Was hat der Wiener Opernball mit Fasching zu tun?

Die 5. Jahreszeit, das ist in Wien die Ballsaison. Ihr Höhepunkt, der Wiener Opernball, findet zu Beginn der heißen Phase des Faschings statt: am „schmutzigen Donnerstag“ – dem ersten Tag des 6-tägigen Narren-Endspurts vor Aschermittwoch.
Seinen Ursprung hat der Opernball in den großen Tanzfesten, die die Herren des Wiener Kongresses 1814–1815 in der Donaustadt feierten. Sie waren über mehrere Monate zusammengetreten, um Europa nach der Niederlage des napoleonischen Frankreichs neu zu ordnen. Ihre Gastgeber, allen voran Kaiser Franz I. von Österreich, wollten ihnen den Aufenthalt etwas vergnüglicher bereiten. Deshalb organisierten sie unter anderem legendäre Bälle.

Bis aber der erste echte so genannte „Wiener Opernball“ stattfand, verging noch mehr als ein Jahrhundert. Doch die Ballkultur hatte Wien schon längst ergriffen. Künstler luden an verschiedenen Orten zum Tanz ein, erstmals 1877 im Kaiserlichen Opernhaus. Die Bälle hatten Tradition, nur zu Kriegszeiten oder wenn die Sicherheit der Gäste es erforderte, fielen sie aus. Und ab Januar 1935 hieß das bedeutendste aller Tanzfeste schließlich „Wiener Opernball“.

Feinste Garderobe
Festliche Kleidung gehört zwingend zur Wiener Ballkultur. Das heißt auf dem Opernball für die Herren Frackzwang ohne Ausnahme, weiße Handschuhe und schwarze Lackschuhe. Für die Damen: großes Ballkleid und passende Accessoires. Für diejenigen Mädchen, die mit den befrackten Jungherren zum Zeichen des Erwachsenwerdens debütieren (= zum 1. Mal mit dabei sind), heißt das: schneeweißes Ballkleid ohne Reifrock, lange weiße Handschuhe, vorne geschlossene Schuhe, Krönchen im Haar und Blumensträußchen in der rechten Hand. Das „Debüt geben“ ist ein aus der Monarchie übernommenes Zeremoniell. Ca. eine Minute lang tanzen die 180 Paare aus dem In- und Ausland den Linkswalzer, mit dem sie den Ball eröffnen.
Danach dürfen unter dem Kommando „Alles Walzer“ endlich alle Anwesenden das Tanzbein schwingen. Das Parkett ist damit freigegeben. Die zwei Start-Worte gehen zurück auf den österreichischen Komponisten Johann Strauß (1804–1849) und seinen gleichnamigen Sohn, den Walzerkönig (1825–1899).

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