifokalbrillen, die es dank zwei verschiedener Glasbereiche erlauben, sowohl in der Ferne als auch im Nahbereich scharf zu sehen.

Und genau diese Brille war es, die Bernard Maitenaz wurmte: „Im oberen Teil der Linse war die Fernsicht gut und das Nahfenster erlaubte ebenfalls eine gute Sicht. Doch dazwischen gab es einen Sprung, der das Blickfeld zerschnitt und das Sehen unnatürlich und unbequem machte. Dieser geteilte Blick schien mir einfach nicht akzeptabel. Deshalb habe ich angefangen, Berechnungen für ein Glas anzustellen, das einen stufenlosen Übergang zwischen Nah- und Fernsicht ermöglicht“, blickt der französische Ingenieur zurück.

Maitenaz ordnete bei seiner Erfindung die drei Zonen für Fernsicht (oben im Brillenglas), Zwischenentfernungen (Mitte) und Nahsicht (unten) mit komplexen Kurven ohne Übergänge an. Das hatte in der Fachwelt niemand für möglich gehalten. Entsprechend groß war die Skepsis, und in den ersten zehn Jahren verkauften sich die Gleitsichtgläser nicht gerade gut. Der Durchbruch kam in den 1970er-Jahren. Mittlerweile sind fast ein Drittel der in Deutschland verkauften Brillengläser Gleitsichtgläser.

Quelle: Essilor GmbH, Freiburg

Woher kommt: Mein Name ist Hase (, ich weiß von nichts)

Rolf-Bernhard Essig (*1963)
Mein Name ist Hase (, ich weiß von nichts)


Das Wintersemester 1854/55 ging dem Ende entgegen, als ein fremder Student auf der Flucht in Heidelberg eintraf. Er hatte im Duell seinen Gegner erschossen und suchte eine Möglichkeit, über die Grenze nach Straßburg zu gelangen. Der Heidelberger Student Viktor Hase lieh ihm dafür seine Studentenlegitimationskarte. Die genügte als Pass, um nach Frankreich zu kommen, wo der falsche Hase die Karte fortwarf. Doch sie wurde gefunden.

Das Universitätsgericht in Heidelberg lud deshalb Hase vor. Als angehender Jurist wusste er, dass er nur auf die Frage nach seinem Namen antworten musste. Also sagte er vor Gericht: "Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts!" Da man ihm nichts nachweisen konnte, verließ er das Gericht als freier Mann.

Weil er seinem Kommilitonen geholfen, dem Gericht aber nichts gesagt hatte, wurde Hase als Held gefeiert und sein forscher Spruch zum Geflügelten Wort.

Warum frieren Frauen schneller als Männer?

Wenn uns kalt ist, ziehen wir entweder einen dicken Pullover an, drehen die Heizung höher auf oder schließen das Fenster. Häufig ist es so, dass Frauen schneller frieren als Männer. Doch woran liegt das?


Schuld am Frieren sind die Hormone
Die Antwort weiß Johannes Wagner. Er ist einer der Chefärzte an der Schlossklinik Abtsee in Laufen. Die Stadt Laufen liegt im Bundesland Bayern. Johannes Wagner sagt: "Dass Frauen eher frieren als Männer, liegt an den Hormonen." Hormone sind Stoffe, die wir im Körper haben. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass Männer viele Muskeln bekommen oder ihnen ein Bart wächst.


Ab 15 Grad schlechtere Durchblutung
Die Frauen haben das Hormon Östrogen im Blut. Es ist für viele Dinge verantwortlich, unter anderem auch dafür, dass die Adern, in denen das Blut fließt, sich weiten. Dadurch werden Hände und Füße eigentlich schön warm. Weil der Körper dadurch aber viel Wärme nach außen abgibt und diese verliert, kommt es dazu, dass Frauen frösteln. Denn ab etwa 15 Grad drosselt der Körper die Durchblutung an bestimmten Stellen: Ohren, Nase, Füße und die gesamte Haut werden kalt. Das Körperinnere aber wird schön warm gehalten.


Kältegefühl ist Botschaft
Der Grund dafür ist, dass Frauen Kinder bekommen können. Der Körper versucht, sich im Innern warm zu halten, denn dort könnte ein Baby wachsen. Das Kältegefühl an Füßen, der Nase oder der Haut ist deswegen eine Botschaft, sagt Johannes Wagner. Frauen sollen etwas dagegen unternehmen. Sie sollen sich zum Beispiel etwas Wärmeres anziehen.


Männer haben mehr Muskeln und dickere Haut
Es gibt aber auch noch andere Gründe, warum Männer eher langsamer frieren als Frauen. Sie haben nämlich auch eine dickere Haut und vor allem mehr Muskeln. Muskeln erzeugen ständig Wärme im Körper. Die verteilt sich dann, sodass Männer auch bei offenem Fenster nicht gleich frieren.

Wozu ist Ohrenschmalz gut?

Viele Menschen machen sich nur ungern die Ohren sauber. Ohrenschmalz ist gelb und schmierig. Viele finden das ein bisschen eklig. Aber wozu ist Ohrenschmalz überhaupt gut?

Ohrenschmalz ist nützlich
Claudia Jacob meint, dass Ohrenschmalz nützlich für den Menschen ist. Sie ist Biologin in der deutschen Hauptstadt Berlin. Claudia Jacob betreut dort zusammen mit anderen Naturwissenschaftlern einen "Forschergarten". Im "Forschergarten" können sich Kinder zum Beispiel erklären lassen, wozu Ohrenschmalz da ist. Der Forschergarten, den Claudia Jacob betreut, gehört zum Gläsernen Labor in Berlin.

Wasser und Staub machen schwerhörig
Claudia Jacob ist sich sicher: Ohrenschmalz hält die Ohren sauber. Das hat mit dem Staub zu tun, der in der Luft ist. Normalerweise bemerken wir diesen Staub nicht. Er fällt erst dann auf, wenn er zum Beispiel auf Möbeln liegen bleibt. Der Staub kommt auch ins Ohr. Wenn wir uns dann noch die Haare waschen, haben wir auch noch Wasser im Ohr. Staub und Wasser zusammen ergeben einen Schmierfilm, der sich auf ein wichtiges Teil des Ohres setzt: das Trommelfell. Wir brauchen das Trommelfell zum Hören. Es ist beweglich, es schwingt hin und her. Wenn das Trommelfell nicht mehr genug oder gar nicht mehr schwingen kann, sind wir schwerhörig.

Ohrenschmalz bringt Staub aus dem Ohr
Was wir hören, sind Töne, die sich in Wellen ausbreiten. Sie heißen Schallwellen. Die Schallwellen bringen die Trommelfelle in unseren Ohren zum Schwingen. Wenn Wasser und Staub im Ohr sind, kann das Trommelfell sich nicht mehr genug hin und her bewegen. Das Ohrenschmalz sorgt dafür, dass der Staub gleich nach draußen gebracht wird, erklärt Claudia Jacob. Das macht das Ohrenschmalz zusammen mit abgestorbenen Hautschuppen. Unsere Haut erneuert sich ständig. Dafür stirbt die oberste Schicht der Haut ab, und es bildet sich neue Haut. Zusammen wandern abgestorbene Haut und Ohrenschmalz nach außen und nehmen den Staub mit. Wenn wir etwas essen, hilft auch das Kauen, also die Bewegung des Kiefers, dabei.

Abwehr von Infektionen
Das Ohrenschmalz hat außer der Reinigung des Ohres noch eine zweite Aufgabe. Es enthält bittere Stoffe. Diese Bitterstoffe halten Infektionen ab, erklärt Claudia Jacob. Sie meint, dass wir dadurch nicht so schnell krank werden.

Warum sind Hundenasen feucht?

Egal, ob groß oder klein: Hunde schnüffeln. Sie schnüffeln an Bäumen, am Boden, draußen und im Haus. Ihre Nase ist überall. Und wenn sie uns mit der Nase anstupsen, merken wir: Sie ist kalt und nass. Aber warum sind Hundenasen eigentlich feucht?


Hunde können besser riechen
Mit der feuchten Nase können Hunde besonders gut riechen. Hunde haben 17 bis 30 Mal so viel Riechschleimhaut in der Nase wie Menschen. In der sitzen Riechzellen, die den Geruch wahrnehmen. Hunde können schon einzelne Teilchen von unserem Körperschweiß riechen, die wir noch gar nicht wahrnehmen können. Darum kann man sie auch so gut einsetzen, um Menschen zu finden, die zum Beispiel von Schneelawinen verschüttet wurden.


In der Feuchtigkeit riecht man besser
Die feuchte Nase hilft, dass alle Teilchen, die duften, auch bei den weit hinten liegenden Riechzellen ankommen. Denn dabei kann man besser riechen, als wenn alles trocken ist. Außerdem atmet der Hund, wenn er schnüffelt, viel schneller und atmet mehr Luft ein als wir Menschen. So kommen viele Duftmoleküle - also die kleinen Teilchen, die den Geruch tragen - in Bewegung und gelangen tief in die Nase.


Flüssigkeit macht Hundenase feucht
Dass die Nase feucht ist, hat nichts damit zu tun, dass der Hund sich mit der Zunge über die Nase leckt. In der Hundenase wird eine Flüssigkeit hergestellt, die die Nase feucht hält. Wenn der Hund an etwas Interessantem schnüffelt, wird noch mehr von diesem Sekret produziert. Weil diese Flüssigkeit immer verdunstet, ist die Hundenase auch so kalt. Es ist wie wenn wir uns nach dem Baden nicht abtrocknen: Das Wasser verschwindet langsam und unsere Haut kühlt ab.

Wer bringt eigentlich die Geschenke?

Nach weihnachtlichem Brauchtum bescherte ursprünglich der heilige Bischof Nikolaus die Kinder am 6. Dezember – dem Gedenktag seines Todes. Nikolaus von Myra (* zwischen 270 und 286) soll schon als Kind Wunder vollbracht haben. Bereits kurz nach seinem Tod um die Jahre 345 bis 350 verehrten ihn die Menschen als Heiligen. Die Protestanten lehnten jedoch die Verehrung von Heiligen ab. Deshalb führte Martin Luther (1483–1546) die Kunstfigur des Christkinds ein. Jesus Christus selbst und nicht ein Heiliger sollte fortan am 24. Dezember Geschenke bringen.

Der beliebte Nikolaus-Brauch ließ sich jedoch nicht so leicht auslöschen: Eine Gestalt namens Weihnachtsmann tauchte anstelle des Nikolaus an Heiligabend auf. Das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, das Hoffman von Fallersleben im Jahr 1835 dichtete, machte die neue Figur unter anderem bekannter.

Heute unterscheiden wir kaum mehr zwischen den beiden. Coca Cola nutzte den Weihnachtsmann, dessen rotes Gewand erst Ende des 19. Jahrhunderts entstand, zu Werbezwecken: Weißer Bart und roter Stoff entsprachen genau den Farben der Marke. Die Rute des Nikolaus oder des Weihnachtsmanns ist im Übrigen kein Werkzeug zur Bestrafung, sondern in seinem Ursprung ein Segenszweig.

Warum läuft uns bei kaltem Wetter die Nase?

Eine Runde spazieren gehen oder toben auf dem Spielplatz - und schon läuft bei kaltem Wetter die Nase. Und das ganz ohne Erkältung. Warum läuft die Nase wie bei einem Schnupfen, wenn es draußen kalt ist?

Kälte ist so ähnlich wie Staub
Kälte ist für die Nase so ähnlich wie Staub. Sie reagiert verschnupft.

Die Luft in der Nase wird aufgewärmt
Die Nase hat im menschlichen Körper mehrere Aufgaben. Sie macht die Atemluft sauber, feucht und warm. Die Nase ähnelt einer Heizung, die die Temperatur misst, bevor sie die Luft erwärmt. Wenn unsere Atemluft kalt ist, melden spezielle Fühler in der Nase das unserem Gehirn. Das weiß dann, dass die Nase die Luft stark aufwärmen muss. Es sorgt dafür, dass mehr warmes Blut in die Nase fließt. Dadurch schwillt das Naseninnere an und erwärmt die Luft, damit sie nicht so eisig im Hals und in der Lunge ankommt.

Krankheitserreger werden abgewehrt
In der Nase gibt es auch immer Flüssigkeit, damit die Schleimhäute in der Nase schön feucht sind. Mit dem Anschwellen produziert die Nase mehr von der Flüssigkeit, genauso wie bei einem Schnupfen. Wenn sehr viel von diesem Sekret produziert wird, läuft es uns aus der Nase. Wir müssen immer wieder die Nase putzen. Das ist zwar lästig, aber das Laufen der Nase ist wichtig. Es läuft nämlich auch vieles heraus, was nicht in die Nase gehört. So wehrt die Nase zum Beispiel Krankheitserreger ab, die sonst in den Körper gelangen.

Warum träumen wir eigentlich?

Träume gehören zum Schlaf dazu. Auch wenn wir uns nicht immer an sie erinnern können. Manchmal dauert es nach dem Aufwachen aber auch einige Minuten, bevor wir realisieren, dass das eben Erlebte nur im Traum statt gefunden hat. Wann und warum wir träumen, wieso jeder Mensch Albträume hat, ob auch Tiere träumen und vieles mehr erfährst du hier.

Was ist die REM-Phase?
Im Schlaf durchlaufen wir mehrere Phasen. Die Nacht beginnt meist mit einer traumlosen Einschlafphase, auf die der sogenannte REM-Schlaf folgt. Die Buchstaben stehen für "Rapid Eye Movement", was übersetzt "schnelle Augenbewegungen" bedeutet. In dieser Phase ist unser limbisches System im Gehirn noch aktiver als im Wachzustand. Seine Aufgabe ist die Verarbeitung von Emotionen - im Schlaf hauptsächlich von Ängsten. Gleichzeitig ist der Teil des Gehirns, der das rationale, also logische Denken steuert, nicht aktiv. Unsere Träume kommen uns deshalb real vor, selbst wenn die seltsamsten Wesen darin auftauchen oder unwahrscheinliche Dinge geschehen.

