Direkt zum Hauptbereich

Weihnachten in Amerika

Weihnachten in Amerika
von Kai Hirschmann


In Amerika wird das Weihnachtsfest am 25. Dezember gefeiert. In den USA und Kanada geht es dabei ziemlich modern zu - und alle Kinder hoffen wie bei uns auf tolle Geschenke von Santa Claus. In Lateinamerika ist das ganz anders. Dort geht es den Menschen vor allem um das gemeinsame Feiern der Geburt Jesu. Alle freuen sich vor allem auf ein leckeres Festmahl.

In den USA ist Weihnachten eine ganz große Sache - bunt und laut. Das liegt sicher auch daran, dass viele Amerikaner sehr gläubige Christen sind. Und das soll auch jeder sehen. Also dekorieren sie ihre ganzen Häuser mit bunten Lichterketten und stellen riesige Figuren vom Weihnachtsmann, seinen Rentieren in ihren Vorgarten. Die Geschäfte machen zu Xmas das Geschäft des Jahres. Sie haben riesige Weihnachtsabteilungen eingerichtet. Auch Hollywood dreht jedes Jahr spezielle Weihnachtsfilme, da die Amerikaner im Advent öfter ins Kino gehen.

Santa Claus bringt den amerikanischen Kindern übrigens erst am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages Geschenke. Dafür fährt er mit seiner Kutsche, die von Rentieren gezogen wird, vom Nordpol aus durchs Land. Die Kinder haben am Vorabend festlich verzierte Strümpfe an den Kaminen aufgehängt, die Santa Claus in der Nacht mit Geschenken füllt. Dass Santa Claus heute meistens rot-weiß gekleidet ist, liegt an einer erfolgreichen Werbekampagne von Coca-Cola. Vor dieser Werbekampagne war Santa meist braun gekleidet.

Argentinien: Feuerwerk - und langes Warten auf die Geschenke
Auch in Argentinien werden die Häuser zu Weihnachten geschmückt - aber statt Lichterketten vor allem mit roten Girlanden. Im katholischen Argentinien gibt es in vielen Familien nach dem Gottesdienstbesuch ein festliches Abendessen mit der ganzen Verwandtschaft. Anschließend spielen alle zusammen ein paar Spiele - und manchmal wird dann auch Tango getanzt. Um Mitternacht stoßen alle bei einem bunten Feuerwerk auf eine frohe Weihnacht an. Erst spät in der Nacht packen die Kinder ihre Geschenke aus und gehen dann glücklich ins Bett.

Mexiko: In der Kirche regnet es Süßigkeiten
Das ganze Weihnachtsfest ist in Mexiko bunt und turbulent.
Vom 16. bis 24. Dezember ziehen immer wieder farbenfrohe Umzüge, die "Psadas", durch die Straßen der Städte. Damit wird daran erinnert, dass sich Maria und Josef vor der Geburt des Christuskindes auf die beschwerliche Suche nach einer Herberge machen mussten - und am Ende nur mit viel Mühe in einem Stall unterkamen.

Am Weihnachtstag gehen dann alle mexikanischen Familien in den Gottesdienst und lauschen der Frohen Botschaft. Nach der Messe werden dann neun bunte Tongefäße, die "Piñatas", an Seilen von der Kirchendecke herabgelassen. Nun dürfen erst die Kinder, dann die Jugendlichen und später auch die Erwachsenen versuchen, die Tongefäße mit verbundenen Augen zu zerschlagen. Wer es schafft, auf den regnen Früchte und Süßigkeiten herab, die er alle aufessen darf.

Ecuador: Weihnachtsfeier mit Lamas unter freiem Himmel
Die Indios in Ecuador feiern das Weihnachtsfest oft zusammen auf dem Anwesen ihrer Arbeitgeber. Sie ziehen mit ihren Familien von ihren Hütten in den Bergen auf Lamas ins Tal. Dort beten sie erst für ihren Arbeitgeber, einen reichen Bauern, dem das Land gehört, auf dem sie täglich arbeiten. Dafür richtet der dann ein großes Fest mit einem tollen Festmahl für alle unter freiem Himmel aus. Für die armen Kinder ist das ein tolles Geschenk, denn so tolles Essen gibt es sonst nie.

