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Was passiert mit der Post ans Christkind?

wohin schicken Kinder am besten ihren Wunschzettel, wenn sie sicher gehen wollen, dass das Christkind oder der Weihnachtsmann ihn auch erhalten? Natürlich in Orte mit so wohlklingenden Namen wie Engelskirchen oder Himmelstadt. Während der Adventszeit betreibt die Deutsche Post in diesen und anderen Städten sogenannte Weihnachtspostämter. Und das erste Postamt nahm gestern im brandenburgischen Himmelpfort seine Arbeit auf.

Bereits im Sommer gehen bei den deutschen Weihnachtspostämtern Briefe mit Wünschen oder Sorgen der Kinder ein. Die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer haben bis Heiligabend alle Hände voll zu tun, um den Postansturm zu bewältigen. Denn sie beantworten tatsächlich die Post der Kinder. Im brandenburgischen Himmelpfort gehen vor Weihnachten beispielsweise jeden Tag rund 1.000 Briefe ein, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 280.000 Briefe, davon auch einige aus dem Ausland. So kommt es, dass der Weihnachtsmann dort nicht nur in Deutsch und Englisch seinen Antwortbrief verfassen kann, sondern auch in Französisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch, Russisch, Tschechisch und Polnisch.

Insgesamt gibt es sieben Postämter, in denen sich die Weihnachtsmänner und Christkinder den Schreiben der Kleinsten widmen. Aber: Unter den Briefeschreibern sind jedes Jahr auch zahlreiche Briefmarkensammler. Denn das Christkind versieht die Briefmarken der Antwortschreiben mit einem einzigartigen Poststempel.

Hier die Adressen der Weihnachtspostämter – und vergessen Sie nicht, Ihren Absender anzugeben!

Himmelpfort
Weihnachtsmann
Weihnachtspostfiliale
16798 Himmelpfort

Weihnachtsmann
Kirchplatz 3
97267 Himmelstadt

Engelskirchen
An das Christkind
51766 Engelskirchen

St. Nikolaus
Weihnachtsmann
66352 Großrosseln

Nikolausdorf
Weihnachtsmann
Nikolausdorf
49681 Garrel

Himmelpforten
Weihnachtsmann
21709 Himmelpforten

Himmelsthür
Weihnachtsmann
In Himmelsthür
31137 Hildesheim

Wann startete die Post in Deutschland?

Die deutsche Post verdanken wir Kaiser Maximilian I. (1459-1519). Er beauftragte die aus Italien stammende Familie Taxis (später von Thurn und Taxis), für seine kaiserlichen Dokumente eine regelmäßig verkehrende Postlinie quer durch Deutschland aufzubauen. Die Taxis hatten sich mit Kurierdiensten für den Papst bereits einen Namen gemacht. Ihre 1. Poststrecke für den Kaiser verlief zwischen seinen Regierungssitzen: von Innsbruck nach Brüssel. Maximilian nutzte seine neue Post zunächst nur für amtliche und militärische Zwecke. Doch schon bald sah er sich gezwungen, die Kosten zu verringern. Deshalb erteilte er den Taxis die Erlaubnis, auf den Strecken auch Privatpost zu transportieren.

Warum wurde die Post verstaatlicht?
Bis ins 19. Jahrhundert hinein entwickelten die Thurn und Taxis ihre Angebote weiter. 1660 richteten sie die 1. Postkutsche ein, die von Leipzig über Halle und Magdeburg nach Hamburg fuhr. So konnten sie neben Brief- und Warensendungen auch Passagiere befördern. Aber das Postwesen wurde immer komplizierter: wegen der Vielzahl der deutschen Länder, die ein Brief oder ein Passagier auf seinem Weg durchqueren musste! In jedem Land (ob Baden, Preußen oder Sachsen) gab es andere Entgelte bzw. Fahrtkosten zu entrichten. Schließlich nahm der Wunsch nach Vereinheitlichung überhand: Im Jahr 1867 kaufte Preußen den Thurn und Taxis die Postrechte für 3 Millionen Taler ab – für die damalige Zeit eine ungeheure Summe!

Wer begründete die moderne Post?

Der preußische Generalpostmeister Heinrich von Stephan (1831-97) führte die Post in die moderne Welt. Denn er setzte alle Erfindungen seiner Zeit sofort für die Postdienste ein: die Eisenbahn, die Dampfschifffahrt, den Zeppelin. So entwickelte er ein weltumspannendes Netz von Transportwegen – die Grundlage für das internationale Großunternehmen, das die Deutsche Post AG heute ist.