Warum heißt es „zwischen den Jahren“?

Immer wieder sprechen wir von der Zeit „zwischen den Jahren“, die es eigentlich nicht geben kann: Am 31. Dezember hört das alte Jahr auf und ein neues beginnt sofort am 1. Januar – ohne Zwischen-Zeit. Aber: Es gab sie tatsächlich, die Tage zwischen den Jahren. Genau genommen war dies die Phase zwischen verschiedenen Jahresbeginnen. Denn erst vor rund 400 Jahren setzte sich der 1. Januar als Jahresanfang durch. Der römische Feldherr Julius Cäsar (100–44 v. Chr.) hatte seinerzeit schon einmal bestimmt, dass der Jahreswechsel von Dezember auf Januar stattfinden soll.

Mit der Entstehung des Christentums änderte sich jedoch der 1. Tag des neuen Jahres: Je nach Region und Zeitalter feierten ihn die Menschen am 25. März, in der Osternacht, am 1. September, am 25. Dezember oder am 6. Januar. Letzterer war in Europa als Jahresbeginn weit verbreitet. Der 6. Januar ist der Tag der Erscheinung des Herrn, an dem Gläubige früher auch der Geburt Christi gedachten. Als Zeit „zwischen den Jahren“ bildeten sich die Tage zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar heraus. Im Jahr 1691 legte Papst Innozenz XII. dann den Neujahrstag offiziell auf den 1. Januar.

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