Warum träumen wir von seltsamen Dingen?
Wenn wir schlafen, haben wir unsere Augen geschlossen. Daher muss unser Gehirn die Bilder, die uns im Traum erscheinen, aus all dem, was wir jemals tatsächlich gesehen haben, zusammenfügen. Das gelingt jedoch nicht immer ganz und so erscheinen uns schon einmal grüne Monster oder überlebensgroße Spinnen im Traum. Alles was wir träumen, haben wir außerdem irgendwann einmal gesehen, gelesen oder erlebt. Wenn wir zum Beispiel von einem Bären träumen, der Sahnetorte isst, haben wir ihn vielleicht in einem Lexikon oder im Fernsehen gesehen. Unser Gehirn verbindet diese Erinnerung mit der Sahnetorte, weil wir womöglich erst vor Kurzem ein Stück gegessen haben. Da der Teil unseres Gehirns, der für Sinneswahrnehmungen und Bewegungen verantwortlich ist, nachts wach ist, haben wir im Traum häufig das Gefühl, selbst aktiv zu sein. Damit wir das im Schlaf Erlebte aber nicht in die Tat umsetzen, ist unser Körper in der Nacht gelähmt. Sonst würden wir vielleicht aufspringen und uns oder andere beim Kampf gegen die Traummonster verletzen.

Albträume unter Kontrolle
Jeder hat ab und zu einen Albtraum - das ist auch völlig normal. Manche Menschen träumen jedoch regelmäßig schlecht. Eine mögliche Ursache ist Stress durch anstehende Prüfungen oder eine Krankheit. Aber auch die Veranlagung spielt eine Rolle. In beiden Fällen helfen Medikamente wie Schlaftabletten nur wenig. Forscher empfehlen stattdessen ein spezielles Hirntraining: das Klarträumen oder auch "luzides Träumen". Luzid bedeutet soviel wie hell oder klar. Das Gehirn nimmt dabei zwei Bewusstseinszustände gleichzeitig ein: Während wir schlafen, überprüft unser Gehirn, ob das Geträumte real ist. Es ist sogar möglich, die eigenen Träume selbst zu lenken. Das Klarträumen muss jedoch regelmäßig geübt werden, damit es funktioniert. Verschiedene Techniken sind möglich. Man kann sich beispielsweise mehrmals, bevor man ins Bett geht, selbst sagen: "In dieser Nacht werde ich einen luziden Traum haben." Oder man fragt sich tagsüber immer wieder, ob man träumt oder wach ist. Man muss also üben, den eigenen Bewusstseinszustand zu hinterfragen, damit das auch im Schlaf funktioniert. Am besten bekommt man Albträume jedoch in den Griff, indem man sich tagsüber mit dem, was man geträumt hat, beschäftigt und überlegt, warum man schlecht geträumt hat. So kann man die negativen Gefühle verarbeiten und auf lange Sicht aus seinen Träumen vertreiben.

Warum träumen wir überhaupt?
Das konnten Forscher bis heute noch nicht ganz klären. Mehrere Antworten kommen in Frage. Träumen könnte uns helfen, Konflikte zu verarbeiten. Möglich ist allerdings auch, dass unsere Träume ganz zufällig entstehen, da unser Bewusstsein in der Nacht nur eingeschränkt funktioniert und viele Eindrücke wahllos miteinander vermischt. Möglich ist auch, dass wir im Traum Situationen durchleben, die uns in Zukunft wirklich begegnen könnten. Der Traum wäre also eine Art Training, das uns auf gefährliche Situationen vorbereitet. Auch ohne dass wir uns bewusst daran erinnern, wüssten wir laut dieser Theorie also, was im Ernstfall zu tun ist. Träumen könnte uns aber auch dabei helfen, Gelerntes besser zu speichern. Wenn man zum Beispiel viele neue Vokabeln in Englisch geübt hat, geht das Gehirn im Schlaf noch einmal alles durch und prägt sich die Wörter besonders gut ein.

Oneirologie: Den Träumen auf der Spur
Mit der Deutung von Träumen beschäftigen sich die sogenannten Oneirologen. "Oneiros" ist griechisch und bedeutet "der Traum". Die Traumforscher untersuchen die Bilder, Handlungen und Gefühle aus unseren Träumen und versuchen sie zu deuten. In der Antike glaubten die Menschen, dass eine außermenschliche oder sogar göttliche Quelle den Menschen Botschaften im Traum übermittelt. Heutzutage zweifeln Forscher jedoch daran, dass hinter unseren Träumen ein tieferer Sinn steckt.

Wenn Tiere träumen... Übrigens: Nicht nur wir Menschen, sondern auch manche Tiere träumen. Sie können nur nicht davon erzählen. Im Falle eines Gorillas namens Michael war jedoch selbst das einmal der Fall: Er konnte durch eine besondere Zeichensprache mit den Menschen kommunizieren und hat seinen Pflegern im Zoo von einem Albtraum erzählt, in dem seine Mutter von Wilderern erlegt worden ist. Bei Ratten konnten Forscher durch ein Experiment ebenfalls nachweisen, dass sie träumen. Die Tiere verbrachten einen Tag in einem Labyrinth. Dabei wurden ihre Hirnströme gemessen. In der darauf folgenden Nacht ähnelten die gemessenen Ströme denen des Tages, als sie durch das Labyrinth geirrt waren. Die Ratten haben das Erlebte also vermutlich im Traum verarbeitet.

Wieso ist Nürnberg Lebkuchen-Zentrum?

Ein unverzichtbarer Bestandteil von Lebkuchen war lange Zeit der Honig. Bevor die Menschen im 18. Jh. begannen, Zucker in großen mengen herzustellen, war Honig der wichtigste Süßstoff überhaupt. Und bevor die ersten Imker im 14. Jh. mit der gewerblichen Bienenzucht begannen, wurde Honig in der freien Natur gesammelt – vor allem in den Wäldern.

Diejenigen, die den Honig wilder Bienenvölker in den Wäldern gewerblich sammelten, hießen Zeidler. Sie arbeiteten vorzugsweise in Nadelholzgebieten. Wichtigste Standorte der Zeidlerei im Mittelalter waren daher Gebiete im Fichtelgebirge und der Nürnberger Reichswald. Zeidler waren hoch angesehene Personen, da sie nicht nur Honig, sondern auch Wachs für Kirchenkerzen lieferten. Da es in den dichten Wäldern rund um Nürnberg gefährliche Bären und auch Honigwilderer gab, war es ihnen sogar erlaubt, sich bei der Arbeit zu bewaffnen. Außerdem durften sie 90 % des Honigs für sich behalten und mussten nur 10 % abgeben – eine großzügige Regelung, die ihnen Wohlstand bescherte. Die Nürnberger nennen ihre Imker übrigens heute noch „Zeidler“.

Warum der Lebkuchen ausgerechnet Leb-Kuchen heißt, ist allerdings bis heute ungeklärt. Ob das Bestimmungswort vom altdeutschen Wort lebbe (= sehr süß), vom lateinischen libum (= Fladen) oder vom germanischen Laib (= Brot) abgeleitet ist, darüber ist sich die Fachwelt nicht einig.

Warum fallen Wolken nicht herunter?

Am Himmel ziehen in verschiedenen Höhen unterschiedliche Wolken entlang. Sie bringen mal Schnee, mal Regen und manchmal sehen sie einfach nur schön aus. Wolken bestehen aus winzigen Wassertröpfchen. Wasser fällt eigentlich auf den Boden. Aber warum bleiben die Wolken oben?

Aufsteigende Luft hält Wolken oben
Der Diplom-Meteorologe Gerhard Lux weiß, dass aufsteigende Luft die Wolken am Himmel hält. Er arbeitet in der Stadt Offenbach im Bundesland Hessen beim Deutschen Wetterdienst. Er erklärt dort Journalisten alles Mögliche über das Wetter. Beim Deutschen Wetterdienst wird das Wetter untersucht und vorhergesagt.

Die Wolken fallen nicht hinunter
Gerhard Lux kann auch erklären, warum es Wolken gibt und sie oben bleiben. Er sagt: "In der Luft ist immer auch etwas Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf. Wasserdampf ist ein Gas. Man kann es nicht sehen. Trotzdem ist es da." Wenn Wasserdampf nach oben steigt, kühlt er ab und kondensiert dadurch. Das heißt, aus unsichtbarem Wasserdampf bilden sich Wassertropfen. Diese Wassertropfen bilden die Wolke. Sie sind aber sehr klein, etwa eine Million Mal kleiner als ein Regentropfen. Wassertröpfchen sind schwerer als Luft und müssten eigentlich nach unten fallen. Aber: "Da, wo eine Wolke ist, steigt immer auch Luft nach oben. Die Luft umströmt dabei die Wolkentröpfchen und hält sie auf ihrer Höhe", erklärt Gerhard Lux, warum die Wolken nicht herunter fallen. Es ist wie bei einem Tischtennisball, der von einem Luftstrom oben gehalten wird.

Wie verschwinden Wolken wieder?
Wolken können sich auch wieder auflösen. "Wenn der Aufwind wegfällt, dann fällt die Wolke schnell in sich zusammen", sagt Gerhard Lux. Die kleinen Wassertröpfchen verdunsten dabei, sie werden also wieder zu Wasserdampf. Die Wolke ist dann weg.

Was leistete Louis Pasteur?

Pasteurisierte Milch finden Sie heute in jedem Supermarktregal. Und während Ihrer Schulzeit haben Sie sicher vom Namensgeber, dem Franzosen Louis Pasteur (1822–1895), gehört. Der Naturforscher widmete sich der Mikrobiologie und wollte anderen mit seinen Erkenntnissen helfen: Er machte z. B. die Erreger für Milzbrand und Geflügelcholera ausfindig und entwickelte einen Impfstoff gegen Tollwut – damit läutete er das Zeitalter der aktiven Immunisierung ein, ein Thema, das heute besondere Aktualität genießt ... Pasteur erkannte auch, dass sich Bakterien in Lebensmitteln durch kurzes Erhitzen auf 60 bis 90 Grad Celsius recht zuverlässig abtöten lassen – ohne dass sich Geschmack oder sonstige Eigenschaften dabei merklich verändern. Damit hatte er ein ganz neuartiges Verfahren entwickelt, um bestimmte Lebensmittel haltbar zu machen!

Bevor Pasteur dazu kam, musste er jedoch erst einmal nachweisen: Es sind Kleinstlebewesen wie Bakterien, die Lebensmittel verderben lassen. Er war fest davon überzeugt, dass diese überall in der Luft sind. Bis dahin glaubten führende Chemiker noch, rein chemische Prozesse hätten Schuld an Gärung und Fäulnis. Für seinen Nachweis experimentierte Pasteur viel mit Wein, den Mikroorganismen zum Leidwesen der Weinbauern ungenießbar machen können.

Was haben Rentiere mit Weihnachten zu tun?

Rentiere oder Rene, wie sie auch heißen, gehören zur Familie der Hirsche. Und als solche warten sie mit einigen Besonderheiten auf: Sie sind die einzigen Großsäugetiere, die so weit im Norden leben und selbst Temperaturen von minus 50 Grad Celsius überstehen. Rentiere leben sowohl im Norden Nordamerikas als auch Eurasiens, auf Grönland und weiteren arktischen Inseln. Sie können ihre Hufe so weit spreizen, dass sie auch auf morastigen Boden oder im Schnee einen guten Halt haben. Außerdem nutzen sie sie als Schaufeln, um im Schnee nach Nahrung zu graben. Diese ist übrigens rein pflanzlich: Im Winter ernähren sich Rene von Beeren und nährstoffreichen Flechten, im Sommer von Blättern, Gräsern, Pflanzentrieben und Pilzen - sogar der giftige Fliegenpilz steht auf ihrem Speiseplan.

In Nordamerika leben drei Viertel aller wilden Rentiere, denn dort waren sie als Haustiere unüblich. In Europa und Asien sind dagegen die meisten domestizierten Rene beheimatet, viele davon in Sibirien. Rene sind als Zug- oder Lasttiere im Einsatz, sie liefern Fleisch zum Essen, Fell zum Wärmen, Geweihe als Werkzeuge oder Souvenirs. Auch wenn sie als Haustiere gehalten werden, bewegen sie sich frei in der Natur.

Dank ihrer Rolle für den Menschen und ihrer langen Geschichte als Haustier ranken sich viele Geschichten um das Rentier. Etwa die des Weihnachtsmanns: Der Legende nach spricht er die Sprache der Rene, die zu mehreren seinen Schlitten ziehen. Ihr gemeinsamer Weg soll von der Heimat des Weihnachtsmanns im Norden zu den Menschen überall auf der Welt führen. Dass acht Rentiere mit Namen Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen mit dem Weihnachtsmann durch die Lüfte rauschen, geht auf ein Gedicht zurück, das ein Amerikaner im Jahr 1822 verfasste. Der bekannte Rudolph mit der roten Nase zählte nicht dazu. Ihn erfand ein anderer Dichter erst hundert Jahre später.

Der Schwarze Freitag

Am 25. Oktober 1929 erreichte Europa die Nachricht eines großen Börsenkrachs an der US-amerikanischen Wall Street. Hier war am Tag zuvor der Kurs des Dow Jones rapide abgestürzt. Es war der Beginn der Weltwirtschaftskrise, die schwerwiegende Folgen für Anleger, Unternehmen und die wirtschaftliche Lage auf der ganzen Welt hatte.

