Wer waren die Bilderbäcker?

Die „Bilderbäcker“ waren im Spätmittelalter bekannt für ihre Skulpturen und Reliefe. „Backen“ bedeutete in der damaligen Zeit so viel wie festigen in einem Ofen. „Neben Brot wurden damals deshalb auch Keramiken gebacken“, berichtet Dr. Gerald Volker Grimm, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Kunsthistorik der Universität Bonn. „Die Bilderbäcker formten vorhandene Skulpturen sowie Reliefe ab und entwickelten sie weiter“, sagt der Kunsthistoriker.
Besonders bekannt sind die Wormser Bilderbäcker, deren Reliefe und Skulpturen als Vorlagen weite Verbreitung fanden. Sie stellten sogenannte „Modeln“ (Hohlformen) her, in die der Ton wie bei einer Backform gedrückt und anschließend gebrannt wurde. „Im Rheinland und in den Niederlanden war vor allem in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Qualität der Bilddrucke aus Pfeifenton oft erstaunlich hoch“, sagt Dr. Grimm.

Beim Pfeifenton handelt es sich um einen fein geschlämmten, fast weißen Ton. Später wurde er zur Herstellung von Tabakpfeifen verwendet, woher sein Name rührt. Im 15. Jahrhundert wurden daraus auch Heiligen-Reliefe für Altäre produziert. Zahlreiche Scherben solcher Heiligenbilder fanden Archäologen im Mai und Juni 2011 bei Ausgrabungen in der Nähe des Aachener Doms.

Dr. Grimm analysierte an den Reliefen aus Aachen die Schriftzüge. Beim Vermessen der Winkel an den einzelnen Buchstaben zeigte sich, dass die Lettern der jeweiligen Bilder identisch sind. „In jedem der Reliefe gleicht zum Beispiel ein a exakt dem anderen“, berichtet der Kunsthistoriker. „Das beweist, dass die Beschriftungen mittels beweglicher Lettern in die Model gepresst wurden.“ Manchmal sind die Ränder der Buchstaben etwas unscharf – dann hat der Bilderbäcker die Lettern beim Eindrücken in den feuchten Ton verwackelt.

Alles nur geklaut?
Gutenberg soll um das Jahr 1450 mit dem Druck von Blättern und Büchern begonnen haben. Die Tonfragmente mit den Buchstaben wurden jedoch Jahre vorher hergestellt. „Damit verdichten sich die Indizien, dass Gutenberg nicht – wie allgemein angenommen – den Gebrauch der beweglichen Lettern erfand“, sagt der Kunsthistoriker der Universität Bonn. „Eher könnte Gutenberg die neue Technik von den Bilderbäckern übernommen und auf den Buchdruck übertragen haben.“ Mit den beweglichen Lettern wurde eine kulturelle Revolution eingeleitet. „Erst sie erlaubten die massenhafte Verbreitung von Schriften“, sagt Dr. Grimm.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Wer sagte "der Staat bin ich"?

Der französische König Ludwig XIV., bekannt als „Sonnenkönig“, stieg bereits mit 4 Jahren auf den Thron. Weil er damit zu jung war, um Regierungsgeschäfte zu führen, vertrat ihn seine Mutter beziehungsweise der Premierminister Kardinal Mazarin. Dieser unterrichtete Ludwig XIV. auch in allem, was das Regieren betraf.

So war der Sonnenkönig mit 22 Jahren bestens ausgebildet, als Mazarin im März 1661 starb. Von da an wollte Ludwig XIV. alleine herrschen – „L'État c'est moi“, lautete sein berühmter Ausspruch: „der Staat bin ich“. Unter Ludwigs Machteinfluss ab 1661 blühten Wirtschaft und Kultur auf und Frankreich errang durch seine unermüdliche Außenpolitik die Vormachtstellung in Europa. Seine insgesamt 72-jährige Amtszeit war die längste eines Monarchen der Neuzeit. Ludwig XIV. starb 1715.

Was bedeutet Harakiri?

Im 19. Jahrhundert wurde in Europa ein Brauch bekannt, wie er in Japan schon Jahrhunderte zuvor üblich war. Männer, die ihre Ehre wiederherstellen wollten oder für etwas sühnen sollten, begangen Selbstmord, indem sie sich den Bauch aufschlitzten. Diese Selbsttötung trägt eigentlich die Bezeichnung Seppuku, das Aufschneiden des Bauches ist nur ein Teil des Rituals – und das wurde hierzulande sowie in anderen europäischen Ländern und in den USA als Harakiri bekannt (hara = Bauch, kiru = schneiden).

