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Warum legen wir beim Beten die Hände zusammen?

Die frühen Christen beteten keineswegs so wie wir: Sie hielten die Arme weit weg vom Körper und die Handflächen gen Himmel. Damit wollten sie sich einerseits Gott öffnen, andererseits den leidenden Jesus am Kreuz nachahmen. Warum beten wir heute ganz anders, nämlich mit zusammengelegten Händen?

Unser heutiges Beten entstammt einem ganz weltlichen Ritual: Im Mittelalter, genauer im 11. Jh., waren es die Vasallen und Knappen, die ihrem Ritter oder Lehnsherren auf den Knien und mit vor dem Herzen zusammengefalteten Händen ewige Treue und Hingabe schworen. Diese Geste setzte sich im 13. Jh. unter Papst Gregor IX. auch als Gebetshaltung in der Kirche durch – vor allem, weil die Mönche vom mächtigen Franziskanerorden in ihren Messen dazu übergingen. Mit Hilfe der gefalteten Hände wollten sie ihre Konzentration und innere Sammlung steigern.
Achtung, Etikette!

Offiziell „richtig“ beten Sie zwar mit zusammengelegten Händen, aber nicht mit verschlungenen Fingern! Das Kreuzen der Finger gehört nicht zur kirchlichen Liturgie, sondern nur zum persönlichen Gebet. Denn es entstammt der heidnischen Antike: Für die Heiden waren gekreuzte Finger eine Schutzhaltung gegenüber Dämonen und anderem Unheil.

Das Beten mit zusammengelegten Händen ist auch in anderen Religionen üblich, z. B. im Hinduismus. Das legt den Schluss nahe, dass die Geste eine universelle Bedeutung hat: Wer die Hände beisammenhält, zeigt, dass er keine Waffe trägt und nichts Böses im Schilde führt – und dass er sich ohne Wenn und Aber dem göttlichen Willen unterwirft.

Kommentare

  1. da muss ich doch glatt mal den Pfarrer nächstes Mal in der Kirche beobachten, wie er seine Hände zum beten legt...

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  2. Rückbindung = "Im Saatbett beten" tauschen,austauschen, gilt für alle!

    Sachdienliche Begründung:
    Vor Ritus war Ackerbau.
    Evolutionare Vorstufe von Reis (Jes. 11,1) ist Rufnipol (Gras), in Indien als Dünger für Reis verwendet. In der Bagavad Gita (Hinduismus) ist überliefert,dass ein Grashalm als Opfer genügt. Jurisprudenz: Unschuldsvermutung (in dubio pro reo)
    Reis überlebt Überschwemmung länger wie Gerste. Er ging von Indien ans Mittelmeer, war im 1 Jh. am Niederrhein.
    Mensch kann auch singen: Rufnipol, Reis (Jes. 11,1) Salbung, somit Lithium, Lipid, Arabidopsis (dient Gärung, Verdauung) wirkt.:-)
    Lipid, u. a. auch als Talg bezeichnet, ist nicht nur im Reis, sondern auchin Rindern und Hammeln.
    Lipid = Frucht/Käseschmiere, ab 19ter Schwangerschaftswoche, beim Ungeborenen.
    Reis ging von Indien in Mittelmeerraum, kam 1 Jh. an den Niederrhein. Lithim wirkt im ZNS wie eine Art Zünder, wird auch als Medikament eingesetzt, bei Menschen mit biopolaren Störungen. Manisch-Depressiv.
    Ohne Lithium fährt kein Elektroauto.
    Im Kosmos war im Anfang (nicht Anfangsmoment) Lithium, Wasserstoff, Helium, bzw. Metalle, Gase.
    Das Lithium heute,ist aber nicht mehr das,was war.
    Kosmos = "Lehre der Welt", ist erst seit 18te.Jh. bekannt, Höhe, Tiefe, Breite, Grenze, unbekannt. Ausdehnung ist mit Lichtgeschwindigkeit.

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