Wie kam es zum großen Börsenkrach?
In den "Goldenen 1920er Jahren" befand sich vor allem Amerika in einer viel versprechenden wirtschaftlichen Lage. Stand der US-amerikanische Aktienkurs Dow Jones 1923 noch bei 100 Punkten, hatte er bald schon einen Rekordstand von 331 Punkten. Die Menschen dachten, der Aufschwung werde ewig anhalten und legten ihr Geld nun vermehrt in verschiedene Aktien an, um an der positiven Entwicklung teilzuhaben. Viele besaßen nicht genug eigenes Vermögen, um an der Börse einzusteigen, weshalb sie sich von den Banken Kredite besorgten. Sie hofften, mit den Aktien so viel Gewinn zu machen, dass sie davon das Darlehen zurückzahlen könnten. Doch das war natürlich sehr riskant. Es gab für die Anleger natürlich keine Garantie, dass sie sich mit ihren Spekulationen nicht vergriffen und alles verloren. Dann hätten sie das geliehene Geld nicht mehr zurückzahlen können. Doch damals waren alle sehr zuversichtlich und immer mehr Unternehmer wie Privatleute stiegen auf diese Weise an der Wall Street, der Börse in den USA, ein. Es entstand eine so genannte Spekulationsblase, die immer weiter anwuchs.

Die Angst geht um
Im Oktober 1929 wurden sich viele Anleger langsam der Unsicherheit ihrer Investitionen bewusst. Der Dow Jones stieg nicht mehr, weshalb viele Leute befürchteten, keinen Gewinn mehr zu machen und die Banken nicht bezahlen zu können. Es legte kaum noch jemand etwas an und überall war Unsicherheit und Angst bei den Anlegern zu spüren. Am Abend des 23. Oktobers sperrte die Polizei vorsorglich das Stadtgebiet um die Wall Street ab.

Der Crash
Einen Tag später, am 24. Oktober, brach die große Panik aus. Die Anleger und Unternehmen verkauften so viel wie möglich von ihren Aktien, egal zu welchem Preis, und der Kurs des Dow Jones sackte immer weiter ab. Der Handel brach mehrmals zusammen, da jeder seine Wertpapiere loswerden wollte, um nicht noch mehr Geld zu verlieren. Damals gab es noch keine Börsenaufsicht oder Gesetze, die eine solche Entwicklung verhindern konnten. Nur durch das Eingreifen verschiedener Banken, die viele Aktien aufkauften, wurde ein totaler Absturz verhindert.

Der Schwarze Freitag und der totale Zusammenbruch
Die Nachricht vom Börsenkrach am Schwarzen Donnerstag kam in Europa erst am darauf folgenden Freitag, dem 25. Oktober an, weshalb hier noch heute vom Schwarzen Freitag gesprochen wird. Hier reagierten die Börsen zunächst mit einem leichten Anstieg, da man dachte, die Amerikaner würden nun in den europäischen Markt investieren. Doch in den USA setzte sich der Negativtrend weiter fort. Die Kurse fielen schließlich so weit, dass die Kredite nicht mehr gedeckt waren. Die Banken forderten ihr Geld zurück, weshalb viele Aktien zu Schleuderpreisen verkauft wurden. Am Dienstag brach deshalb der Markt endgültig zusammen. Einige Aktien hatten 99 Prozent ihres Wertes verloren und der Dow Jones lag auf nur noch 260 Punkten. Doch auch nach diesem Tag war das schlimmste nicht überstanden, denn die Kurse fielen weiter.

Die Weltwirtschaftskrise
Auch in Europa brachen nun die Aktienmärkte zusammen, da die Anleger auch hier Panik bekamen und ihre Aktien schnellstmöglich loswerden wollten. Es begann die Weltwirtschaftskrise. Viele Anleger waren nun hoch verschuldet und viele Firmen gingen Bankrott. Deshalb nahm die Arbeitslosigkeit extrem zu. Das Vertrauen in die Wirtschaft war nun erst einmal erschüttert, weswegen es sehr lange dauerte, bis es wieder etwas aufwärts ging. Erst 1932 war die Talsohle in den USA (der Dow Jones lag bei 41 Punkten) erreicht. Sehr hart traf die Wirtschaftskrise auch die Deutschen, die zusätzlich noch Schulden wegen des verlorenen Ersten Weltkrieges hatten. Die folgende massive Sparpolitik ließ die Nachfrage zusammenbrechen und die Preise für alle Waren sanken stark. Die Arbeitslosigkeit stieg stark an. Deshalb war es einfach für rechtsextreme Parteien, wie die NSDAP von Adolf Hitler, Einfluss zu gewinnen, weil sie den Menschen Arbeit und Aufschwung versprachen. 1933 kam Hitler schließlich an die Macht.

Die Folgen
Nachdem der Tiefpunkt überwunden war, musste man sich Gedanken machen, wie man die Wirtschaft wieder stärken konnte. In den USA setzte Präsident Roosevelt den so genannten "New Deal" durch, ein aus vielen Reformen bestehendes Konzept, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. In Deutschland verfolgte Hitler andere Interessen und bescherte Deutschland schließlich den Zweiten Weltkrieg. Weltweit wurden jedoch nun Börsenaufsichten, sowie Beschränkungen für Kredite zur Aktieninvestition aufgestellt, wodurch das Risiko auf weitere Krisen vermindert werden sollte.

Der Kondratjew-Zyklus
Derzeit befindet sich die Weltwirtschaft erneut in einer großen Krise. Der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratjew hat das Modell der Kondratjew-Zyklen aufgestellt. Nach seiner Theorie folgt auf einen wirtschaftlichen Aufschwung immer eine Krise. Vor allem bei neu entwickelten Techniken wird viel investiert, sodass die Kurse insgesamt stark ansteigen, wodurch neue Geldgeber ermutigt werden und sich wieder eine Spekulationsblase bildet, die zwangsläufig irgendwann zusammenbricht. So passierte es 1929, wie 2008 und es wird sich in der Zukunft wahrscheinlich wiederholen.

Warum sind Planeten rund?

Fallen wir am Ende der Welt irgendwo herunter? Vor Hunderten von Jahren dachten das die Menschen. Sie hielten die Erde für eine Scheibe. Längst haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das nicht stimmt. Die Erde sieht aus wie eine Kugel. Aber warum ist das so?

In unserem Sonnensystem gibt es viele runde Planeten

Nicht nur die Erde ist eine Kugel. In unserem Sonnensystem gibt es noch viele andere Planeten, die rund sind. Planeten entstanden, weil viele kleinere Gesteinsbrocken und andere Teile zusammenkrachten. Daraus entwickelten sich dann immer größere Klumpen. Diese Klumpen wurden rund, weil es die Schwerkraft gibt. Schwerkraft können wir spüren, wenn uns zum Beispiel ein Stift herunterfällt. Eigentlich fällt er gar nicht, sondern die Erdmasse zieht ihn an.


Bei großen Planeten ist die Schwerkraft sehr stark

Je größer ein Planet ist, umso größer ist auch seine Schwerkraft. Große Planeten haben auch eine viel glattere Oberfläche als kleine. Denn die Schwerkraft zieht die Gesteinsbrocken und anderen Teile in die Mitte des Klumpens, der mal ein Planet werden soll. Die Beulen an dem Klumpen werden nach und nach weniger. Der Klumpen bekommt eine Form, die aussieht wie eine Kugel. Bei großen Planeten klappt das wegen der stärkeren Schwerkraft besonders gut, kleine Planeten dagegen haben immer noch Beulen oder gar eine Form wie eine Kartoffel.

Warum sehen wir bei Regen manchmal einen Regenbogen?

Regenwetter finden viele Menschen nicht schön. Es sei denn, die Sonne scheint gleichzeitig. Dann können wir mit ein bisschen Glück einen Regenbogen sehen. Aber warum genau sehen wir bei Regen manchmal einen Regenbogen?

Das Licht wird im Regenbogen in sieben Farben aufgeteilt

Das Licht der Sonne wird in einem Regenbogen in sieben verschiedene Farben aufgeteilt. Physiker nennen das Lichtbrechung. Sonnenlicht ist zwar normalerweise erstmal weiß. Aber in Wirklichkeit besteht das helle Licht aus den sieben Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigoblau und Violett. Zusammen ergeben diese sieben Farben weißes Licht. Jeder Wassertropfen kann das Licht in seine sieben Farben zerlegen. Und wenn es regnet, sind genug Wassertropfen zum Zerlegen da.

Die Sonne hinter uns haben

Damit wir bei Regen einen Regenbogen sehen können, müssen wir die Sonne hinter uns haben. Das Sonnenlicht muss in einem ganz bestimmten Winkel auf die vielen Regentropfen fallen, die das weiße Licht in seine sieben Farben brechen. Der Lichtstrahl dringt in die Tropfen ein, wird aufgefächert und an der Rückseite der Regentropfen wie von einem Spiegel zurückgeworfen. Der aufgefächerte Lichtstrahl muss uns direkt in die Augen scheinen, damit wir den Regenbogen sehen können. Gibt es mehrere Spiegelungen in einem Tropfen, sehen wir sogar zwei Regenbögen.

Regenbögen kann man nicht anfassen

Jeder Mensch sieht seinen eigenen Regenbogen. Denn schließlich kommt es darauf an, wie jeder genau zur Sonne steht. Selbst wenn ein paar Leute direkt nebeneinander stehen, unterscheidet sich das, was sie sehen, ein bisschen voneinander. Wir können einen Regenbogen nicht anfassen. Er ist nicht greifbar, weil Licht nicht aus Stoff oder etwas anderem, was wir anfassen können, besteht. Es nützt deshalb auch nichts, auf einen Regenbogen zuzulaufen. Die Enden des Regenbogens kann kein Mensch erreichen.

Was bedeutet der Begriff "Gastronomie"

Wort GASTRONOMIE ist ein GRIECHISCHES Wort und setzt sich zusammen aus Gastro=MAGEN und Nomos=REGEL, also Regeln des Magens! Die Gastronomie hat sich also um die Regeln der Magenpflege zu kümmern bzw. diese zu befolgen...

... sieht man auch an der ärztlichen Bezeichnung Gastroenterologe, zu dem Arzt geht man, wenn man Probleme mit dem Magen (Gastro) oder Darm (Entero) hat.

Warum heißt der Bierdeckel eigentlich Deckel, wenn man ihn unter das Glas legt?

"Die Zeiten, in denen man sein Trinkgefäß mit dem Untersetzer auch mal abdeckte, sind längst vorbei, und trotzdem hat sich die Bezeichnung "Bierdeckel" bis heute erhalten und keiner nennt die Pappscheibe "Bieruntersetzter". In Anlehnung an die Zeit, als der Bieruntersetzer, der den überlaufenden Schaum aufsaugen soll, noch aus Filz war, ist im süddeutschen Raum "Bierfilz(l)" der gebräuchlichste Name." Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren Filz der einzige Rohstoff zur Bieruntersetzerherstellung. Ihre Form war meist quadratisch; mitunter gab es auch Einsätze, in die die Bierfilze gelegt wurden. Dass sich Bakterien darin sehr wohl fühlten, soll hier nur am Rand vermerkt werden. Die durchfeuchteten Bierfilze wurden vom Wirt dachziegelartig zum Trocknen aufgestellt oder in Bierfilzständer gestellt.

Was ist Toleranz?

Der Internationale Tag der Toleranz soll Problembewusstsein in der Öffentlichkeit wecken und auch die Gefahren der Intoleranz deutlich machen. Doch was ist Toleranz eigentlich? Etwas tolerieren bedeutet ursprünglich „etwas dulden, zulassen, gelten lassen“, abgleitet aus dem lateinischen tolerare = „ertragen, erdulden“. So war denn auch die Toleranz zu übersetzen mit Duldsamkeit, die Intoleranz mit Unduldsamkeit. Erst später schloss die Bedeutung von Toleranz auch Großzügigkeit, Rücksichtnahme und Aufgeschlossenheit ein.

In Artikel 1 der UNESCO*-Erklärung steht über die Bedeutung von Toleranz (hier nur auszugsweise dargestellt):

1.1 Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt. Gefördert wird sie durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und durch Freiheit des Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens.

1.2 Toleranz ist nicht gleichbedeutend mit Nachgeben, Herablassung oder Nachsicht. Toleranz ist vor allem eine aktive Einstellung, die sich stützt auf die Anerkennung der allgemeingültigen Menschenrechte und Grundfreiheiten anderer.

1.3 Toleranz ist der Schlussstein, der die Menschenrechte, den Pluralismus (= das gleichzeitige Vorhandensein verschiedener Interessen, Ansichten und Lebensstile), die Demokratie und den Rechtsstaat zusammenhält.

1.4 In Übereinstimmung mit der Achtung der Menschenrechte bedeutet praktizierte Toleranz weder das Tolerieren sozialen Unrechts noch die Aufgabe oder Schwächung der eigenen Überzeugungen. Sie bedeutet für jeden einzelnen Freiheit der Wahl seiner Überzeugungen, aber gleichzeitig auch Anerkennung der gleichen Wahlfreiheit für die anderen. Toleranz bedeutet die Anerkennung der Tatsache, dass alle Menschen, natürlich mit allen Unterschieden ihrer Erscheinungsform, Situation, Sprache, Verhaltensweisen und Werte, das Recht haben, in Frieden zu leben und so zu bleiben, wie sie sind. Dazu gehört auch, dass die eigenen Ansichten anderen nicht aufgezwungen werden dürfen.

Quelle: *UNESCO (= United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, zu deutsch: Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur)

Woher kommt die Triskaidekaphobie? Warum haben wir Angst vor Freitag dem 13.

Triskaidekaphobie bedeutet Furcht vor der Zahl 13 (aus dem Altgriechischen triskaideka: 13, phobie: Angst). Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach aus dem Jahre 2005 verspüren 28 % der Deutschen bei der Zahl 13 Unwohlsein. Bei einigen ist die Angst besonders ausgeprägt: Sie meiden die 13 wo es geht. Auch in anderen Ländern gilt die Zahl als Unglücksbote. In vielen Hochhäusern fährt der Fahrstuhl vom 12. in den 14. Stock. Flugzeuge verzichten auf eine 13. Sitzreihe, Hotels auf die Zimmernummer 13. Selbst in der Formel Eins sucht man vergeblich nach der Startposition 13.