Die Todesart wurde vor allem von den Samurai praktiziert, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch verboten. Das Etymologische Wörterbuch des Deutschen (dtv, 1999) schreibt: „Der Ausdruck kann heute auch auf andere Formen des Selbstmords oder auf risikoreiche Handlungen, die einem ideellen Selbstmord gleichkommen, angewendet werden.“ In dem Sinne werden heute als Harakiri auch gerne Vorhaben benannt, die zum Scheitern verurteilt sind.

Wer waren die Hugenotten? und Wie kamen die Buletten nach Berlin?

Am 8. November 1685 unterzeichnete Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg das Potsdamer Edikt: Er lud damit zahlreiche französische Protestanten zur Einwanderung ein und sicherte ihnen großzügige Privilegien zu. 250.000 Hugenotten wanderten aus Frankreich aus, nachdem der französische König Ludwig XIV. ihnen 1685 die Ausübung ihres Glaubens verbot. Sie folgten der Lehre Johannes Calvins, der Fleiß, Arbeitseifer und die strenge Einhaltung der Glaubensgrundsätze predigte. Die französischen Könige hatten den Abfall der Protestanten vom katholischen Glauben nie akzeptiert, für sie galt der Leitsatz: ”un roi - une loi - une foi” (ein König - ein Gesetz - ein Glaube).

Die Minderheit musste deshalb über Jahrhunderte grausame Repressalien erleiden, es gab zahlreiche gewaltsame Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken - Ludwig der XIV. drohte ihnen schließlich mit der Todesstrafe. Fast 200.000 Protestanten flüchteten daraufhin in die Schweiz, nach England oder Amerika. 20.000 gingen nach Brandenburg-Preußen, jeweils 4.000 nach Hessen-Kassel oder das Rhein-Main-Gebiet. Zahlreiche protestantische Landesherren empfingen die Auswanderer mit offenen Armen.

Toleranz zahlt sich aus
Gerade in Brandenburg-Preußen litten die Städte immer noch unter den Folgen des 30-jährigen Krieges von 1618-1648, ganze Landstriche waren entvölkert oder zerstört. Die Hugenotten, die meist gut ausgebildete Handwerker waren, erhielten nun die Zusicherung für mietfreies Wohnen, Grundstücke, kostenloses Baumaterial, Befreiung von allen Steuern, die freie Ausübung ihres Glaubens und die Beibehaltung ihrer Sprache. Diese außerordentliche Großzügigkeit des Kurfürsten zahlte sich bald aus: Die Einwanderer brachten allein 46 neue Berufe in die neue Heimat. Darunter waren Hutmacher, Seidenweber, Buchbinder, Maler, Emailleure, Weißgerber, Seifenhersteller, Tapezierer oder Pastetenbäcker. Auch Gelehrte und wohlhabende Kaufleute gaben der Wirtschaft starke Impulse: Ganze Gewerbe, wie die Seiden- und Samtproduktion, kamen so nach Brandenburg. 1689 gründeten Hugenotten die erste Seidenmanufaktur in Berlin.

So kamen die Buletten nach Berlin
Um 1700 war im Berliner Stadtgebiet jeder fünfte Einwohner ein Hugenotte. Obwohl die Deutschen zunächst Schwierigkeiten mit den Fremden hatten, die den ausdrücklichen Schutz der Landesherren genossen, fanden die Einwanderer bald Anerkennung. Die Spuren der Hugenotten finden sich heute auch in den Essgewohnheiten und in der Sprache wieder - vor allem in Berlin sind viele durch die Einwanderer geprägten Spezialitäten bekannt: Dazu gehören Buletten, Weißbier und Spargel. In der Sprache hat sich die "Boutique" (das Ladengeschäft) als Budike, oder der Begriff "pleurer" (weinen) als "Plärren" eingebürgert. Auch "Etre peut-etre" (im Zweifel sein) setzte sich als etepete im Sprachgebrauch fest.

Warum brauchen wir Eselsbrücken?

