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Das Wasser - eine knappe Ressource

Wasser wird immer knapper. Obwohl etwa 72 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, eignet sich nur 0,3 Prozent davon als Trinkwasser. Deshalb müssen die weltweiten Vorräte sinnvoll genutzt werden. Wusstest du, dass für ein einziges Paar Rindsleder-Schuhe 8000 Liter Wasser verbraucht werden? In einem DIN-A4-Blatt stecken zehn Liter und in einem Mikrochip 32 Liter. Die Themen rund um den sinnvollen Einsatz von Wasser reichen vom Klimawandel bis zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen unserer Gegenwart.


Wasser ist lebensnotwendig
Wasser ist für den menschlichen Organismus lebensnotwendig. Unser menschlicher Körper besteht zu 50 bis 80 Prozent aus Wasser - je jünger der Mensch desto höher der Wasseranteil. Innerhalb von 24 Stunden durchströmen beispielsweise 1400 Liter Wasser das Gehirn. Bei der Niere sind es im selben Zeitraum sogar 2000 Liter. Ohne Wasser kann ein Mensch nur etwa vier Tage überleben. Wir können sogar wesentlich länger ohne feste Nahrung auskommen als ohne Getränke. Deshalb müssen wir täglich regelmäßig Flüssigkeit zu uns nehmen, um nicht auszutrocknen.

Trinkwasser ist knapp
Aber auch ganze Staaten und Gesellschaften sind beeinträchtigt, wenn sie nicht genug Wasser haben. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts fehlt etwa 1,1 Milliarden Menschen – das ist ein Sechstel der Weltbevölkerung – der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Etwa 30 Prozent aller Menschen leiden unter Wasserknappheit. Experten hatten noch vor wenigen Jahren prophezeit, dass das erst um 2025 passieren würde. In Afrika wird sich der Trinkwasserbedarf bis zum Jahr 2025 verdoppeln, in Südostasien vervierfachen und in China sogar verfünffachen. Allein in Asien, wo rund 60 Prozent der Weltbevölkerung leben und die Wirtschaft besonders stark wächst, sank die pro Kopf verfügbare Wassermenge seit den 50er Jahren um zwei Drittel.

Wasser gegen Armut
Nur 2,5 Prozent des Wassers auf der Erde ist Süßwasser und die Reserven sind sehr ungleichmäßig über die Erde verteilt. So rinnt das Wasser in Deutschland einfach aus dem Wasserhahn - noch dazu in Trinkwasserqualität. Das ist aus Sicht eines Drittels der Weltbevölkerung ein unermesslicher Luxus. Die Studie "Umfassende Einschätzung des Wassermanagements der Welt", die 2006 auf der Weltwasserwoche in Stockholm vorgestellt wurde, zeigt auf, dass der verlässliche Zugang zu sicherem und billigem Wasser der wichtigste Faktor sei, um die Armut der Landbevölkerung zu bekämpfen.

Zum Tode verurteilt
In Afrika sterben jedes Jahr fünf Millionen Menschen, die Mehrzahl davon Kinder, als Folge der schlechten Wasserversorgung. 80 Prozent der Krankheitsfälle in den Entwicklungsländern werden auf verseuchtes Wasser zurückgeführt. Menschen, die an Wassermangel leiden, leben entweder in Gebieten, in denen Wasservorräte zu intensiv verbraucht werden und der Grundwasserspiegel dadurch absinkt, oder in Gegenden, in denen es keinen Zugang zu Trinkwasser gibt, weil Infrastruktur fehlt. Unter dem Begriff Infrastruktur versteht man zum Beispiel Straßen, Wasserleitungen oder Kanalisationssysteme. Wer neue Infrastruktur schafft, muss aber auch auf die Balance achten: Wenn der Verbrauch zum Beispiel durch Bewässerung im Ackerbau ansteigt, könnten dadurch die Grundwasserspiegel fallen und landwirtschaftliche Flächen dadurch veröden - die Folge wäre steigende Armut, also das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war.

Wasservorräte schwinden
Weltweit nehmen die Vorräte an Frischwasser und die Wasserqualität ab. Ursachen hierfür sind: der ständige Bevölkerungszuwachs, das Abholzen von Wäldern, der Bergbau und falsche Formen der Landwirtschaft. Für ein Kilogramm Steak werden bis zu 14.000 Liter benötigt - denn Rinder trinken Wasser und fressen viel Gras, das zum Wachsen auch Wasser braucht. Wenn du einen Hamburger isst, "trinkst" du gleichzeitig 2400 Liter Wasser. Dazu kommen der Missbrauch von Flüssen als offene Abwasserkanäle und die Belastung und Vergiftung des Grundwassers mit Pestiziden und Düngemitteln sowie die ständig steigende Verschmutzung der Weltmeere. Im Westen der USA und den Ländern nördlich des Mittelmeeres ist schon jetzt die Hälfte der Seen überdüngt und als Trinkwasserreservoir kaum noch zu gebrauchen. So wird das Trinkwasser auf der Welt immer knapper. Süßwasser ist also nicht automatisch auch Trinkwasser.

Das Sterben der Gletscher
Bisher konnten die Gebirge die Hälfte aller Erdbewohner mit Süßwasser versorgen. Aber der Klimawandel gefährdet die Ökosysteme der Berge. Doch nicht nur die schmelzenden Gletscher bedrohen die Gebirge: Auch abgeholzte Wälder und nicht nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden gefährden diese Quellen.

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