Der Ursprung dieses Aberglaubens ist nicht eindeutig geklärt. Eine Deutung geht davon aus, dass sowohl die 13, als auch der Freitag schon seit Jahrhunderten als Unglückssymbole gelten. Deshalb befürchteten abergläubische Menschen an Freitagen, die auf einen 13. fielen, ein besonders großes Unglück. Heute ist dieser Glauben derart verbreitet, dass auch diejenigen an Pech glauben, die weder vor Freitagen noch vor der Zahl 13 Angst haben. Aber woher kommt die Panik ausgerechnet vor diesem Wochentag und dieser Zahl?

Eine Erklärung, warum die 13 als Unglückszahl gilt, liefert die esoterisch-mathematische Zahlensymbolik: Die 13 überschreitet das geschlossene Zwölfersystem und ist als Primzahl nur durch eins und sich selbst teilbar. Deshalb gilt sie als unharmonisch und wird auch als "Teufelsdutzend" bezeichnet.

„Das Dutzend des Teufels“ nannte der Volksmund früher die angebliche Unglückszahl. Eine weitere Deutung stammt aus der Bibel: Hier hat die 12 eine harmonische Wirkung. Doch beim letzten Abendmahl waren 13 Personen anwesend. Der 13. soll Judas gewesen sein, der Jesus kurz darauf verraten hat. In der Bibel handelt das 13. Kapitel der Johannes-Offenbarung vom Antichristen. In der nordgermanischen Mythologie speisen 12 Götter im Götterpalast Walhall. Als Loki, der 13., hinzukommt, entbrennt ein Streit, der zum Tode des Götterlieblings Baldur führt. Die Triskaidekaphobie ist übrigens auf den westlichen Kulturkreis beschränkt. In Japan gilt die 13 als Glückszahl.


... und was ist Paraskavedekatriaphobie ?
Das ist die Furcht vor einem Freitag den 13. Denn nicht nur die 13 gilt als Unglückszahl. Nein, auch der Freitag, an dem Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, als Unglückstag. Deshalb bringt ein Freitag der 13. für manche doppeltes Unglück. Betrachtet man Freitag den 13. emotionslos, unterscheidet er sich nicht von anderen Monatstagen.

Tatsache ist jedoch: Der 13. Tag eines Monats fällt häufiger auf den Freitag als auf andere Wochentage. Das hängt mit unserem Gregorianischen Kalender zusammen. Nach einer Zeitspanne von 400 Jahren haben wir gemessen an einem bestimmten Tag genau denselben Wochen- und Monatstag. Wegen dieses sich immer wiederholenden Zeitraumes ist es nicht möglich, dass Tage gleich oft an der Reihe sind. Den 13. eines Monats haben wir in 400 Jahren 4.800 Mal, er fällt in dieser Zeit 688 Mal auf einen Freitag. Der Spitzenreiter ist gefolgt von Sonntag und Mittwoch – beide überlagern sich 687 Mal mit einem Freitag. Schlusslichter unter den Unglückstagen sind Donnerstag und Samstag, die nur 684 Mal auf den 13. fallen.

Was ist Social Shopping?

Stellen Sie sich vor, Sie wollen bei einer Internet-Buchhandlung einkaufen, wissen aber noch nicht genau, welches Buch. Sie geben einen Suchbegriff ein, zum Beispiel „Chinesisch Kochen“. Dann erhalten Sie eine Auswahl an Büchern, teilweise mit Bewertungen versehen. Sie klicken sich rein und lesen einzelne Bewertungen von anderen Nutzern durch, gelangen vielleicht noch auf die Lieblings-Bücherliste von „KochFan“ und irgendwann haben Sie ein genaues Bild davon, welches Buch für Sie das richtige sein könnte. Sie legen es in den Warenkorb, denken vielleicht noch über ein zweites nach, das auch gute Rezensionen hatte, und kaufen es ebenfalls. Das war in den Ansätzen schon Social Shopping!

Social Shopping oder auch Social Commerce findet im Internet statt, dort, wo Kunden oder Mitglieder einer Community nicht nur untereinander vernetzt sind, sondern aktiv werden. Sie empfehlen Produkte oder Dienstleistungen, legen ihre Erfahrungen damit offen, beraten andere Kunden und unterstützen sie so in ihrer Kaufentscheidung. Selbst unmittelbares Mitwirken, z. B. beim Produktdesign oder Marketing, ist bereits Realität. Unter Social Shopping fallen beispielsweise Online-Portale, über die Mitglieder und Nutzer selbst hergestellte Produkte in eigenen kleinen Shops anbieten können.

Was passiert mit der Post ans Christkind?

wohin schicken Kinder am besten ihren Wunschzettel, wenn sie sicher gehen wollen, dass das Christkind oder der Weihnachtsmann ihn auch erhalten? Natürlich in Orte mit so wohlklingenden Namen wie Engelskirchen oder Himmelstadt. Während der Adventszeit betreibt die Deutsche Post in diesen und anderen Städten sogenannte Weihnachtspostämter. Und das erste Postamt nahm gestern im brandenburgischen Himmelpfort seine Arbeit auf.

Bereits im Sommer gehen bei den deutschen Weihnachtspostämtern Briefe mit Wünschen oder Sorgen der Kinder ein. Die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer haben bis Heiligabend alle Hände voll zu tun, um den Postansturm zu bewältigen. Denn sie beantworten tatsächlich die Post der Kinder. Im brandenburgischen Himmelpfort gehen vor Weihnachten beispielsweise jeden Tag rund 1.000 Briefe ein, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 280.000 Briefe, davon auch einige aus dem Ausland. So kommt es, dass der Weihnachtsmann dort nicht nur in Deutsch und Englisch seinen Antwortbrief verfassen kann, sondern auch in Französisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch, Russisch, Tschechisch und Polnisch.

Insgesamt gibt es sieben Postämter, in denen sich die Weihnachtsmänner und Christkinder den Schreiben der Kleinsten widmen. Aber: Unter den Briefeschreibern sind jedes Jahr auch zahlreiche Briefmarkensammler. Denn das Christkind versieht die Briefmarken der Antwortschreiben mit einem einzigartigen Poststempel.

Hier die Adressen der Weihnachtspostämter – und vergessen Sie nicht, Ihren Absender anzugeben!

Himmelpfort
Weihnachtsmann
Weihnachtspostfiliale
16798 Himmelpfort

Weihnachtsmann
Kirchplatz 3
97267 Himmelstadt

Engelskirchen
An das Christkind
51766 Engelskirchen

St. Nikolaus
Weihnachtsmann
66352 Großrosseln

Nikolausdorf
Weihnachtsmann
Nikolausdorf
49681 Garrel

Himmelpforten
Weihnachtsmann
21709 Himmelpforten

Himmelsthür
Weihnachtsmann
In Himmelsthür
31137 Hildesheim

Wie funktioniert ein Saxophon

Das Saxophon ist das jüngste der Holzblasinstrumente: Der Instrumentenbauer Sax entwickelte es um 1840 als Mischform zwischen den zarteren Holzblas- und den starken Blechblasinstrumenten. Beim Saxophon geschieht die Tonerzeugung über ein einfaches Rohrblatt, das an einem Schnabelmundstück festgeschraubt ist. Deshalb zählt das Saxophon zu den Holzblasinstrumenten*, auch wenn es aus lackiertem Messing besteht. Und so kommen Töne zustande: Wer in ein Saxophon bläst, bringt die Luft im Innern, die sogenannte Luftsäule, zum Schwingen. Je länger die Luftsäule, desto tiefer die Töne. Durch die Klappen variieren Musiker die Länge der Luftsäule und damit die Töne.

Das Saxophon erlaubt eine relativ einfache Griffweise bei bequemer Fingerstellung. Dadurch lässt es sich mit einer gewissen Leichtigkeit spielen und es eröffnen sich viele Gestaltungsmöglichkeiten. Es ist übrigens eines der wenigen Instrumente, mit dem Musiker auch selbst improvisieren. Jazzmusik ist ohne das Saxophon kaum vorstellbar. Deshalb liegt es nahe, seinen Erfinder bei den Amerikanern zu suchen. Weit gefehlt: Adolphe Sax war Belgier. Auch mit Jazz hatte er nichts im Sinn: Das Saxophon entwickelte er eigentlich für Militärkapellen. Als er seine Neukreation fertig hatte, wanderte er zu Fuß von Belgien nach Paris, um dem berühmten Komponisten Louis Hector Berlioz vorzuspielen. Dieser war begeistert von dem neuen Instrument. Rasch übernahmen es Militärkapellen in Frankreich, Deutschland und Russland, später auch in den USA. Erst dann zog das Saxophon in den Jazz ein.

* Bei den Holzblasinstrumenten entsteht der Ton erst im Innern der Röhre. Bei den Blechblasinstrumenten beeinflussen Musiker die Tonhöhe und -qualität bereits durch Lippenspannung und -vibration. Die Art der Tonerzeugung ist allgemein Ausschlag gebend dafür, welches Instrument wo dazugehört: Trompete, Horn und Posaune zählen zu den Blech-, Querflöte, Klarinette, Oboe, Fagott und Saxophon zu den Holzblasinstrumenten.

Wie kam es zur Maueröffnung?

28 Jahre lang hatte sie die Deutsche Demokratische Republik (DDR) von der Bundesrepublik getrennt. Ende 1989 war sie Geschichte: die Berliner Mauer. Davor hatte es in der ganzen DDR Demonstrationen für eine freie Ausreise gegeben. Immer mehr Menschen waren in den Westen geflüchtet. Daher sah sich die DDR-Spitze gezwungen zu handeln – ein neues Reisegesetz sollte helfen.

In einer Pressekonferenz verlas Günter Schabowski (*1929), ein Funktionär der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), am 9. November 1989 die Nachricht: Ab sofort könnten alle DDR-Bürger kurzfristig die Ausreise beantragen. Schabowski durchkreuzte damit, ohne es zu wissen, die Pläne der DDR-Spitze. Diese wollte das erst am nächsten Tag veröffentlichen. Die Medien verbreiteten die Nachricht von den „offenen Grenzen“ in Windeseile. Tausende Menschen suchten die Grenzübergänge auf. Sie drängten auf Durchlass, sodass die Grenzposten schließlich der Menschenmenge nachgeben mussten. Einen Grenzübergang nach dem anderen öffnete die DDR nach diesem denkwürdigen Tag. Und 1990 kam es dann zur Wiedervereinigung.

Übrigens: Wissen Sie, warum wir die Deutsche Einheit nicht am Tag des Mauerfalls feiern, sondern am 3. Oktober? Zum einen war Deutschland erst am 3. Oktober 1990 wieder vereinigt. Zum anderen sprach die Reichspogromnacht von 1938 dagegen, den Tag der Deutschen Einheit als nationalen Feiertag auf den 9. November zu legen. Damals fanden in der Nacht vom 9. auf den 10. November in ganz Deutschland grauenvolle Verbrechen gegen Juden statt: Die Nationalsozialisten töteten 91 Menschen, verschleppten Zehntausende in Konzentrationslager, zündeten Synagogen an und beschlagnahmten jüdisches Eigentum.

Woher kommt der Winter-Blues?

Schuld an der gedrückten Stimmung ist das wenige natürliche Licht, das wir im Winter abbekommen, da die Tage bereits ab September immer kürzer werden. Das bringt die Stimmungsmacher im Gehirn aus dem Gleichgewicht: Statt des Glücksbotenstoffes Serotonin produziert die sogenannte Zirbeldrüse im Zwischenhirn schon am Tag das müde machende Schlafhormon Melatonin.

3.000 bis 4.000 Lux Lichtintensität täglich sind notwendig, um das seelische Gleichgewicht zu halten. Lux ist die Einheit, in der die Beleuchtungsstärke gemessen wird; das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Licht“. Im Sommer fangen wir etwa 100.000 Lux auf, im Winter sind es im Freien nur noch 1.500 oder 500 in der Wohnung. Fotorezeptoren in der Augennetzhaut fangen das Licht ein und leiten es an die Zirbeldrüse weiter. Reicht das natürliche Licht nicht aus, sagt sich der Organismus also: Es ist dunkel, du kannst schlafen gehen. Kunstlicht hat übrigens denselben Effekt. Lediglich spezielle Vollspektrum-Lampen, die natürliches Licht nachbilden, können den Tag wieder erhellen – das nennt sich Lichttherapie.

Gegen depressive Verstimmungen können auch Arzneimittel mit Johanniskraut-Extrakten helfen. „Johanniskraut-Extrakte sind eine wichtige Behandlungsoption gegen Depressionen - aber nur, wenn sie ausreichend hoch dosiert werden. Die meisten freiverkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel mit Johanniskraut sind hingegen unterdosiert und damit wirkungslos“, so Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Pro Tag sollten mindestens 600 bis 900 Milligramm eines standardisierten Johanniskraut-Extrakts eingenommen werden. Dafür gibt es entsprechende rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke. Ihre Wirkung setzt allerdings erst nach etwa ein bis zwei Wochen ein. Vorsicht: Wer Johanniskraut einnimmt und darüber hinaus weitere Medikamente, sollte mit dem Apotheker über Wechselwirkungen sprechen. Johanniskraut-Extrakte können die Wirkung anderer Medikamente verändern, zum Beispiel bei der Antibabypille, Gerinnungshemmern oder HIV-Medikamenten. (Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände)

Woher kommt das Wort "Restaurant"?

Das Wort "Restaurant" war ursprünglich eine Bezeichnung für eine "die Kräfte wiederherstellende Gesundheitssuppe", die in Paris kurz vor der französischen Revolution in öffentlichen Garküchen den Gästen serviert wurde. Später gab sie diesen neuen Örtlichkeiten ihren Namen.

Eine andere Erklärung ist folgende: Bis 1765 speiste man in Tavernen, Gasthäusern etc. Dann eröffnete in Paris das "Champs dïOiseau". Über der Eingangstür stand das lateinische Motto: "Venite ad me, omne qui stomacho laboratis, et ego restaurabo vos" oder auf Deutsch: "Kommt zu mir, alle deren Magen knurrt, und ich will euch wiederherstellen."