Informationen, die keinen sachlogischen Zusammenhang haben oder deren Logik wir nicht verstehen, sind für das Gehirn nur schwer einzuordnen – und damit auch schwer merkbar. Z. B.: Wenn die Sichelspitzen des Monds nach links zeigen, ist das dann abnehmender oder zunehmender Mond? Oder: Wird zur Sommerzeit die Uhr vor- oder zurückgestellt? In solchen Fällen kann Ihnen eine Eselsbrücke helfen – einfach, indem sie den Lernstoff in einen Zusammenhang setzt, den Ihr Gehirn gut einordnen kann. Nutzen Sie diese Erkenntnis: Denken Sie sich eigene Eselsbrücken aus, die Ihnen das Lernen erleichtern! Oder nutzen Sie passende Gedächtnishilfen, die es schon gibt.

Woher kommt die Eselsbrücke?

Es gibt keinen eindeutigen Hinweis auf die Herkunft des Begriffs Eselsbrücke – Kulturgeschichte, Tier- und Sprichwortkunde finden unterschiedliche Erklärungsansätze. Fest steht aber: Schon der griechische Mathematiker Euklid von Alexandria gab seinem Satz über gleichschenklige Dreiecke den Namen pons asini: Eselsbrücke. Als pons asinorum bezeichnete man auch ein Schema, das logische Begriffsverhältnisse veranschaulichen sollte.
Übrigens: Es gelten als intelligent. Kein Esel betritt einen unsicheren Weg, ohne nachzudenken, wie er ihn bewältigen kann. Er geht z. B. nur über schmale Brücken und trübe Pfützen, wenn sein Treiber es ihm vormacht.

2 alltagstaugliche Beispiele für gute Eselsbrücken

Zeigen die Spitzen der Mondsichel nach rechts, ähnelt das dem Schreibschrift-Buchstaben „a“ = abnehmender Mond. Zeigen sie nach links, erinnert das an das alte Schreibschrift-“ z“ = zunehmender Mond.
Im Frühjahr holen wir die Balkonmöbel aus der Abstellkammer hervor. Bei der Umstellung auf Sommerzeit stellen wir die Uhr 1 Stunde vor. Im Herbst stellen wir die Balkonmöbel wieder zurück. Bei der Umstellung auf Winterzeit stellen wir auch die Uhr zurück.

Was ist eine Milchmädchenrechnung?

Der Ausdruck stammt aus einer fabel des französischen Schriftstellers Jean de La Fontaine. Darin verliert sich eine Bauernmagd in einem Tagtraum: Vom Erlös ihres Milchverkaufs wollte sie sich Hühner kaufen, vom Verkauf deren Eier ein Schwein und später eine Kuh. Leider war sie aber so verträumt, dass sie auf dem Weg stolperte und die Milch verschüttete. Ein unrealistisches Vorhaben nennt man seither eine "Milchmädchenrechnung".

Warum sagen wir: „Alles ist in Butter“?


Auch früher schon mussten die Menschen zerbrechliche Gläser oder kostbare Töpferwaren transportieren – mit Pferdewagen und auf holprigen Wegen! Ihre Lösung: Sie legten die zerbrechlichen Waren in Fässer mit geschmolzener Butter. Nachdem diese abgekühlt war, bildete sie einen festen Schutzmantel um das kostbare Gut, das ganz wörtlich „in Butter“ war. Am Zielort angekommen, erhitzten sie die Butter wieder – und gossen sie einfach ab.

Mücken fliegen auf Füße!

Die wochenlangen Regenfälle dieses Sommers haben überall in Deutschland ideale Brutplätze für Mücken geschaffen. "Sie legen alle paar Tage zwischen 80 und 200 Eier in stehende Gewässer. In großen Pfützen und auf überschwemmten Wiesen schlüpft jetzt gerade die nächste Generation der Plagegeister, die uns an lauen Sommerabenden zu schaffen machen", erklärte Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Expertin hat simple Tricks parat, wie man sich vor juckenden Stichen schützen kann. "Basilikum im Blumentopf, der Verzicht auf Parfüm und andere Duftstoffe, hilft gegen den Stechangriff der Mücken", sagt sie.

Blutgruppe, Alter und Geschlecht der Opfer sind für Mücken ziemlich bedeutungslos. Aber der Atemgeruch des "Blutspenders" ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Opfer. "Was der Mensch gegessen hat, ist dagegen wichtig und kann Mücken vermehrt anlocken", sagt die Expertin der Deutschen Wildtier Stiftung. "Bei der Verdauung von Reis gibt der menschliche Körper nämlich eine höhere Kohlendioxidausdünstungen ab - darin vermuten Wissenschaftler einen Zusammenhang", sagt Goris. Der Verzehr von Kohlgemüse hält die Quälgeister dagegen eher fern.