Kuba: die Heilige Nacht
Auf Kuba ist Weihnachten ein Fest, an dem die Familie zusammenkommt und gemeinsam feiert. Es gibt ein Festessen - etwas ganz Besonderes für die armen Kubaner. Als Höhepunkt gehen alle gemeinsam um Mitternacht zum Gottesdienst. Geschenke gibt es an Weihnachten keine. Das wird am 6. Januar, den Dreikönigstag, nachgeholt. Damit wird daran erinnert, dass auch das kleine Jesuskind an diesem Tag von den Weisen aus dem Morgenland reich beschenkt wurde.

Kommentare

  1. Ich habe Weihnachten auch mal in Mexico verbracht - es ist wirklich ein Riesenunterschied zu dem ganzen Konsum- und Kitschterror, der in den USA & Co. stattfindet!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Woher stammt der Lebkuchen?

Lebkuchen, so wie wir sie heute kennen, wurden zum ersten Mal im Jahr 1296 in einem Ulmer Kloster schriftlich erwähnt. Andere Quellen nennen das belgische Städtchen Dinant, von dem aus die Grundidee zu den bekannten Printen ins nahegelegene Aachen wanderte. Wegen der damals noch seltenen und teuren Gewürze verbreiteten sich die Pfefferkuchen vor allem über die damals größten und wichtigsten Handelsstädte: Nürnberg, Augsburg, Ulm, Köln und Basel sind Ort mit lang zurückreichender Lebkuchentradition.

Der Name "Lebkuchen" hat vermutlich nichts mit Leben zu tun, sondern geht entweder auf das lateinische Wort "libum" (Fladen, Opferkuchen) oder den germanischen Begriff "Laib" zurück. Der Lebkuchen wurde das ganze Jahr über verzehrt. Beliebt war er vor allem, weil er sich lange lagern ließ. In Klöstern wurden große Vorräte für Notzeiten und als Spenden für Arme angelegt. In der Fastenzeit war der Lebkuchen sehr beliebt und wurde mit starkem Bier verzehrt.
Pfeffe…

Was sind die Wahlgrundsätze?

In Art. 38 Abs. 1 des Grundgesetzes steht: „Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt.“

Allgemein bedeutet: Es darf grundsätzlich jeder wählen gehen, der deutscher Staatsbürger ist und das achtzehnte Lebensjahr bis zum Wahltag vollendet hat – unabhängig von seinem Geschlecht, seiner Religion, seines Berufes oder sonstiger Kriterien.

Unmittelbar bedeutet: Wir wählen unsere Abgeordneten direkt und nicht über eine zwischengeschaltete Instanz, wie es zum Beispiel die Wahlmänner in den USA sind.

Frei bedeutet: Jeder hat das Recht selbst zu entscheiden, welche Partei oder Kandidaten er oder sie wählt. Deshalb darf niemand Drittes die Wähler/innen unter Druck setzen oder in ihrer Entscheidung beeinflussen.

Gleich bedeutet: Jede gültige Stimme hat das gleiche Gewicht, egal von wem sie abgegeben wurde. Bestimmte Stimmen anders zu gewichten aufgrund von irgendwelchen Kriterien wäre unzulässig. Einzige Ausnahme: Wer se…

Wer hat die Jeans erfunden?

Jeanshosen sind praktisch und sehen gut aus. Viele Menschen auf der ganzen Welt ziehen sie gerne an. Doch wer hat die Jeans eigentlich erfunden?
1873 wurde die Jeans zum ersten Mal verkauftLevi Strauss nennt man auch den 'Vater der Jeans', weil er als erster diese Hosen verkauft hat. Das war im Jahr 1873.

Levi Strauss wanderte in die USA ausLevi Strauss kam aus Buttenheim. Er wanderte aber als junger Mann in die USA aus. Ein paar Jahre später wurde im Westen der USA Gold gefunden. Aus Gold wird zum Beispiel teurer Schmuck hergestellt. Viele Menschen gingen daraufhin in den Westen der USA, denn sie wollten Gold finden und reich werden. Levi Strauss ging auch dorthin. Er begann, Geschäfte mit allem zu beliefern, was die Goldsucher jeden Tag brauchten. Dazu gehörten zum Beispiel Zahnbürsten und Knöpfe.

Nieten machen die Jeans besonders stabilIm Jahr 1872 schlug ein Schneider namens Jacob Davis Levi Strauss vor, besondere Arbeitshosen für die Goldsucher zu nähen. Die Hosen der Golds…