Welche Torte ist die berühmteste?

Eine Torte (von italienisch torta, aus dem spätlateinischen torta = rundes Brot, Brotgebäck) ist, wie gleich einmal klargestellt werden sollte, kein Kuchen! Kuchen erfährt nämlich einen abschließenden Bachvorgang mit allen Zutaten, welcher bei der Torte tunlichst zu vermeiden ist, weil man sie damit ruinieren würde. Torten bestehen zwar aus gebackenen Bestandteilen, also aus Tortenböden, diese werden aber dann ohne nochmaliges Backen weiterverarbeitet.

Somit setzen sich Torten gewissermaßen aus zumeist mehreren übereinander gestapelten Kuchenschichten (Biskuit, Mürbeteig, Baiser etc.) zusammen, die anschließend mit Früchten, Cremes, Sahne, Quark, Marzipan und allem erdenklich anderen gefüllt werden. Je mehr und je kalorienreicher, desto besser. Zuletzt darf der Torte dann gerne noch eine Hülle aus Kuvertüre (Schokolade), Zuckerguss oder Marzipan verpasst werden. Naschkatzen, Schleckermäulchen und Kaffeetanten aus aller Herren Länder haben in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten mündlich darüber abgestimmt, welche Torten zu den berühmtesten und beliebtesten überhaupt zählen.


Süßigkeit mit Geschichte: Die Linzer Torte

Die Linzer Torte steht wegen ihres unsahnigen, leicht trockenen Charakters und einem abschließenden Backvorgang mit allen Zutaten arg unter Kuchenverdacht. Doch bügelt sie ihren zwielichtigen Ruf wieder mehr als aus durch die beeindruckende Tatsache, dass es sich bei ihr um die älteste Torte der Welt mit schriftlich fixierter Rezeptur handelt. Zwar ist das Rezept für die Linzer Torte nicht schon detailliert in der biblischen Genesis beschrieben, jedoch immerhin bereits 1653 - sogar in vierfacher Variation - im Koch- und Backbuch der Veroneser Gräfin Anna Margarita Sagramosa, welches folgenden leicht zu merkenden Kurztitel trägt: Buech von allerley Eingemachten Sachen, also Zuggerwerckh, Gewürtz, Khütten und sonsten allerhandt Obst wie auch andere guett und nützlich Ding etc. Durch die Frau Anna Margarita Sagramosin, geborne Gräffin Paradeiserin, mit grossen Fleisß mühe arbeit wie unkosten, vil Jar nach einander zusamen, geklaubt und beschreiben lassen.

Die Linzer Torte war allerdings ausschließlich eine Leckerei für besserverdienende Blaublüter wie die Gräfin, deren Geburtsname übrigens Tomate bedeutet, da die Barockzeit weder einen Aldi noch einen Lidl kannte. Der mit Nelke, Zimt, Muskat, Vanillearoma und Zitronensaft gewürzte Mürbteich der Linzer Torte bestand damals nämlich zu einem Drittel aus extrem kostspieligen Mandeln. Heute nimmt man lieber Haselnüsse, die vor dem Backen im Ofen geröstet, mit einem Sieb enthäutet und anschließend gemahlen werden - des richtigen Aromas wegen. Nachdem man den fertigen Teig auf 1-1,5 cm Dicke ausgerollt hat, werden daraus runde Tortenböden ausgestochen, die man mit einem dicken Klecks Ribislmarmelade (österr. für rote Johannisbeermarmelade) fein säuberlich bestreicht. Auf die Marmelade wird dann ein Teiggitter gelegt, das Wahrzeichen der Linzer Torte, die zum Schluss noch einen Teigrand bekommt, den man mit Eigelb bestreicht und mit Mandelsplittern bestreut. Nach dem Backen muss die Torte mindestens 24 Stunden ruhen. Ihren vollen Geschmack entfaltet sie ohnehin erst nach ein paar Tagen, vorher also Finger weg!


Ein Traum aus Buttercreme: Der Frankfurter Kranz

Diese klassische deutsche Torte erinnert sehr an die Nachkriegszeit und die das Wirtschaftswunderland in der 1950er Jahren überrollende Fresswelle. Denn sie ist vorwiegend aus einem Material gemacht, vor dem heutige Diätgerippe, Sushi-Fetischisten, Light-Produkt-Anbeterinnen und Fitnessstudio-Opfer panisch schreiend davonlaufen würden, nämlich aus der guten alten Buttercreme, zu deren Herstellung große Mengen an guter Butter nötig sind. Zunächst benötigt man für den Frankfurter Kranz, der, wie sein Name schon verrät, in Frankfurt (und zwar am Main) erfunden wurde, aber natürlich eine Kranzform. In dieser wird ein Sand- oder Biskuitteig gebacken, den man nach dem Erkalten horizontal in verschiedene Lagen zerteilen muss, wobei diese gern einmal auseinanderbrechen.

Warum diese Zerteilung? Natürlich damit man viel Buttercreme und gegebenenfalls auch etwas rote Konfitüre dazwischenbuttern kann. Der buttercremegeschwängerte Teigring wird anschließend von außen vollständig verkleistert und verspachtelt. Freilich mit Buttercreme, die man zuletzt mit Krokant und Mandelsplittern geschickt bemäntelt. Zur Dekoration des hochkalorischen Hessenrings, dessen unvorsichtiger Genuss zu Rettungsringen in der Bauchgegend führen kann, bietet sich selbstverständlich Buttercreme an, die man mit dem Spritzbeutel obenauf tüpfelt. In jeden Tüpfel gehört dann noch eine künstlich rote Belegkirsche. Das Auge sündigt ja schließlich auch mit.


Unverzichtbares Oster-Highlight: Die Cassata

"Kläglich, der an Ostern keine Cassata ißt", spricht der sizilianische Volksmund, in dem sie dann meistens verschwindet. Mit der Cassata alla siciliana (von arabisch qas'at, = runde Schüssel oder auch von torta di cacio = Käsetorte) haben sich aber auch bereits berufenere Münder beschäftigt und zwar durchaus nicht nur kauend. Denn auf der Synode von Mazara del Vallo im Jahre 1575 wurde, wie ein historisches Dokument zweifelsfrei belegt, mit heiligem Ernst und großer kirchlicher Autorität dekretiert, die Cassata sei "unverzichtbar beim Osterfest." Dieses Dogma rangiert in Sizilien noch heute weitaus höher als minder wichtige christliche Gebote wie etwa "Du sollst nicht töten!" Früher wurde die heilige Torte nur in Klöstern und Herrenhäusern hergestellt.

Anderen Quellen zufolge ist damals den Klosterfrauen die Zubereitung der Cassata in der Osterwoche verboten worden, da diese sie über Gebühr von Gebet und innerer Einkehr abhielt. Das süße Glaubensbekenntnis besteht übrigens aus einer Creme aus Ricotta und Zucker, die abwechselnd mit Pan di Spagna, einer Biskuitart, in eine Schüssel oder Form geschichtet und gut gekühlt, gestürzt und mit einer Glasur aus Zucker oder Schokoladencreme überzogen, serviert wird. Dekoriert wird der leckere Gottesdienst mit kandierten Früchten und Mustern aus farbiger Zuckerglasur. Je nach Rezept werden der Cassata noch Pistazien oder Pinienkerne, Stückchen von Bitterschokolade, Zimt, Orangenblütenwasser, Maraschino oder Likör aus Orangen hinzugegeben. Der echten Cassata ist eine gleichnamige, in Italien und der Schweiz sehr beliebte, Eisbombe nachempfunden, die aus Vanille-, Himbeer- und Schokoladeneis sowie kandierten Früchten besteht.


Wienerisches Weltkulturerbe: Die Sachertorte

Die Sachertorte ist wahrscheinlich die berühmteste Torte der Welt, doch die Geschichte dieses verzehrbaren österreichischen Nationaldenkmals ist eine Geschichte voller Missverständnisse und Zwistigkeiten. Ihre Geburtsstunde datiert auf das Jahr 1832. Mit den welthistorisch bedeutsamen Worten "Dass er mir aber keine Schand' macht, heut Abend!" erteilte nämlich damals Fürst Metternich höchstselbst seiner Hofküche den Auftrag, für ihn und seine illustren Gäste ein besonders leckeres Dessert zuzubereiten. Dummerweise lag aber gerade an diesem Abend der Chefkoch krank im Bett. Und so fiel dem erst 16-jährigen Küchenlehrling Franz Sacher die verantwortungsvolle Aufgabe der Nachtischgestaltung zu und - Gott sei Dank - die rettende Schokotorte ein. Später machte sich Franz? Sohn Eduard Sacher mit einem eigenen Hotel selbständig, womit selbstverständlich das mittlerweile legendäre Hotel Sacher gemeint ist. Und damit begann eine jahrzehntelange, mit äußerster Erbitterung geführte Tortenschlacht um die Namensrechte an der braunen Süßigkeit, die Wien in zwei feindliche Lager spaltete und schließlich 1963 mit einer außergerichtlichen Einigung endete.

Seitdem darf sich die im Hotel Sacher fabrizierte Sachertorte offiziell als Original-Sachertorte bezeichnen, während das berühmte dreieckige Siegel der "beim Demel" feilgebotenen Sachertorte zunächst die Aufschrift Eduard-Sacher-Torte zierte. Mittlerweile nennt sich die Demel-Sachertorte offiziell Demel?s Sachertorte, wird aber vom naschsüchtigen Volksmund häufig auch als Echte Sachertorte gierig verschlungen. Demnach konkurriert also nunmehr eine Orignal-Sachertorte mit einer Echten Sachertorte darum, welche von ihnen die originalere bzw. echtere ist.

Was ist so mystisch an den Rabenvögeln?

Manch einem erscheinen Raben und Krähen, die zur Familie der Rabenvögel gehören, boshaft oder gar teuflisch und in Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ lauern sie zum Angriff. Dieses negative Bild mag daran liegen, dass die aasfressenden Tiere seit dem Mittelalter als Boten des Todes galten. Eine Krähe neben dem Galgen – das war kein seltenes Bild. Auch bösen Mächten sagte man nach, sie könnten die Gestalt einer Krähe annehmen. Doch früher, vor der Christianisierung, waren die klugen, neugierigen Rabenvögel in vielen Kulturen hoch angesehen. In der nordisch-germanischen Mythologie waren sie Symbol der Weisheit. Zwei bekannte Raben waren „Hugin“ (= Gedanke) und „Munin“ (= Erinnerung), die untrennbar zum Göttervater Odin gehörten.


Auch unter Biologen und Vogelkundlern ist man sich einig, dass Raben besondere Gaben besitzen und sehr klug sind. Ein kanadischer Wissenschaftler behauptet, sie seien die intelligentesten Vögel. Es scheint, als könnten sie die Handlungen anderer voraussehen und selbst geplant vorgehen. Das spricht für soziale Intelligenz, eine gute Beobachtungsgabe sowie Lern- und Merkfähigkeit. Außerdem besitzen sie ein sehr gutes räumliches Gedächtnis und die Fähigkeit mit Artgenossen, aber auch mit Menschen, zu kommunizieren.


Rabe oder Krähe?

Insgesamt gibt es mehr als 100 verschiedene Rabenvogel-Arten auf der Welt, die übrigens nicht alle rein schwarz gefiedert sind. Raben und Krähen sind eine Gattung der Rabenvögel; Raben nennt man die größeren Tiere, Krähen die kleineren. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind vor allem die Aaskrähe, die Dohle, der Kolkrabe und die Saatkrähe weit verbreitet. Die Vögel sind anpassungsfähige Allesfresser, die sich auch gerne über die erlegte Beute von Raubtieren hermachen.


Übrigens: Die Namen „Krähe“ und „Rabe“ sind beide lautnachahmenden Ursprungs – die Rabenvögel verdanken sie also ihren Krächz-Lauten, die sie von sich geben.

Wie funktioniert ein Kühlschrank?

Milch, Fisch, Gemüse oder Erdbeerjoghurt: Viele Dinge bewahren wir im Kühlschrank auf. Denn dort ist es kalt. Deshalb verderben die Lebensmittel nicht so schnell. Aber warum ist es im Kühlschrank kalt?


Gas im und am Kühlschrank wird erwärmt

In und an einem Kühlschrank gibt es feine Rohre. Durch die wird ein Gas geleitet. Dieses Gas wird in einem Kompressor zusammengedrückt. Kompressor heißt Verdichter. In dem Gas sind viele kleine Moleküle, also sehr kleine Teilchen. Beim Zusammendrücken rücken die Moleküle näher aneinander. Das ist wie bei Watte. Wenn ihr einen Wattebausch in die Hand nehmt und zusammendrückt, wird er kleiner. Die vielen kleinen Härchen sind dann dichter beieinander. So ist das auch bei diesem Gas. Weil all die kleinen Teilchen beim Verdichten aneinander reiben, wird das Gas warm.


Das Gas wird flüssig und wieder gasförmig

Doch wie kann das Gas dann den Kühlschrank kalt machen? Hinter dem Kühlschrank sind viele kleine Rillen, durch die wird das Gas geleitet. Dabei kühlt es sich ab und kondensiert. Es wird also flüssig. Wie Wasserdampf, der sich am Kochtopfdeckel sammelt. Dort bildet er Tropfen, wenn er abkühlt. In dem verflüssigten Gas hängen die Moleküle aneinander. Es steht unter Druck und fließt in den Kühlschrank zurück. Dort wird der Druck weggenommen und aus der Flüssigkeit wird wieder Gas. Dabei reißen die kleinen Moleküle auseinander. Das braucht Kraft. Darum kühlt das Gas dabei ab. Es wird so kalt, dass es die Luft im Kühlschrank kalt genug macht, um unser Essen frisch zu halten.