"Mücken sind wahre Fußfetischisten"
... , sagt Eva Goris. "Dort stechen sie besonders gern, denn der Geruch von Ammonium und Buttersäure, die als Zerfallsprodukte von Fußschweiß entstehen, wirken auf diese Insekten besonders attraktiv. Dass die kleine Plagegeister selbst durch dicke Jeans stechen, obwohl man sich die Haut darunter mit Anti-Mückenmitteln eingerieben hat, ist schnell erklärt. Die Antwort ist verblüffend: "Mücken schmecken mit den Füßen", sagt Goris. "Wenn die Haut unter der Kleidung eingerieben ist, landen sie problemlos auf der unbehandelten Kleidung, schieben ihren Stechrüssel wie eine Injektionsnadel selbst durch den Stoff und kommen problemlos ans Blut ihrer Opfer. Dagegen hilft nur, die Kleidung mit einem Repellent einzusprühen.

Quelle: www.DeutscheWildtierStiftung.de

Welcher ist der der kleinste anerkannte Staat der Welt?

Mit einer Größe von nur 44 Hektar ist die Vatikanstadt der kleinste Staat der Welt. Obwohl er sich mitten im Stadtzentrum von Rom befindet, gilt er nicht als Stadtteils, sondern als eigenständiger Staat mit eigener Währung und Verwaltung. Von seiner kleinen Fläche nimmt allein der Petersdom schon ein Fünftel ein. Trotz seiner geringen Größe ist der Vatikan das unumstrittene Machtzentrum der katholischen Kirche. Seine Einwohnerzahl bewergt sich dennoch im überschaubaren Bereich. Der Vatikan hat 932 Einwohner, von denen 552 Staatsbürger sind.

Wer machte die ersten guten Farbfotos?

Die Väter des Kinos, die französischen Brüder Auguste (1862-1954) und Louis Jean (1864-1948) Lumière, waren auch die Ersten, die brauchbare Farbfotos herstellten. Im Jahr 1907 zeigten sie ihr 1904 entwickeltes Autochromverfahren (Selbstfärbeverfahren) öffentlich. Es funktioniert mithilfe einer Glasplatte, die mit rot, grün und blau eingefärbten Kartoffelstärkekörnchen und einer Bromsilber-Gelatine-Emulsion beschichtet ist.

Die Lumière-Brüder, deren Vater eine Fabrik für Chemikalien und Foto-Platten hatte, stießen auch auf die lichtfilternden Eigenschaften der Stärke aus der Kartoffel. Mit ihrem Verfahren entstanden farbige Bilder nach nur einer Aufnahme – das war damals eine Neuheit. Noch dazu kamen die Farbmischungen auf dem Bild der Wirklichkeit sehr nahe. Ab den 1930er-Jahren lösten erschwinglichere, bessere Methoden das Autochromverfahren ab.

Was ist Pfingsten?

Pfingsten feiern wir am 50. Tag nach Ostern. Daher auch der Name des religiösen Festes: Phingesten, wie es im Mittelhochdeutschen früher hieß, geht zurück auf die griechische Bezeichnung pentekosté (heméra), für „der 50. Tag“. An diesem endet laut Kirchenkalender die österliche Zeit.

Pfingsten gilt als Gründungs- oder Geburtstag der christlichen Kirche: 10 Tage, nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren war (an Christi Himmelfahrt – 40 Tage nach seiner Auferstehung), kam der Heilige Geist auf die 12 Apostel nieder, ließ sie in anderen Sprachen predigen und ihren Glauben in die Welt heraustragen. Darauf bekannten sich Juden zum Christentum und ließen sich taufen – so bereitet die Apostelgeschichte des Neuen Testaments die Entstehung der 1. christlichen Gemeinde vor.

Im Übrigen ist die Taube ein Symbol für den Heiligen Geist, weshalb Ihnen das Tier an Pfingsten auf Bildern in Kirchen begegnen kann. Auch Flammen stehen für den göttlichen Geist; laut neuem Testament soll er in Gestalt von Feuerzungen über den Köpfen der Jünger erschienen sein.

Warum gibt man "seinen Senf dazu"?

