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Woraus besteht ein Radiergummi?

Der Rohstoff für Radiergummis wird aus dem Kautschukbaum - auch Gummibaum genannt - gewonnen.
Genauer gesagt aus dem Milchsaft (Latex) des Baums.

Wie bei der Käseherstellung wird dieser Milchsaft ausgeflockt - er wird fester.
Dem Kautschuk wird nun eine Art feiner Sand (Quarzmehl) und weitere Pulver zugefügt. Das alles wird vermengt, geknetet und in kleine Radiergummis geschnitte.

Heute gibt es Radiergummis auch aus Kunststoff.

Früher wurden auch Kaugummis aus Milchsaft gemacht.

Seit wann gibt es Schultüten?

Den Brauch der Schultüten gibt es in Deutschland schon seit fast 200 Jahren.
Erste Zuckertüten erhielten die Kinder in Thüringen und Anhalt, im Vogtland und Erzgebirge. Damit wollten die Eltern ihren Kindern den Schulbeginn - den "Ernst des Lebens" wie man sagt, etwas versüßen.

Wie kam der Hamburger zu seinem Namen?

Viele Leute glauben, der Name "Hamburger" kommt von dem englischen Wort "ham" (=Schinken).

Der Name leitet sich aber von der Stadt Hamburg ab.
Dort wurde früher zähes Fleisch sehr fein gehackt, damit es besser genießbar war. Mit Gewürzen abgeschmeckt bekam es den Namen "Hamburger Steak".

Auswanderer brachten das Rezept nach Amerika, wo das Hacksteak bei der Weltausstellung 1904 zwischen aufgeschnittenen Brötchen angeboten wurde. In den letzten 60 Jahren ist der "Hamburger" dann immer bekannter geworden und schließlich als Fastfood zurück nach Europa gekommen.

Woher hat die Osterinsel ihren Namen?

Die Osterinsel ist eine der isoliertesten Inseln der Welt, sie liegt einsam im Pazifik, etwa 3.600 km westlich von Chile. Bewohnt ist sie vermutlich seit etwa 350 n. Chr., als es Bewohner anderer Pazifikinseln mit einfachen Segelbooten dorthin verschlug. Sie lebten fortan völlig abgeschnitten auf dem Eiland – und entwickelten eine eigene Kultur, die bis heute Rätsel aufgibt (wie z. B. die Steinfiguren).

Europäer entdeckten die Insel am Ostersonntag des Jahres 1722 – daher der Name „Osterinsel“. Damals landete der niederländische Admiral Jakob Roggeveen an der Steilküste. In der Sprache der Eingeborenen heißt die felsige Insel aber weiterhin „Rapa Nui“, das bedeutet „großer Stein“.

Woher kommt der Namenstag?

Die Tradition des Namenstages geht zurück bis ins hohe Mittelalter (etwa 1050–1198). Oft wählten katholische Christen den Namen einer oder eines Heiligen für ihr Kind – quasi als Schutzpatron. Als die Reformatoren später die Heiligenverehrung der Katholiken missbilligten, gewann diese Form der Namensgebung erst recht an Bedeutung. Der gewählte Heilige sollte das Kind jedoch nicht nur beschützen, sondern auch in gewisser Weise als Vorbild sein Leben beeinflussen. Denn jeder dieser Heiligen oder Seliggesprochenen hatte schließlich zu Lebzeiten etwas Besonderes geleistet.

Der Grund, weshalb der Namenstag – er fällt meistens auf den Todestag eines Heiligen – so gefeiert wird, ist folgender: Wenn jemand geboren wird, ist der Zeitpunkt dafür mehr oder weniger Zufall. Der Name, mit dem ein Kind dann aber durch die Taufe in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wird, ist jedoch bewusst gewählt. Die Menschen haben darum einen richtigen Grund zum Feiern: Es gibt den Heiligen, seine Verdienste und seinen Nachfolger, der hoffentlich genauso viel Gutes vollbringt.