Warum Schlaf so wichtig ist

Frühaufsteher oder Morgenmuffel? Jeder Mensch hat seinen eigenen Schlafrhythmus. Er wird von der inneren Uhr vorgegeben und sollte nicht durcheinander gebracht werden. Denn: Schlaf ist sehr wichtig - für Mensch und auch für Tier. Hier erfährst du, wieso Delfine mit nur einer Gehirnhälfte schlafen, wann wir träumen, warum man Nachtwandler nicht wecken sollte und vieles mehr rund ums Thema Schlaf.

An Träume erinnern

Das Weckerklingeln reißt einen oft aus den seltsamsten Träumen. Manchmal wacht man am Morgen aber auch auf und kann sich an gar nichts mehr erinnern. Woran liegt das? Wir träumen nur im sogenannten REM-Schlaf. Die Buchstaben stehen für "Rapid Eye Movement", was übersetzt "schnelle Augenbewegungen" bedeutet. In dieser Schlafphase atmen wir schneller, der Puls geht in die Höhe und wir bewegen unsere Augen unter den geschlossenen Lidern wild hin und her. Der Körper ist dann in einem Zustand, der dem des Wachseins ähnelt.


Wechselnde Schlafphasen

Damit wir das, was wir im Traum erleben, nicht in die Tat umsetzen, ist unser Körper in dieser Phase gelähmt. So wird verhindert, dass wir etwas anstellen oder uns verletzen. Als weiteren Schutzmechanismus hat die Natur eingerichtet, dass unsere Zunge beim Schlafen oben am Gaumen klebt. So laufen wir nicht Gefahr, sie aus Versehen zu verschlucken. Im Non-REM-Schlaf hingegen sinken Puls, Blutdruck, Gehirnaktivität und Atemfrequenz. Man schläft nun sehr tief und träumt nicht. Beide Phasen wechseln sich mehrmals pro Nacht ab. Ob man sich an einen Traum erinnern kann oder nicht, hängt also im Wesentlichen davon ab, in welcher Schlafphase man aufwacht.


Schlaf ist die beste Medizin

Warum Lebewesen Schlaf so dringend brauchen, können Forscher bis heute nicht genau sagen. Verschiedene Funktionen kommen in Frage: Im Tiefschlaf läuft zum Beispiel das Immunsystem auf Hochtouren. Das ist unser körpereigenes Abwehrsystem gegen Krankheitserreger. Schlaf gilt deshalb auch als "die beste Medizin". Außerdem verarbeiten wir im Schlaf Informationen, die wir tagsüber aufgenommen haben - Körper und Gehirn können sich so erholen. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass Schlaf mehrere, zum Teil vielleicht noch unbekannte, Funktionen erfüllt. Als sicher gilt: Wer auf Dauer zu wenig oder schlecht schläft, wird krank.


Wenn das Schlafen Probleme macht

Wenn Menschen schlecht schlafen, kann das mehrere Ursachen haben. Eine davon ist das Syndrom der ruhelosen Beine. Besonders beim ruhigen Sitzen, abends und nachts verspüren die Betroffenen ein unangenehmes Gefühl in den Beinen, das erst verschwindet, wenn sie sich bewegen. Ein ruhiger Schlaf ist unter den Voraussetzungen kaum möglich. Das Restless-Legs-Syndrom kann aber von einem Arzt behandelt werden.


Schlafen im Labor

Einige Nächte in einem Schlaflabor können dabei sehr aufschlussreich sein. Ein Schlaflabor ist eine spezielle Einrichtung im Krankenhaus. Sie besteht aus zwei Räumen: Einem "Schlafzimmer" und einem Raum, in dem die Messgeräte stehen. Bevor man schläft, befestigt der Arzt mehrere Elektroden auf der Kopfhaut. Sie zeichnen während der ganzen Nacht sämtliche Körperfunktionen wie die Atmung oder Hirnströme auf. Am nächsten Morgen erhält man dann ein genaues Schlafprofil, das Auskunft darüber gibt, wie gut oder schlecht man schläft und warum das so ist.


Spaziergänge in der Nacht

Was man ebenfalls im Schlaflabor feststellen kann, ist, ob jemand schlafwandelt. Das Schlafwandeln wird auch Somnabulismus genannt. Der Schlafende steht dabei auf, geht herum und verrichtet manchmal sogar Dinge wie den Abwasch ohne dabei aufzuwachen. Das nächtliche Wandeln dauert meist nur wenige Minuten und tritt vor allem im Kindesalter auf. Mit der Pubertät verschwindet das Phänomen dann in den meisten Fällen. Da man nicht abschätzen kann, wie Schlafwandler darauf reagieren, sollte man sie nie wecken. Am besten führt man sie einfach zurück ins Bett. Obwohl sie schlafen, sind die Betroffenen dabei ansprechbar und antworten auf Fragen. Bietet man ihnen etwas zu essen an, beenden sie meist von alleine ihre Wanderung und kehren zurück ins Bett.


So schlafen Delfine & Co.

Wirbeltiere wie zum Beispiel die Vögel durchlaufen in der Nacht ähnliche Schlafphasen wie die Menschen. Wenn sich die Vögel einen passenden Baum für ein Nickerchen ausgesucht haben, haken sie ihre Zehen im Ast fest, auf dem sie sitzen, um beim Schlafen nicht herunterzufallen. Im Unterschied zum Menschen, beherrschen sie jedoch den sogenannten Halbseitenschlaf. In diesem Schlafzustand schläft nur eine Hirnhälfte, während die andere wach bleibt. So kann die Umgebung noch wahrgenommen und auf mögliche Gefahren reagiert werden. Das ist sehr wichtig, da in der Natur fast jedes Tier auf der Speisekarte eines anderen steht. Tief und fest zu schlafen wäre also äußerst riskant. Zugvögel können selbst während sie fliegen auf diese Weise schlafen. Gerade auf langen Reisen ist es ihnen so möglich, sich etwas auszuruhen. Die besondere Fähigkeit des Halbhirnschlafens wurde zuerst bei Delfinen entdeckt. Damit sie atmen können, müssen sie bei Bewusstsein bleiben. Um nicht zu ersticken, haben Delfine diese trickreiche Technik entwickelt.


Zucken vor dem Einschlafen

Eine weitere Gemeinsamkeit von Mensch und Säugetier ist das Einschlafzucken. Gerade wenn man vor sich hin dämmert, durchfährt einen oft ein unkontrolliertes Zucken in Armen oder Beinen. Manchmal wacht man sogar auf davon. Warum ist das so? Während die Bereiche des Gehirns, die für das Denken und Fühlen verantwortlich sind, einen Gang zurück schalten, ist das motorische Zentrum, das unsere Bewegungen steuert, noch aktiv. Die Körpersysteme fahren also unterschiedlich schnell herunter und so kommt es zu Fehlschaltungen, die sich in Form von Zuckern äußern. Manchmal haben wir beim Einschlafen aber auch den Eindruck plötzlich zu fallen oder zu stolpern. Das liegt an unserem Gleichgewichtssinn im Innenohr. Er ist irritiert, da der Körper sich im Traum bewegt, wir aber tatsächlich reglos im Bett liegen. So kann es auch zu unfreiwilligem Zucken kommen.

Halloween - Vampire und Hexen ziehen von Haus zu Haus

Viele Kinder machen das. Sie werden sich verkleiden. Als Vampire, Hexen und Geister werden sie von Haus zu Haus ziehen und nach Naschereien verlangen. "Süßes oder Saures" werden sie rufen. Wer dann nichts geben kann, muss mit kleinen Streichen rechnen.

Halloween kommt aus Irland

Halloween ist ein sehr altes Fest. Die Menschen höhlen Kürbisse aus, schnitzen Gesichter hinein und lassen sie leuchten. Die Kinder verkleiden sich und malen ihre Gesichter an. Der Halloween-Brauch kommt ursprünglich aus Irland. Damals feierten die Menschen das Ende des Sommers. Sie wollten Hexen und Geister vertreiben.

Der Abend vor Allerheiligen

Doch was bedeutet das Wort Halloween eigentlich? Es kommt aus dem Englischen und steht für "Abend vor Allerheiligen". Am 1. November ist Allerheiligen. An Allerheiligen denken die Christen an die Heiligen und die Menschen, die verstorben sind. In einigen deutschen Bundesländern ist Allerheiligen ein Feiertag.

Immer mehr Deutsche feiern Halloween

Halloween ist kein typisch deutsches Fest. Seit einigen Jahren wird es aber auch bei uns immer stärker gefeiert. Die Menschen stellen zum Beispiel Halloween-Dekorationen auf. Darunter ist auch der Jack O'Lantern. So heißt der geschnitzte Halloween-Kürbis mit seinem unheimlichen Grinsen.

Was bedeutet Harakiri?

Im 19. Jahrhundert wurde in Europa ein Brauch bekannt, wie er in Japan schon Jahrhunderte zuvor üblich war. Männer, die ihre Ehre wiederherstellen wollten oder für etwas sühnen sollten, begangen Selbstmord, indem sie sich den Bauch aufschlitzten. Diese Selbsttötung trägt eigentlich die Bezeichnung Seppuku, das Aufschneiden des Bauches ist nur ein Teil des Rituals – und das wurde hierzulande sowie in anderen europäischen Ländern und in den USA als Harakiri bekannt (hara = Bauch, kiru = schneiden).


Die Todesart wurde vor allem von den Samurai praktiziert, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch verboten. Das Etymologische Wörterbuch des Deutschen (dtv, 1999) schreibt: „Der Ausdruck kann auch auf andere Formen des Selbstmords oder auf risikoreiche Handlungen, die einem ideellen Selbstmord gleichkommen, angewendet werden.“ In dem Sinne werden heute als Harakiri auch gerne Vorhaben benannt, die zum Scheitern verurteilt sind.

Was bedeutet OTC?

OTC steht für englisch: over the counter, zu deutsch: über den Ladentisch. Das bedeutet, der Apotheker kann Ihnen das gewünschte Präparat frei über seine Theke reichen – ohne dafür ein ärztlich ausgestelltes Rezept von Ihnen bekommen zu haben. Übersetzt bedeutet OTC soviel wie „apothekenpflichtig“ bzw. „nicht verschreibungspflichtig“. Es handelt sich um Arzneimittel zur Selbstbehandlung. Sie werden dann in diese Kategorie eingestuft, wenn sie ohne ärztliche Überwachung eingenommen werden können und wenn sie die Gesundheit des Patienten nicht gefährden (vorausgesetzt dieser hält sich an die Dosierungsempfehlungen und sonstigen Bestimmungen).


Das „over the counter“ klingt sehr geschäftig und so ist das letztlich auch mit OTC-Produkten: Sie stellen sich selbst eine Diagnose, wollen Ihre Symptome mit einem altbekannten oder neu beworbenen Mittel behandeln, gehen in die Apotheke und fragen es nach. Für Sie ist klar, was Sie wollen oder brauchen, und sie wissen mit dem Medikament auch umzugehen (Beispiel: Heuschnupfen-Mittel). Wenn nicht, fragen Sie beim Apotheker nach oder er informiert Sie ungefragt über die Einnahme und alles Wichtige.


Oder im anderen Fall: Sie kennen die Symptome, wollen sie behandeln, teilen sich in der Apotheke mit und lassen sich ein Produkt over the counter empfehlen und verkaufen (z. B. einen Hustenlöser). OTC-Mittel gegen Erkältung, Schmerzen, Magen- und Darmbeschwerden, für die Haut/Schleimhäute, zur Stärkung und Beruhigung sowie Vitamine und Mineralstoffe werden am häufigsten nachgefragt.

Phobien: Wovor kann man Angst haben?

Angst ist etwas sehr Hinderliches, da sie einen erstarren lässt und zur Passivität verdammt. Insofern nervt Angst. Auf der anderen Seite ist die Angst aber auch etwas durchaus Notwendiges und Gesundes, da sie einen daran hindert, verrückte, gewagte Dinge zu tun, mit denen man womöglich die eigene Gesundheit aufs Spiel setzt: Zum Beispiel im zwölften Stockwerk mal eben über ein schmales Balkongeländer zu balancieren. Angst kann aber natürlich auch pathologische Formen annehmen, also zur Krankheit werden. In diesem Fall spricht man von Angststörungen. Angststörungen, die übrigens zu den weit verbreiteten Volkskrankheiten gehören, liegen vor, wenn die Angstreaktion gegenüber der Bedrohungsquelle vollkommen unangemessen erscheint und darüber hinaus zu schwerwiegenden körperlichen Symptomen führt: Schwindel, Herzrasen, Zittern, Schweißausbrüche, Atembeschwerden, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden.

Richtet sich die Angst auf ein bestimmtes Objekt, eine bestimmte Situation oder einen bestimmten Ort, dann ist von einer spezifischen Phobie zu sprechen. Phobien sind ebenfalls weit verbreitet, das heißt, fast jeder von uns hat eine. Deshalb, wie überhaupt, sollte man sich seiner Schwäche nicht schämen. Überdies lassen sich Phobien therapeutisch sehr erfolgreich bekämpfen.

Phobien: Ein weites Feld
Die Vielfalt der Phobien verdeutlicht, dass Angst eben auch etwas sehr Persönliches und Individuelles sein kann: Was dem einen Panik einflößt, lässt die andere oft ziemlich kalt. Neben Phobien, die häufig auftreten und deshalb geradezu als klassische Phobien einzuordnen sind, gibt es solche, deren Stimulus denen, die nicht darunter leiden, durchaus merkwürdig, exotisch oder sogar lächerlich vorkommen mag. Als lächerlich oder lustig empfinden die Betroffenen ihre Phobien freilich weniger. Die Liste der möglichen Phobien ist lang. Sie enthält auch Phobien, die lediglich als solche bezeichnet werden und oft populärwissenschaftlichen Quellen oder der Unterhaltungsliteratur entspringen. Das heißt, nicht jede Phobie, für die es einen wissenschaftlich klingenden Namen gibt, ist auch wissenschaftlich anerkannt. Zu diesen nicht anerkannten oder zumindest innerhalb einer wissenschaftlichen Grauzone angesiedelten Phobien zählen beispielsweise die Alliumphobie (Angst vor Knoblauch), die Anthophobie (Angst vor Blumen), die Arithmophobie (Angst vor Zahlen) oder auch die Asymmetriphobie (Angst vor asymmetrischen Dingen). Die bekanntesten Phobien finden Sie hier.