Senf war im 17. Jahrhundert ein Gewürz, das jede Mahlzeit verfeinern sollte, selbst dann, wenn es nicht zum Gericht passte. So wurde auch in Gaststätten immer Senf zum Essen serviert, ganz egal, ob es erwünscht war oder nicht. Da diese ungefragte Beilage als genauso lästig empfunden wurde wie ein ungebetener rat, bürgerte sich in dieser Zeit die Redewendung "seinen Senf dazugeben" ein.

Wer hat das Croissant erfunden?

Das Blätterteighörnchen war in Frankreich nicht vor dem 18. Jahrhundert bekannt - gut hundert Jahre, nach dem es zum ersten Mal gebacken wurde.

die Legende:
1683 wollten die Türken unter der Stadtmauer Wiens einen Tunnel graben, um die Stadt anzugreifen. Da die Bäcker zu dieser Uhrzeit aber schon wach waren, bekamen sie die Aktion mit und schlugen Alarrm. Zur Siegesfeier erfanden sie dann ein Gebäck, das die Form des türkischen Halbmondes hatte. Erst 1770 kam es mit Marie Antoinette nach Paris - und verbreitete sich von dort als "Croissant" ("aufgehender Mond") über das ganze Land.

Warum haben Blüten in der Mitte eine andere Farbe?

Gesehen werden: Das ist mit das Wichtigste für blühende Pflanzen, die sich über Insektenbestäubung fortpflanzen. Deshalb machen sie während der Blütezeit Werbung mit knalligen Farben. Ihr Ziel: Viele Bienen, Hummeln, Falter, Schwebfliegen oder Käfer anzulocken.

Lust auf Zuckersüßes
Die Pflanzen müssen sich bei ihren Lockversuchen besonders gut anstellen. Denn die Insekten kommen in erster Linie zu ihnen, um von dem süßen Nektar zu naschen, den die Blüten produzieren. Manchmal futtern sie auch einige von den eiweißhaltigen Pollen. Bei diesem leckeren Mahl heften sich Blütenpollen an die behaarten Beine und Körper der Insekten. Wenn sie zur nächsten Blüte weiterfliegen, bleiben die Pollen dort an den weiblichen Blütenanteilen hängen: Die Bestäubung ist geglückt.

Perfektes Farb-Leitsystem
Von weitem winken Blüten durch ihre auffälligen Farben. Im Nahbereich ist viel entscheidender, dass das nektarreiche Blütenzentrum sofort erkennbar ist. Deshalb ist diese Mitte meist heller oder dunkler eingefärbt als der Blütenrand: Die Anfliegenden können dann zielgenau dort landen, wo es den meisten Blütennektar gibt. Dieses Leitsystem sehen Sie zum Beispiel gut bei Ringelblumen, Rosen oder Malven.

Wie kamen die USA zu Alaska?

Am 30. März 1867 machten die Russen ein schlechtes Geschäft: Sie verkauften ihre Kolonie Russisch-Amerika, das heutige Alaska, an die Amerikaner. Die russische Zarenfamilie hatte schon vorher mit dem Gedanken gespielt, die 1,5 Millionen Quadratkilometer Land an die Amerikaner abzutreten. Es bot den Russen außer Pelzhandel und militärischen Stützpunkten nicht viel, und das Geld konnten sie gut gebrauchen. So kam es, dass der Kaufvertrag am 30. März 1867 abgeschlossen wurde.

Für die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) entpuppte sich Alaska als sehr guter Fang: 7,2 Millionen Dollar, nicht einmal 5 Dollar pro Quadratkilometer, mussten sie ausgeben. Gemessen an den Erträgen des Landes war das nichts: Es bietet Öl und Gold, gehört mittlerweile zu den größten Lachsproduzenten der Welt und ist außerdem gut mit der Holzproduktion im Geschäft. Aus diesen Gründen wollten die Russen Ende 1997 ihre Kolonie auch wieder zurückhaben. Zu spät jedoch, Alaska war seit 1959 Bundesstaat der USA.

Woher hat die Osterinsel ihren Namen?

Die Osterinsel ist eine der isoliertesten Inseln der Welt, sie liegt einsam im Pazifik, etwa 3.600 km westlich von Chile. Bewohnt ist sie vermutlich seit etwa 350 n. Chr., als es Bewohner anderer Pazifikinseln mit einfachen Segelbooten dorthin verschlug. Sie lebten fortan völlig abgeschnitten auf dem Eiland – und entwickelten eine eigene Kultur, die bis heute Rätsel aufgibt (wie z. B. die Steinfiguren).

