Woher kommt der Winter-Blues?

Schuld an der gedrückten Stimmung ist das wenige natürliche Licht, das wir im Winter abbekommen, da die Tage bereits ab September immer kürzer werden. Das bringt die Stimmungsmacher im Gehirn aus dem Gleichgewicht: Statt des Glücksbotenstoffes Serotonin produziert die sogenannte Zirbeldrüse im Zwischenhirn schon am Tag das müde machende Schlafhormon Melatonin.

3.000 bis 4.000 Lux Lichtintensität täglich sind notwendig, um das seelische Gleichgewicht zu halten. Lux ist die Einheit, in der die Beleuchtungsstärke gemessen wird; das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Licht“. Im Sommer fangen wir etwa 100.000 Lux auf, im Winter sind es im Freien nur noch 1.500 oder 500 in der Wohnung. Fotorezeptoren in der Augennetzhaut fangen das Licht ein und leiten es an die Zirbeldrüse weiter. Reicht das natürliche Licht nicht aus, sagt sich der Organismus also: Es ist dunkel, du kannst schlafen gehen. Kunstlicht hat übrigens denselben Effekt. Lediglich spezielle Vollspektrum-Lampen, die natürliches Licht nachbilden, können den Tag wieder erhellen – das nennt sich Lichttherapie.

Gegen depressive Verstimmungen können auch Arzneimittel mit Johanniskraut-Extrakten helfen. „Johanniskraut-Extrakte sind eine wichtige Behandlungsoption gegen Depressionen - aber nur, wenn sie ausreichend hoch dosiert werden. Die meisten freiverkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel mit Johanniskraut sind hingegen unterdosiert und damit wirkungslos“, so Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Pro Tag sollten mindestens 600 bis 900 Milligramm eines standardisierten Johanniskraut-Extrakts eingenommen werden. Dafür gibt es entsprechende rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke. Ihre Wirkung setzt allerdings erst nach etwa ein bis zwei Wochen ein. Vorsicht: Wer Johanniskraut einnimmt und darüber hinaus weitere Medikamente, sollte mit dem Apotheker über Wechselwirkungen sprechen. Johanniskraut-Extrakte können die Wirkung anderer Medikamente verändern, zum Beispiel bei der Antibabypille, Gerinnungshemmern oder HIV-Medikamenten. (Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände)

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