Akrophobie
Die Akrophobie (Höhenangst) zählt zu den verbreitetesten. Höhenangst geht über den ganz normalen Höhenschwindel hinaus und kann auch schon in relativ geringer Höhe auftreten, zum Beispiel wenn die oder der davon Betroffene auf einen Stuhl oder eine Trittleiter steigt. Sie steigert sich freilich in größerer Höhe, auf Türmen, Hochhäusern, Brücken oder an Abgründen (die Angst vor Abgründen wird auch Cremnophobie genannt). In tiefenpsychologischen Konzepten wird Höhenangst mit der Angst vor dem "Sich-Fallenlassen" verbunden. Es gibt Menschen, bei denen die Akrophobie nur im Freien auftritt, nicht wenn sie etwa hinter einer Glasscheibe stehen. Psychische Symptome der Akrophobie sind neben der eigentlichen Angstreaktion etwa Depersonalisation, intensive Vorstellungen, aus Versehen in die Tiefe zu stürzen oder dies unter einem Kontrollverlust bewusst zu tun (Tiefensog). Der Akrophobie kann medikamentös oder mit verschiedenen Entspannungstechniken entgegengewirkt werden.

Aviophobie
Die Aviophobie oder Flugangst tritt sowohl bei Personen auf, die noch nie geflogen sind (Angst vor dem ersten Mal) als auch bei solchen, die bereits Flüge absolviert haben, zuweilen sogar nach vielen angstfreien Flügen. Die davon Betroffenen plagt neben dem Gefühl des Ausgeliefertseins vor allem die Furcht vor Turbulenzen, vor der Höhe, dem unsichtbaren Medium Luft (Haltlosigkeit), Terroranschlägen und einem Absturz. Die Aviophobie, gegen die viele Fluggesellschaften bereits sehr effektive Therapiekurse entwickelt haben, ist unter anderem eng verwandt mit der Klaustrophobie.

Klaustrophobie
Die Klaustrophobie oder Raumangst (Angst vor engen Räumen) geht einher mit der Angst vor dem Ersticken und der Angst vor Einengung. In entsprechenden Situationen (zum Beispiel in Aufzügen, Bussen, Bahnen, Kaufhäusern, bei MRT-Untersuchungen oder generell bei Menschenansammlungen) kommt es bei Betroffenen zu Hyperventilation und Schweißausbrüchen. Der psychodynamische Hintergrund klaustrophober Ängste liegt oft in der Hemmung expansiver und defensiver Verhaltensmuster bei den Betroffenen. So grenzen sie sich in zwischenmenschlichen Beziehungen zu wenig ab und die resultierende Angst vor Vereinnahmung, Beengtwerden und Ersticken wird auf symbolische Situationen verschoben. Eng verwandt mit der Klaustrophobie sind die Cleisiophobie (Angst vor geschlossenen Räumen), die Cleithrophobie (Angst davor, eingesperrt zu sein) und die Stenophobie (Angst vor Enge, engen Plätzen). Umgangssprachlich wird Klaustrophobie meist fälschlicherweise als Platzangst bezeichnet. Damit wird ausgedrückt, dass man in der gegebenen Situation zu wenig Platz hat. Als Fachbegriff wird mit Platzangst allerdings die Agoraphobie bezeichnet.

Arachnophobie
"Pfui Spinne" ist eine geläufige Redewendung, denn Spinnen zählen die meisten Menschen nicht gerade zu ihren Lieblingstieren. Manche allerdings brechen beim Anblick der langbeinigen Krabbler geradezu in Panik aus, sie leiden unter Arachnophobie, der wohl verbreitetesten Form der Tierphobien. Warum gerade Spinnen so verabscheut und gefürchtet werden, obwohl in unseren Breiten keine wirklich gefährlichen Arten vorkommen, ist nicht ganz klar. Liegt es an dem Umstand, dass sie sich so schnell fortbewegen und dabei auch über den menschlichen Körper krabbeln können, oder ist die Spinnenangst ein Produkt unserer kulturellen Sozialisation, also ein erlerntes Verhalten? Als Therapie gegen eine die Lebensqualität beeinträchtigende Arachnophobie hat sich, wie bei vielen Phobien, vor allem die Verhaltenstherapie bewährt. An erster Stelle stehen Formen der Konfrontationstherapie. Dabei wird der Patient direkt mit seiner Angst und dem angstbesetzten Objekt, also der Spinne, konfrontiert. Er setzt sich dabei mit der Spinne unmittelbar auseinander, was bis hin zur Berührung von Vogelspinnen oder Tieren ähnlicher Größe geht. Wichtig dabei ist das Durchhalten, also das Durchleben der Angstsituation, etwa um danach feststellen zu können: so schlimm war es doch gar nicht. Durch ein Ausweichen kann die Phobie allerdings noch verstärkt werden.

Testophobie
Die Testophobie (Prüfungsangst) ist eine Spezialform der Sozialen Phobie. Menschen mit Sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und deshalb auf Ablehnung stoßen zu können. Sie fürchten darüber hinaus, dass ihnen ihre Nervosität oder Angst angesehen werden könnte, was ihre Angst oftmals noch weiter verstärkt. Die Angst vor der Bewertung durch andere intensiviert sich natürlich in ausgewiesenen Prüfungssituationen. Testophobie muss aber nicht zwangsläufig zum Prüfungsversagen führen, sondern kann auch das Gegenteil bewirken, da sich Prüfungsängstliche oftmals besonders gründlich auf Testsituationen vorbereiten. Allein in diesem speziellen Sonderfall könnte man also sagen: Ein wenig Phobie schadet nie.

Wissenswertes über Cocktails

Sommerzeit ist die Zeit der Cocktail-Rezepte. Denn wenn draußen tropische oder zumindest subtropische Temperaturen herrschen, dann nuckelt, nippt und schlürft man gerne an einem kühlen Longdrink und genießt die besten Cocktail-Rezepte. Woher der Begriff "Cocktail", der wörtlich übersetzt "Hahnenschwanz" bedeutet, stammt, ist umstritten. Soviel ist aber sicher: Einerseits muss ein Cocktail gut aussehen, das heißt von angenehmer Farbe sein und ansprechend serviert werden, in einem schicken Glas, dekoriert mit Früchten, Schirmchen und sonstigem Flitter. Andererseits muss das Ergebnis der Cocktail-Rezepte natürlich auch noch wunderbar schmecken. Was aber enthalten die bekanntesten Cocktails, die man sicher noch nicht alle probiert hat, und wer hat sie erfunden?


Bellini-Cocktail
Der elegante Bellini, für den man Prosecco, Sekt oder Champagner mit einem halben pürierten weißen Pfirsich und eventuell etwas Zuckersirup vermengt, stammt aus der Lagunenstadt Venedig. Es heißt, er sei dort zwischen 1931 und 1942 in der von Giuseppe Cipriani gegründeten "Harry's Bar" entstanden. Andere behaupten, man habe den Bellini-Cocktail 1938 anlässlich einer Ausstellung der Werke des venezianischen Renaissancemalers Giovanni Bellini kreiert.

Bloody Mary
Fernand Petoit kreierte 1912 in "Harry?s New York Bar" in Paris die erste Bloody Mary und exportierte eines der heute weltweit bekanntesten Cocktail-Rezepte. Die Zutaten für den Bloody Mary-Mix: 2 Teile Tomatensaft auf einen Teil Wodka, abgerundet je nach Geschmack mit Salz (bevorzugt Selleriesalz), Pfeffer, Zitrone, Tabascosauce und/oder Worcestersauce, zuerst getrunken in den 1930er Jahren in der "King Cole Bar" des New Yorker "St. Regis Hotels". Über den Ursprung des Namens für die Bloody Mary gibt es 2 verschiedene Vermutungen. Der einen zufolge, geht dieser auf die englische Königin Maria I. Tudor, eine Tochter Heinrich VIII., zurück; sie hatte aufgrund ihrer blutigen Protestantenverfolgung im 16. Jahrhundert diesen Beinamen von ihrer Halbschwester und Thron-Nachfolgerin Elisabeth I. erhalten. Die andere Version stammt von Petoit selbst. Danach soll einer seiner treuen Kunden den Namen vorgeschlagen haben, da der Drink diesen an den "Bucket of Blood Club" in Chicago erinnert habe und an ein Mädchen dort namens Mary. Der Kunde war kein geringerer als Ernest Hemingway, der die hochprozentige Bloody Mary seiner vierten Ehefrau Mary Welsh widmete.

Caipirinha / Mojito
Die Besonderheit des - auch hierzulande äußerst beliebten und oft schlicht Caipi genannten - Caipirinha besteht darin, dass der Fruchtsaft durch Zerstampfen der Limettenstücke im Trinkglas selbst erzeugt wird, die ganze Frucht im Getränk bleibt und der Drink im Glas mit Zucker, Eis und Cachaca (brasilianischer Zuckerrohrschnaps) komplettiert und umgerührt wird. Der Caipirinha (manchmal auch die Caipirinha genannt) sollte mit zwei kurzen dicken Trinkhalmen serviert werden, da bei dünnen langen die Gefahr der Verstopfung mit noch nicht ganz gelöstem Zucker besteht. Der Name der Caipi ist abgeleitet vom brasilianischen Wort "caipira", das "Landbewohner" oder auch abwertend "Hinterwäldler" bedeutet. Geschmacklich eng verwandt mit dem Caipirinha ist der Mojito. Er besteht allerdings aus hellem kubanischem Rum, Limettensaft, frischer Minze, Rohrzucker, Sodawasser sowie gestoßenem Eis und wurde zwischen 1910 und 1920 auf Kuba erfunden, wo ihm - Na, wer wohl? - Ernest Hemingway in einer seiner beiden Stamm-Bars eifrig zusprach.

Campari Orange / Wodka Orange (Screwdriver)
Diese beiden Longdrinks stellen eigentlich bloße Orangensaft-Spirituosen-Mischungen dar und sind daher einfach zuzubereiten, aber dennoch lecker. Der Campari Orange lässt sich dadurch veredeln, dass man erstens frisch gepressten O-Saft verwendet, und zweitens zunächst den (übrigens aus 60 verschiedenen Inhaltsstoffen - wie Rhabarber, Granatapfel, Ginseng, Zitrusöl, Orangenschalen und Chinin - bestehenden) knallroten Bitteraperitif und dann erst vorsichtig den gelben Saft ins Glas gießt. Auf diese Weise erzielt man nämlich eine wundervolle Farbabstufung von Goldgelb zu Orange-Rot (wie beim Tequila Sunrise). Wodka-O läuft in den USA durstige Kehlen als sogenannter Screwdriver hinunter. Dieser Name kommt angeblich von amerikanischen Ölarbeitern, welche ihren Drink mit einem Schraubendreher umzurühren pflegten.

Cuba Libre
Drei Eiswürfel in ein Longdrinkglas geben, eine Limette vierteln, über dem Glas ausdrücken, 4 cl kubanischen Rum eingießen, anschließend mit Cola auffüllen und bei Bedarf Limettenscheiben dazu geben: Fertig ist der Cuba Libre. Der revolutionäre Name des Cuba Libre kommt daher, dass nach Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges US-amerikanische Soldaten mit dieser Mischung auf die "Befreiung" Kubas anstießen ("Viva Cuba libre", zu dt.: "Es lebe das freie Kuba"). De facto bedeutete diese angebliche Befreiung allerdings eine Unterwerfung des vorher noch spanischen Kubas unter die USA. Aus diesem Grund wird das Getränk von vielen Exilkubanern auch Mentirita (spanisch für "kleine Lüge") genannt.

Cosmopolitan
Da Carry Bradshaw und ihre 3 ebenso ungezogenen wie gut angezogenen Freundinnen in der Kult-Fernsehserie "Sex and the City" den Cosmopolitan gerne zum Feierabend schlürften, erlebte der Cosmopolitan um die Jahrtausendwende einen enormen Bekanntheitsschub. Erfunden wurde der angenehm süße, rosafarbene und heutzutage aus Wodka (3cl), Cointreau (1cl), Limetten- (1cl) und Cranberrysaft (2cl) gemixte Drink jedoch bereits in den 1930er Jahren. Sein Name hat also nichts mit dem bekannten Modemagazin zu tun.


Daiquirí

Der Daiquirí ist ein tropischer, alkoholhaltiger Cocktail auf der Basis von Rum. Das Wort Daiquirí stammt aus dem Kubanischen und ist der Name einer Siedlung, die etwa 22 Kilometer von Santiago de Cuba entfernt liegt. Es existieren viele Variationen dieses Shortdrinks, dessen Originalrezept beinhalt allerdings lediglich 5 cl weißen kubanischen Rum, 2 cl Limettensaft und 0,5 cl Rohrzuckersirup. Die legendäre Schnapsdrossel Ernest Hemingway - Pate vieler anderen Cocktails - genoss den Daiquirí vorzugsweise in seiner Lieblingsvariante Papa Doble, mit doppelt Rum, Grapefruitsaft und Maraschino-Likör statt Zuckersirup.

Grasshopper
Der Grasshopper erfreut sich in den USA vor allem am Irischen Nationalfeiertag St. Patricks Day großer Beliebtheit. Denn der Grasshopper als After-Dinner-Cocktail ist, wie sein Name schon andeutet, grassgrün. Verantwortlich für die giftige Farbedes Grasshoppers und den charakteristischen Minzgeschmack sind drei Zentiliter Crème de Menthe, die mit der gleichen Menge Crème de Cacao und Sahne (bzw. Milch und Vanilleeiscreme) sowie zerstoßenem Eis in einem Shaker gemischt werden. Serviert wird der Grasshopper in einer Cocktailschale.