Europäer entdeckten die Insel am Ostersonntag des Jahres 1722 – daher der Name „Osterinsel“. Damals landete der niederländische Admiral Jakob Roggeveen an der Steilküste. In der Sprache der Eingeborenen heißt die felsige Insel aber weiterhin „Rapa Nui“, das bedeutet „großer Stein“.

Seit wann gibt es die Olympischen Spiele?

1.500 Jahre nach den antiken Olympischen Spielen fanden vor 115 Jahren die 1. Spiele der Neuzeit statt. Initiator der Wettkämpfe war der französische Pädagoge Baron de Coubertin. Die deutschen Ausgrabungen des antiken Olympia 1875–1881 hatten ihn dazu angeregt, seine Ideale – Völkerverständigung und die Erziehung junger Männer durch Sport – in neuen Olympischen Spielen zu realisieren. 1894 berief Coubertin zunächst unter dem unverfänglichen Motto „Leibeserziehung“ einen Kongress ein.

Dort konnte er die Teilnehmer von seinem Vorhaben überzeugen – die Olympische Bewegung der Neuzeit war in Gange. Coubertin wollte mit den Spielen 1900 zur Weltausstellung in Paris starten, aber in aller Euphorie hatte der Kongress Griechenland 1896 vor Augen. Das Land war jedoch fast bankrott. Erst mit der Einbindung des Kronprinzen Konstantin und der Idee, als Einnahmequelle einen Sonderbriefmarken-Satz mit Sportmotiven aufzulegen, rückte das Ziel näher. Am 6. April war es dann soweit: 262 Sportler aus 13 Nationen gingen 10 Tage lang in den Wettkampf.

Übrigens: Der 1. Sieger einer Disziplin erhielt 1896 in Athen eine Silbermedaille und einen Olivenzweig, der 2. eine Bronzemedaille. Der 3. ging aus Gründen der Sparsamkeit leer aus. Die Goldmedaille gab es erstmals 1904. Auch Frauen waren 1896 nicht erwünscht – 2 liefen inoffiziell den Marathon mit. 1900 nahmen 17 Frauen an Wettkämpfen teil, jedoch ohne Zustimmung des IOC. Die Spiele waren ursprünglich für Amateure gedacht, lediglich beim Fechten waren Profis zugelassen.

Die historischen Wurzeln des Osterfests

Ostern ist eines der ältesten christlichen Feste. Die christlichen Kirchen feiern mit dem Osterfest die Auferstehung Jesu, nachdem er am Karfreitag den Tod am Kreuze erlitt. Das christliche Osterfest wurde vom jüdischen Passahfest abgeleitet, das an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft erinnert. Eine Woche vor Ostern ist Palmsonntag, da tragen Kinder die Palmbüsche in die Kirche, die dort geweiht werden. Die Palmbüsche werden aus Buchsbaumzweigen, Palmkränzchen und Immergrün gebunden. Die Woche zwischen Palmsonntag und Ostern ist die Karwoche. 

Wann ist Ostern?
Mit dem Osterfest endet die sechswöchige Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt. Ostern ist ein beweglicher Feiertag. Im Jahr 325 wurde entschieden, das Osterfest am 1. Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling zu feiern, wobei der Frühling am 21. März beginnt. Wenn der 21. März ein Vollmond-Sonntag ist, wird der darauffolgende Sonntag Ostersonntag.

Das Osterei
Es kursieren verschiedene Erklärungen, woher der Brauch stammt, an Ostern Eier zu bemalen und zu verschenken. Eine Deutung führt die Tradition auf das "Zins-Ei" zurück: Im Mittelalter war es üblich, dass die Bauern ihre am Gründonnerstag fällige Pacht mit Eiern bezahlten, da diese in der Fastenzeit nicht verspeist werden durften, und es daher zu einem Überschuss kam. Damit die vielen Eier nicht verdarben, wurden sie gekocht. Um die gekochten von den rohen Eiern zu unterscheiden, färbten die Bauern schließlich die haltbaren Eier mit Zwiebelschalen, Spinat, Hagebutten oder Roter Beete ein.