Entstehung des Nikolaus

In der Nacht zum 6. Dezember, dem Nikolaustag, stellen heutzutage Kinder weltweit einen Stiefel vor die Tür oder hängen einen Strumpf über den Kamin. Kaum ein anderer Brauch ist so weit verbreitet, kaum einer ist so beliebt. Doch wer der freundliche Mann im roten Mantel ist, weiß kaum einer mehr. Die historische Person ist heute fast ganz vergessen. Dabei sind es gerade seine Taten und seine Hilfsbereitschaft, die in unseren heutigen Bräuchen weiterleben.
Zwei Bischöfe gleichen Namens

Beginnen wir mit der schlechten Nachricht: Der heute bekannte Nikolaus hat nie existiert. Er ist ein Produkt aus den wenigen überlieferten Legenden zweier historischer Personen. Alle Erzählungen über den guten Nikolaus basieren auf den Lebensgeschichten zweier Bischöfe gleichen Namens. Der eine war Bischof Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert nach Christus lebte. Von ihm ist bekannt, dass er wahrscheinlich von Kaiser Licinius eingekerkert wurde. Dessen Nachfolger, Kaiser Konstantin, ließ ihn wieder frei. Nikolaos von Myra war einer der drei großen Bischöfe in der Kirchengeschichte, die ohne die sonst übliche klerikale Laufbahn zum Bischof geweiht wurde. Und zwar, weil das Volk es so wollte.

Die andere Person ist Nikolaos, der Bischof von Pinnara, gestorben 564 nach Christus, nach dem ersten Nikolaos benannt und genau wie dieser heilig gesprochen. Berichte von Wundertaten beider Bischöfe vermischten sich, doch nur Nikolaos von Myra erhielt im Osten den Ruf eines Wundertäters. Nikolaos von Pinnara geriet in Vergessenheit.

Ein Übersetzungsfehler mit weitreichenden Folgen
Die Legenden, die sich um Nikolaos von Myra ranken sind äußerst vielfältig und trugen dazu bei, dass bis zum Hochmittelalter beinahe jeder Berufsstand Nikolaos als Schutzpatron für sich in Anspruch nahm. So soll er des Öfteren Seeleuten beigestanden haben, er rettete drei römische Feldherren nach einem Fehlurteil vor dem Henker und bewahrte drei Jungfrauen vor der Schande, indem er ihnen des Nachts drei goldene Kugeln als Mitgift in die Strümpfe legte und ihnen so eine anständige Heirat ermöglichte. Doch ausgerechnet sein weltberühmtes Patronat für die Kinder, das auch heute noch am 6. Dezember gefeiert wird, beruht auf einem Übersetzungsfehler. Ein Schreiber übersetzte im Jahr 961 fälschlicherweise "drei unschuldige Bürger" mit "drei unschuldige Kinder".


Dank eines Diebstahls kam der Erfolg
Nichtsdestotrotz machte Nikolaos von Myra in der römisch-katholischen Kirche Karriere. Wem der heutige Umgang mit dem Nikolaus zu kommerziell ist, sollte daran denken, dass es auch schon im Mittelalter weniger auf den frommen Glauben als vielmehr auf die klingende Münze ankam. Pilger brachten Geld in eine Stadt und mehrten ihr Ansehen. Und wer keinen gewinnbringenden Heiligen sein Eigen nennen konnte, der besorgte sich einen durch Tausch, Kauf oder – wie im Fall des heiligen Nikolaus – durch Diebstahl! Im 11. Jahrhundert hatte die italienische Hafenstadt Bari ihre Bedeutung als politisches und wirtschaftliches Zentrum an Palermo verloren. Um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, musste Ersatz gefunden werden. Deshalb stahlen Kaufleute aus Bari im Jahr 1087 die sterblichen Überreste des Heiligen aus seiner Kirche in Myra. Ein genialer, weil einträglicher Schachzug. Als Bari 1157 zerstört wurde, war sie dank des Kapitals der Pilger schnell wieder aufgebaut.

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Von Bari aus trat der heilige Nikolaus seinen Siegeszug durch ganz Europa an. Nachhaltig verbreiteten sich sein Kult und sein Brauchtum bis nach England, Russland und ins Baltikum. In Nordfrankreich entstand schließlich das Ritual, kleine Geschenke ihm zu Ehren zu verteilen. Diese Sitte wanderte durch den gesamten abendländischen Kulturkreis, bis nach Amerika. Seine Popularität fand im Hochmittelalter Niederschlag in der Namensgebung. Nikolaus und die Kurzform Klaus waren die beliebtesten Jungennamen. Heute sind das eher Kolja oder Niklas, aber der Ursprung ist derselbe. Zahlreiche Gotteshäuser wurden ihm geweiht. Historiker schätzen die Zahl auf vier- bis fünftausend. In den Klöstern führten die Novizen geistliche Schauspiele auf, die von seinen Wundertaten berichteten. Um ihnen mehr Dramatik zu verleihen, wurden auch die Widersacher des Heiligen dargestellt. Das konnten der Teufel oder andere Unholde sein, wie zum Beispiel Knecht Ruprecht, der lange Zeit die Rolle des Knabenmörders darstellte.