Kir / Kir Royal
Ein Hauptanbaugebiet der schwarze Johannisbeere, Grundlage des Cassis, ist die französische Côte d'Or. Félix Kir (1876-1968), der Bürgermeister von Dijon, machte das bei den Weinbauern in der Region beliebte Getränk Blanc-Cassis zum offiziellen Getränk der Region, das bei Empfängen im Rathaus ausgeschenkt und ab diesem Zeitpunkt zumeist nur noch Kir genannt wurde. Kir besteht aus Weißwein und Crème de Cassis. Gießt man diesen Johannisbeerlikör mit Champagner auf, dann spricht man von Kir Royal. Namensgeber Félix Kir avancierte später zum Alterspräsidenten der Französischen Nationalversammlung und war nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit Konrad Adenauer und Ludwig Erhard ein Mitbegründer der deutsch-französischen Freundschaft, wofür er mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Große Popularität erlangte der Kir Royal hierzulande in den 1980er Jahren durch Helmut Dietls gleichnamige TV-Serie, die die damalige Münchener Schickeria satirisch aufs Korn nimmt.

Long Island Iced Tea
Dieser Cocktail enthält, obwohl er genauso aussieht, keinen Eistee, sondern basiert vielmehr auf gleich mehreren hochprozentigen Spirituosen (Rum, Wodka, Gin, Tequila und Triple Sec/Cointreau!), die mit einem Gemisch aus Cola und Limetten- oder Orangensaft nur ein wenig gestreckt werden. Als Pseudo-Eistee stellt der Long Island Iced Tea also das perfekte Tarngetränk für alle dar, die sich beim Anschein vollkommener Unschuld vor aller Augen einmal so richtig einen hinter die Binde gießen möchten. Über die Entstehung des Long Island Iced Teas kursieren dementsprechend viele skurrile Gerüchte. Einem zufolge soll er von einer reichen, gelangweilten Hausfrau auf Long Island im US-Bundesstaat New York erfunden worden sein. Diese füllte beim heimlichen Griff in die Hausbar von jeder Flasche nur eine geringe Menge ins Glas, da ihr Mann davon nichts bemerken sollte. Den Drink füllte sie mit Cola auf, damit er wie Eistee aussah - und nicht wie die hochproztentige Mischung à la Long Island Iced Tea.

Mai Tai
"Mai Tai Roa Ae!" (zu Deutsch: "Nicht von dieser Welt!"), sollen seine beiden Freunde aus Tahiti begeistert ausgerufen haben, als ihnen der Barmann Victor Bergeron alias Trader Vic 1944 in San Francisco seine Cocktailinnovation kredenzte, die damit ihren Namen Mai Tai bekommen hatte. Dies ist allerdings nur eine der Legenden, die sich um den aus Jamaika Rum (der Marke Wray & Nephrew, 17 Jahre gelagert), Curaçao Orange, Orgeat (Mandelsirup mit Orangenblütenwasser), Zuckersirup und frisch gepresstem Limettensaft bestehenden Mai Tai ranken, der mittlerweile zu den erfolgreichsten Drinks der Welt zählt. Die Zutaten werden zusammen mit Eiswürfeln geschüttelt und in ein Glas mit zerstoßenem Eis abgeseiht. Und nicht vergessen beim Mai Tai: Zuletzt einen Minzezweig in die Mixtur geben!

Wer hat die Jeans erfunden?

Jeanshosen sind praktisch und sehen gut aus. Viele Menschen auf der ganzen Welt ziehen sie gerne an. Doch wer hat die Jeans eigentlich erfunden?

1873 wurde die Jeans zum ersten Mal verkauft

Levi Strauss nennt man auch den 'Vater der Jeans', weil er als erster diese Hosen verkauft hat. Das war im Jahr 1873.

Levi Strauss wanderte in die USA aus

Levi Strauss kam aus Buttenheim. Er wanderte aber als junger Mann in die USA aus. Ein paar Jahre später wurde im Westen der USA Gold gefunden. Aus Gold wird zum Beispiel teurer Schmuck hergestellt. Viele Menschen gingen daraufhin in den Westen der USA, denn sie wollten Gold finden und reich werden. Levi Strauss ging auch dorthin. Er begann, Geschäfte mit allem zu beliefern, was die Goldsucher jeden Tag brauchten. Dazu gehörten zum Beispiel Zahnbürsten und Knöpfe.

Nieten machen die Jeans besonders stabil

Im Jahr 1872 schlug ein Schneider namens Jacob Davis Levi Strauss vor, besondere Arbeitshosen für die Goldsucher zu nähen. Die Hosen der Goldsucher mussten viel aushalten. Jacob Davis dachte sich etwas Kluges aus: An den Stellen der Hosen, die besonders stabil sein mussten, nähte er spezielle Knöpfe auf den Stoff. Diese Knöpfe heißen Nieten. Sie sitzen zum Beispiel an den Enden der Hosentaschen. Die Nieten unterscheiden eine Jeans von anderen Hosen.

Die Goldsucher kauften die Hosen massenweise

Levi Strauss fand die Idee von Jacob Davis gut. Deshalb verkaufte er die Jeanshosen. Die Goldsucher fanden die Hosen auch klasse und kauften sie massenweise. Schon die erste Jeans sah fast genauso aus wie die Hosen, die wir heute noch tragen. Levi Strauss war schon vor der Erfindung der Jeans reich, aber mit den Hosen wurde er noch reicher. Die ersten Jeans waren alle aus blauem Stoff. Jeans in anderen Farben gibt es erst seit ungefähr 1960.

Seit wann gibt es heiraten?

Das Heiraten entstand vor etwa 5000 Jahren

Die Kirche ist mit Blumen wunderschön geschmückt. Die Braut trägt ein weißes Kleid. Die Glocken läuten, das Paar küsst sich vor dem Altar und fährt schließlich mit einer Kutsche zu einem rauschenden Fest. So ungefähr wünschen sich viele Kinder und Jugendliche in Deutschland ihre Hochzeit. Das haben Forscher vor einiger Zeit herausgefunden. Doch wie kommt es eigentlich, dass Menschen heiraten?

Seit 5000 Jahren wird geheiratet

Das Heiraten zu erforschen, ist nicht einfach. Denn die Forscher wissen vieles von früher nicht. Doch die Experten gehen davon aus, dass das Heiraten vor etwa 5000 Jahren entstanden ist. Vorher lebten die Menschen in Sippen mit vielen zusammen. Vermutlich besuchten sich Männer und Frauen dieser Gruppen untereinander. Die Kinder wuchsen dann nicht wie heute alleine mit Mama und Papa auf. Die Mütter schlossen sich zusammen, um die Kinder großzuziehen. In einigen Naturvölkern gibt es das noch immer.


Heiraten, um die Frauen zu kontrollieren

Die Ehe entstand, als Männer anfingen, über immer mehr Dinge zu bestimmen und Macht zu übernehmen. Damals war das Heiraten für die Männer eine gute Sache. Die Ehe brachte Frauen unter Kontrolle - die Männer hatten sie für sich alleine und wussten, dass sie ihre Kinder aufzogen. Lange Zeit heirateten die Menschen kaum aus Liebe. Die Hochzeiten wurden geplant und Frauen von ihren Eltern an einen Mann versprochen. Noch heute gibt es das in vielen Ländern.

Was ist EPO?

EPO, das steht für Erythropoietin, ist ein Eiweiß-Hormon, das der menschliche Körper durchaus selbst produzieren kann. EPO stellt der Organismus in der Niere her; das Hormon regt die Stammzellen des Knochenmarks dazu an, mehr Erythrozyten (= rote Blutkörperchen) zu bilden. Und diesen Effekt macht man sich beim Doping zunutze. Denn ein Plus an roten Blutkörperchen verbessert den Sauerstofftransport im Körper und damit die Ausdauerleistung.

Früher versuchten Sportler mittels Blutdoping (= durch Bluttransfusion) die Anzahl roter Blutkörperchen in die Höhe zu treiben. Seit das verboten ist, wird als Ersatz gentechnisch hergestelltes EPO verwendet, das schwer nachzuweisen ist. Auch CERA, eine veränderte Form von EPO, war schon im Gespräch, weil einige Radrennfahrer nach der Tour de France 2008 darauf positiv getestet wurden.

Wenn Sie also davon hören, dass Kontrolleure bestimmte Blutwerte analysieren (dazu gehört z. B. der Hämoglobinwert), dann wissen Sie, dass nach EPO oder einer Modifikation davon gefahndet wird.

Was ist eine Herkulesaufgabe?

Herkules, das ist der Held schlechthin. Er ist eine Gestalt aus der griechischen Mythologie und wurde schon im Altertum verehrt. Bei den Griechen hieß er Herakles, die Römer nannten ihn Herkules. Bekannt ist er für seine übernatürlichen Kräfte und für sein Beherrschen verschiedener Kampftechniken, aber auch für seine Zornesausbrüche.

Diese brachten ihm letztlich nicht nur Kummer ein, sondern auch Arbeit. Weil er im Wahnsinn sowohl seine Frau als auch seine Kinder getötet hatte, musste er sich in den Dienst des Königs Eurystheus stellen. Nur so würde er laut des Orakels in Delphi seine Schuld aufheben können. Und dieser König stellte den starken Helden vor zwölf schier unlösbare Aufgaben. Daraus leitet sich die Redewendung „Herkulesaufgabe“ ab. Denn irgendwie schaffte es Herkules, alle Aufgaben zu bewältigen, nicht nur mit seiner Kraft, sondern auch mit Köpfchen.

So steht denn auch die Koalition vor einer riesigen Aufgabe, die übermenschliche Kräfte erfordert. Sie muss zwar weder den nemeischen Löwen besiegen noch den Stall des Augeias innerhalb eines Tages ausmisten. Dafür hat sie andere Unwägbarkeiten aus dem Weg zu räumen und ein riesiges Finanzloch zu schließen.

Bundestag und Bundesrat

Am 7. September 1949 traten die beiden Verfassungsorgane der noch jungen Bundesrepublik Deutschland Bundestag und Bundesrat erstmals zusammen. Indem die Vorsitzenden der jeweiligen Institutionen bestimmt wurden, nahmen sie ihre Arbeit auf und waren somit konstituiert. Dies war ein weiterer Schritt Deutschlands auf dem Weg zur völligen Souveränität

Worin unterscheiden sich Bundestag und Bundesrat?

Es mag zunächst verwundern, dass es in Deutschland zwei verschiedene Einrichtungen gibt, die die Legislative, also die Gesetzgebung, regeln. Doch die Väter der deutschen Verfassung haben sich durchaus etwas dabei gedacht. Man wollte nämlich die Gesetzgebung auf mehrere Ebenen verteilen. Im Bundestag sitzen die vom Volk direkt gewählten Abgeordneten der Parteien. Sie arbeiten die Gesetzesentwürfe aus und stimmen darüber ab. Damit aber die einzelnen Bundesländer Deutschlands auch ein Mitspracherecht haben, wurde der Bundesrat geschaffen. Dieser setzt sich aus Gesandten der Bundesländer zusammen. Je mehr Einwohner ein Land hat, umso mehr Gesandte hat es im Bundesrat. Damit ein Gesetz wirksam wird, muss es der Bundesrat absegnen. Er kann jedoch auch gegen dieses Gesetz stimmen. Somit haben auch die Länder eine Möglichkeit, in die Legislative einzugreifen.

Was bedeutet Konstituierung?

Der Begriff Konstituierung bedeutet im Grunde Feststellung oder Errichtung. Im Zusammenhang mit einem Verfassungsorgan geht es darum, dass die Mitglieder einer Institution zum erstem Mal zusammentreffen und ihren Vorsitzenden bestimmen, um dann die Arbeit aufnehmen zu können. Die erste Sitzung wird zunächst vom ältesten Mitglied geleitet, ehe der Vorsitzende durch Mehrheitsentscheid gewählt ist. Mit der Wahl des Vorsitzenden ist ein Verfassungsorgan konstituiert.

Der erste Bundestag

Am 14. August 1949 fand die Wahl zum ersten Deutschen Bundestag statt. Dies war die erste freie Wahl für die Deutschen seit 1932. Insgesamt zogen 421 Abgeordnete aus zehn Parteien in den Bundestag ein. Stärkste Partei war mit 31,0 Prozent die CDU. Innerhalb von 30 Tagen musste nun das Parlament zusammentreffen. Dies geschah schließlich am 7. September 1949 und Erich Köhler wurde zum Bundestagspräsidenten gewählt. Mit der Wahl von Erich Köhler zum ersten Bundestagspräsidenten war der Bundestag konstituiert.

Der erste Bundesrat

Die Regierungen der Bundesländer bestanden schon seit 1947, weshalb nicht extra noch einmal Wahlen abgehalten werden mussten. Die Landesparlamente schickten einfach ihre Gesandten in die damalige Hauptstadt Bonn, wo der erste Bundesrat ebenfalls am 7. September zusammen kam. Als Ministerpräsident des Landes mit den meisten Einwohnern (Nordrhein-Westfalen) wurde Karl Arnold zum ersten Bundesratspräsidenten bestimmt.


Die Arbeit ruft
Schon kurz nach der Konstituierung der beiden Organe standen die ersten wichtigen Aufgaben an. Am 12. September wurde Theodor Heuss von der Bundesversammlung (Bundestag und Gesandte aus den Ländern) zum Bundespräsident und damit zum Staatsoberhaupt Deutschlands gewählt. Drei Tage später, am 15. September wählte der Bundestag Konrad Adenauer zum ersten Bundeskanzler, der daraufhin seine Regierung bildete. Die gesetzgebenden Organe der noch jungen Bundesrepublik sahen sich in den ersten Jahren vor allem mit den Problemen der Nachkriegszeit konfrontiert. Eine der obersten Vorsätze war, das Land nach dem Krieg wieder auf Kurs zu bringen, was ja letztendlich auch gelang.