Der Osterhase
Warum sich ausgerechnet der Osterhase zum "Wappentier" des Osterfests entwickelte, ist unklar. Manche Ansätze führen den Osterhasen darauf zurück, dass der Hase im Mittelalter als Auferstehungssymbol galt. Eine weitere Erklärung sieht die Ursprünge des Brauchs im germanischen "Ostarafest", einer Frühlings- und Fruchtbarkeitsfeier, dessen Symbole Ei und Hase waren. Diese Theorie ist aber nicht wissenschaftlich belegt.
Der Osterhase hoppelt jedenfalls schon recht lange über die Felder: Bereits im Jahr 1682 erwähnte ihn ein Heidelberger Arzt. Dieser Quelle zufolge stammt die Legende aus dem Elsass, der Pfalz und dem Oberrhein. In anderen Gegenden galten Hahn, Kuckuck, Storch oder Fuchs als "Eierlieferanten".

Wer entdeckte, woraus unsere Welt besteht?

In der Antike dachte so mancher Philosoph darüber nach, aus welchen Urstoffen wohl die Welt aufgebaut ist. Manche chemischen Grundstoffe waren zwar damals schon sichtbar, aber eben noch nicht als solche bekannt: z. B. Gold, Silber, Kohlenstoff, Schwefel, Zink oder Eisen. Der einfache Handwerker interessierte sich ohnehin eher dafür, wie er diese Elemente verarbeiten konnte, anstatt sie als Stoffe des Lebens zu identifizieren. So bestimmten die Philosophen dann nach und nach, dass Wasser, Feuer, Luft und Erde die Urstoffe seien – alles Erscheinungen, die aus mehreren chemischen Grundstoffen bestehen. Aber das wusste schließlich niemand besser. Der griechische Denker Aristoteles (384–322 v. Chr.) packte als 5. Urstoff noch die Quintessenz (lateinisch: das Wesentliche, Hauptsächliche) obendrauf – sie liegt den anderen 4 Elementen zugrunde. In China glaubte der Philosoph Laotse (5./6. Jh. v. Chr.) daran, Wasser, Holz, Metall und Erde seien die Grundstoffe des Lebens.

Übrigens: Der griechische Naturphilosoph Demokrit (460–371 v. Chr.) behauptete schon seinerzeit, die Welt bestünde aus leerem Raum und Atomen (= kleinste, nicht sichtbare und unteilbare Teilchen verschiedenster Form und Größe). Aus Verbindungen dieser Atome würden alle Körper bestehen. Wie er darauf kam, ist nicht bekannt. Aber nach heutigem Wissen war seine Vorstellung gar nicht so verkehrt ...

Experimente und Zufälle treiben voran

Die Naturphilosophen, auch Alchemisten genannt, waren also die Vorreiter der modernen Naturwissenschaften. Sie probierten vieles aus, um das Rätsel der Grundstoffe zu lösen. So stießen sie oft mehr zufällig auf weitere, sogar richtige Elemente wie Quecksilber, Blei oder Schwefel. Sie waren außerdem überzeugt davon, dass sich ein Element in ein anderes umwandeln lässt. Jahrhundertelang experimentierten sie mit der Herstellung von Gold aus einem unedlen Metall wie etwa Quecksilber.

Wichtige Erkenntnisse für die Wissenschaft lieferten auch Schmiede, Metallgießer, Töpfer oder Bergleute – sie alle hantierten mit verschiedensten Elementen. Aus Erzen ließen sich beispielsweise geringe Mengen anderer Metalle extrahieren – Kobalt, Nickel oder Wolfram haben ihre Namen von Berggeistern. Der englische Naturforscher Robert Doyle (1627–1691) machte schließlich den Ausdruck „chemisches Element“ gebräuchlich. Er verstand darunter einen reinen Baustein, der ursprünglich, ungemischt und durch chemische Methoden nicht zerlegbar ist. Sein Wissen war also abhängig vom aktuellen Stand der besagten chemischen Methoden. Solange eine Stoffverbindung wie z. B. Luft nicht in ihre Bausteine zerlegbar war, wäre sie damit als Element „durchgegangen“.

Weshalb ist das Abendrot ein Gutwetterbote?

In unseren Breiten wird das Wetter oft durch Westwinde bestimmt. Die Sonne geht im Westen unter - und ein schönes Abendrot kann sich nur entwickeln, wenn der Himmel am Horizont klar ist, sich dort also kaum Wolken befinden, die im Laufe des nächsten Tages aufziehen und so für Schnee oder Regen sorgen könnten. Die Bauernregel "Abendrot - Gutwetterbot" trifft also meist zu. Weht der Wind aber wie im Mai eher aus östlicher Richtung, greift sie nicht.