Direkt zum Hauptbereich

Wie funktioniert eine Dialyse?

Wenn die Nieren versagen, muss man mit einer Dialyse behandelt werden. Vor 100 Jahren wurde der Erfinder der künstlichen Niere, Willem Johan Kolff geboren. Er behandelte als erster erfolgreich eine Patientin mit Dialyse. Doch wie funktioniert das Verfahren?
Wofür braucht man Nieren?

Die Niere ist ein Organ, das doppelt in unserem Körper vorkommt. Die beiden Nieren liegen auf Höhe der Lendengegend beiderseits der Wirbelsäule, sind zirka zehn Zentimeter lang und bohnenförmig. Sie übernehmen wichtige Funktionen bei der Reinigung des Blutes und sind dafür auch mit dem Blutkreislauf verbunden.

Im Blut werden nicht nur Nährstoffe transportiert, sondern es sind darin auch Produkte des Stoffwechsels enthalten, die für den Körper giftig sind. Die Niere ist dafür zuständig, solche Stoffe aus dem Blut zu filtern. Daraus bildet sie den Harn, welcher mit dem Urin aus dem Körper befördert wird. Die Niere ist ein lebenswichtiges Organ, ohne das man sterben würde.
Wer war Willem Johan Kolff?

Am 14. Februar 1911 - vor 100 Jahren - wurde Willem Johan Kolff in Leiden in den Niederlanden geboren. Er studierte Medizin und war bis 1940 Assistent an der Universität Gröningen, wo er zum ersten Mal Laborversuche mit Dialyseverfahren durchführte. Dialyse ist griechisch und bedeutet übersetzt "Auflösung". Während des Zweiten Weltkriegs war Kolff Internist im Krankenhaus von Kampen, wo er sich intensiver dieser Behandlungstechnik widmete.
Die Trommelniere

Schon in den zwanziger Jahren hatte es erste Behandlungsversuche mit Dialyse gegeben, allerdings mit wenig Erfolg. 1942 ließ Kolff ein Gerät anfertigen, das er Trommelniere nannte. Es war eine Trommel aus Holz, die mit einem Cellophanschlauch umwickelt war, und sich in einer Dialyselösung drehte.

Durch den Schlauch wird das Blut des Patienten geleitet. Das Cellophan ist halbdurchlässig, das heißt, kleine Moleküle (vor allem Harnstoffe) können durch extrem feine Poren die Membran durchdringen. Sie werden dann von der Dialyselösung aufgefangen und das Blut so gereinigt. Das Prinzip von Kolffs Trommelniere wird auch heute bei Dialysen angewandt.
Gefährliche Behandlung

Von den ersten 16 Patienten, die Kolff mit seiner Trommelniere behandelte, verstarben 15. Erst 1945 gelang ihm eine erfolgreiche Dialyse bei der 67-jährigen Sophia Schafstadt. Sie gilt als erster Mensch, dem durch eine Dialysebehandlung das Leben gerettet wurde. Allerdings war Kolffs Trommelniere unausgereift und die Behandlung bot nur geringe Erfolgschancen.

Erst mit der Überarbeitung der Entwürfe durch Ärzte eines Krankenhauses in Boston in den USA machte Kolffs Dialyseapparat auch für Kliniken einsetzbar.
Dialyse rettet täglich Leben

Heute ist die Dialyse die Standardbehandlung für Menschen die an akutem Nierenversagen leiden. Menschen, bei denen die Nieren dauerhaft nicht oder nur ungenügend funktionieren, müssen alle paar Tage eine Dialyse durchführen lassen. Die Therapie reinigt das Blut, wenn der eigene Körper dazu nicht mehr in der Lage ist.

Natürlich sind die heutigen Dialysegeräte sehr viel weiter entwickelt als die Trommelniere. Doch Willem Johan Kolff legte mit seinem Entwurf den Grundstein. Die Dialyse rettet mittlerweile jeden Tag unzählige Menschenleben auf der ganzen Welt.

Quelle: t-online.de

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Was sind die Wahlgrundsätze?

In Art. 38 Abs. 1 des Grundgesetzes steht: „Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt.“

Allgemein bedeutet: Es darf grundsätzlich jeder wählen gehen, der deutscher Staatsbürger ist und das achtzehnte Lebensjahr bis zum Wahltag vollendet hat – unabhängig von seinem Geschlecht, seiner Religion, seines Berufes oder sonstiger Kriterien.

Unmittelbar bedeutet: Wir wählen unsere Abgeordneten direkt und nicht über eine zwischengeschaltete Instanz, wie es zum Beispiel die Wahlmänner in den USA sind.

Frei bedeutet: Jeder hat das Recht selbst zu entscheiden, welche Partei oder Kandidaten er oder sie wählt. Deshalb darf niemand Drittes die Wähler/innen unter Druck setzen oder in ihrer Entscheidung beeinflussen.

Gleich bedeutet: Jede gültige Stimme hat das gleiche Gewicht, egal von wem sie abgegeben wurde. Bestimmte Stimmen anders zu gewichten aufgrund von irgendwelchen Kriterien wäre unzulässig. Einzige Ausnahme: Wer se…

Warum sind Hundenasen feucht?

Egal, ob groß oder klein: Hunde schnüffeln. Sie schnüffeln an Bäumen, am Boden, draußen und im Haus. Ihre Nase ist überall. Und wenn sie uns mit der Nase anstupsen, merken wir: Sie ist kalt und nass. Aber warum sind Hundenasen eigentlich feucht?


Hunde können besser riechen
Mit der feuchten Nase können Hunde besonders gut riechen. Hunde haben 17 bis 30 Mal so viel Riechschleimhaut in der Nase wie Menschen. In der sitzen Riechzellen, die den Geruch wahrnehmen. Hunde können schon einzelne Teilchen von unserem Körperschweiß riechen, die wir noch gar nicht wahrnehmen können. Darum kann man sie auch so gut einsetzen, um Menschen zu finden, die zum Beispiel von Schneelawinen verschüttet wurden.


In der Feuchtigkeit riecht man besser
Die feuchte Nase hilft, dass alle Teilchen, die duften, auch bei den weit hinten liegenden Riechzellen ankommen. Denn dabei kann man besser riechen, als wenn alles trocken ist. Außerdem atmet der Hund, wenn er schnüffelt, viel schneller und atmet mehr Luft ein als wir…

Wer hat die Jeans erfunden?

Jeanshosen sind praktisch und sehen gut aus. Viele Menschen auf der ganzen Welt ziehen sie gerne an. Doch wer hat die Jeans eigentlich erfunden?
1873 wurde die Jeans zum ersten Mal verkauftLevi Strauss nennt man auch den 'Vater der Jeans', weil er als erster diese Hosen verkauft hat. Das war im Jahr 1873.

Levi Strauss wanderte in die USA ausLevi Strauss kam aus Buttenheim. Er wanderte aber als junger Mann in die USA aus. Ein paar Jahre später wurde im Westen der USA Gold gefunden. Aus Gold wird zum Beispiel teurer Schmuck hergestellt. Viele Menschen gingen daraufhin in den Westen der USA, denn sie wollten Gold finden und reich werden. Levi Strauss ging auch dorthin. Er begann, Geschäfte mit allem zu beliefern, was die Goldsucher jeden Tag brauchten. Dazu gehörten zum Beispiel Zahnbürsten und Knöpfe.

Nieten machen die Jeans besonders stabilIm Jahr 1872 schlug ein Schneider namens Jacob Davis Levi Strauss vor, besondere Arbeitshosen für die Goldsucher zu nähen. Die Hosen der Golds…