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Seit wann gibt es Radio und Wie lief die erste Radiosendung ab?

Die ersten Sendeminuten widmeten sich vor allem dem Weihnachtsfest: Der kanadische Physiker und Erfinder Reginald Fessenden (1866–1932) spielte Geige und trug die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vor. Seine Gattin sang gemeinsam mit einem Freund Weihnachtslieder. Zum Abschluss gab es ein Gedicht.

Wer zu dieser Zeit ein Funkgerät an hatte und die Sendung über Langwellen empfing, war sicher erstaunt, menschliche Stimmen zu hören. Denn bis dahin war nur die drahtlose Übermittlung von Morsesignalen gelungen. Fessenden vereint als Einzelperson übrigens fast die meisten Patente auf sich – nur sein Kollege Thomas Alva Edison (1847–1931) liegt mit knapp 1.100 Patenten vor ihm.

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  1. Der Hörfunk umfasst die drei Komponenten: Tonaufnahme, Übertragung und Empfang. Das erste brauchbare, noch rein mechanisch arbeitende Tonaufzeichnungsverfahren entwickelte Thomas Alva Edison mit seinem 1877 vorgestellten Zinnfolienphonographen. Die technische Wandelung von akustischen Schallwellen in elektrische Impulse gelang erstmals in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Erfindung der ersten Mikrofone u. a. durch Philipp Reis und Alexander Graham Bell.

    Die Übertragung setzte die Erfindung des magnetischen Telefons voraus. Hier gibt es zahlreiche parallele Entwickler und Erfinder; die weitestgehende Lösung stammt von Alexander Graham Bell aus dem Jahre 1876. Das Telefon setzte zunächst jedoch noch einen Draht als Leiter voraus. Der drahtlose Rundfunk basiert auf der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz im Jahre 1886. Guglielmo Marconi übertrug diese Entdeckung auf die Übertragung telegrafischer Nachrichten: Im Jahre 1897 gelang ihm erstmals eine drahtlose Übertragung über die Distanz von fünf Kilometern, bereits 1901 funkte er über den Atlantik.

    Die aus dem Umgang mit der drahtlosen Telegrafie gewonnenen Erkenntnisse wurden erweitert. Besondere Bedeutung hatte dabei die Entwicklung des Röhrensenders.[1]

    Die technischen Grundlagen des Rundfunks wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert von Nikola Tesla erfunden und patentiert. Allerdings vernichtete 1895 ein Feuer seine fertige Anlage. Die Erfindung des Radios wird häufig Guglielmo Marconi zugeschrieben.

    Tatsächlich präsentierte am 7. Mai 1895 Alexander Popow erstmalig diese Technologie in der Staatlichen Universität Sankt Petersburg. Am 24. März 1896 übermittelte seine Versuchsanordnung die Wörter "Heinrich Hertz" an eine 250 Meter entfernte Empfangsstation. Für diese Pionierleistung wurde Popow auf dem Pariser Elektrotechnischen Kongress im Jahr 1900 geehrt. Im öffentlichen Bewusstsein jedoch galt damals und später Marconi weiterhin als Erfinder des Radios, da er eine gleichartig strukturierte Versuchsanordnung im Juni 1896 patentieren ließ und ihm schon früh die spektakulären drahtlosen Telegrafie-Verbindungen über den Ärmelkanal (1899) und über den Atlantik (1901) gelangen – letztere aufgrund von technischen Verbesserungen in Form des von Ferdinand Braun entwickelten induktiv gekoppelten Antennenkreises. Marconi und Braun erhielten für diese Leistungen 1909 den Nobelpreis für Physik. Später trug auch der Ost-West-Konflikt zum Ignorieren des zudem schon 1906 verstorbenen russischen Erfinders Alexander Popow im Westen bei.
    Sendemast in Brant Rock (Postkarte, um 1910)

    1906 übertrug Reginald Fessenden von der neuen Station für drahtlose Telegraphie in Brant Rock, Massachusetts die erste Radiosendung. Dort hatten sich unter Leitung von Fessenden einige Wissenschaftler zu einem Experiment versammelt. Nach Fessendens Schilderung begann er mit einer kurzen Ansprache, es folgte „Phonographenmusik“ (das Largo von Händel). Danach spielte Fessenden ein Violin-Solo, und zwar die Komposition „Heilige Nacht“ von Gounod, die mit den Worten endet: „Staunet und seid stumm“. Fessenden sang einen Vers und spielte dazu Violine. „Dann kam der Bibeltext ‚Ehre sei Gott in der Höhe‘. Wir schlossen damit, dass wir ihnen ‚Frohe Weihnachten‘ wünschten und ihnen sagten, dass wir vorhätten, am Neujahrsabend wieder zu senden.“ Zu hören war das Fessenden-Experiment auf den US-Küstenschiffen des Atlantiks. [2]

    1943 entschied das Oberste Patentgericht der USA, dass Tesla der Erfinder des Radios sei.

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