Ein Held für alle Konfessionen
Zur Lutherzeit entstand der Brauch, den Kindern am 6. Dezember, dem angeblichen Todestag des Heiligen, die Geschenke in Papierschiffchen oder Stiefel zu legen. Aus dieser Zeit stammt auch die uns heute bekannte Kleidung des Nikolaus. Die Pfarrer in einigen protestantischen Orten verboten der Bevölkerung einen als katholischen Bischof gekleideten Nikolaus von Haus zu Haus gehen zu lassen. Sie hatten die Beliebtheit des Nikolaus im Volk jedoch unterschätzt. Anstatt auf den Nikolaus gänzlich zu verzichten, zogen sie ihn um. Deshalb wurde aus der Mitra eine Zipfel- oder Pelzmütze und aus dem Ornat ein langer Mantel. Damit war die Verwandlung perfekt. Und seit der Werbekampagne einer bekannten Getränkefirma in den 1930iger Jahren sind Mütze und Mantel knallrot.

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Die Geschichte über St. Nikolaus
 
In der reichen Stadt Patara lebte vor langer, langer Zeit ein Knabe, dessen Name war Nikolaus. Vater und Mutter starben leider an einer bösen Krankheit, dadurch weinte Nikolaus Tag und Nacht. Die Eltern hinterließen ihm großen Reichtum: Gold, Silber, Edelsteine, Ländereien, Schlösser und Paläste. Auch Pferde, Schafe, Esel und andere Tiere besaß er. Doch er war trotzdem sehr traurig und konnte sich über seinen Reichtum nicht freuen. Seine Angestellten wollten ihn aufmuntern. Der Hofmeister anerbot sich, ihm seine Schlösser zu zeigen. Der Stallmeister wollte mit ihm auf den schönsten Pferden durch die Ländereien reiten. Der Küchenmeister meinte, er könne doch für alle reichen Kinder der Stadt ein köstliches Essen zubereiten.

Doch Nikolaus wollte von allem nichts wissen. Auch die Tiere spürten, dass er traurig war. Sie drängten sich zu ihm. Vom Weinen müde, wollte er sich schlafen legen. Da stieß er mit dem Fuß an einen Tonkrug, in dem viele Schriftrollen steckten. Eine davon ergriff er und begann zu lesen. "Da war ein reicher Mann, der lebte herrlich und in Freuden. Da war aber auch ein Armer, der lag vor seiner Tür und wollte nur Brotsamen die den Reichen vom Tische fielen. Doch diese gönnten sie ihm nicht. Es geschah, dass der Arme starb. Er wurde von den Engeln in den Himmel getragen. Auch der Reiche starb. Doch es kamen keine Engel, ihn zu holen".

Gleiche ich nicht dem reichen Mann in der Geschichte, dachte Nikolaus. Ich bin schön gekleidet und lebe im Überfluss. Die Bettler draußen beim Stadttor habe ich vergessen. Morgen will ich früh aufstehen und mich nach ihnen umsehen. Am Morgen schlich er sich zum Palast hinaus. Nach dem Stadttor fand er die Ärmsten der Stadt, zerlumpt, krank und elend. Als sie ihn erblickten, streckten sie die Hände entgegen. Nikolaus wollte in die Tasche greifen, doch an seinem bestickten Kleide gab es keine. Eilig löste er die schwere Goldkette vom Hals, zog den Ring vom Finger und gab es ihnen. Er schlüpfte aus dem Obergewand, dem bunten Rock, den Sandalen und verschenkte alles. Glücklich ging er nach Hause. Er war wieder fröhlich.

Nikolaus ließ auf seine Kleider Taschen aufnähen. Vergnügt schlüpfte er in seinen, weiten, roten Mantel und spazierte am Abend durch den Garten. Er füllte seine Taschen mit Nüssen, Äpfel und Mandarinen. Erneut schlich er sich aus dem Palast, ging zu den Armen und verteilte alles. Mit 12 Jahren wurde Nikolaus weit weg in die Schule gebracht. Berühmte Lehrer unterrichteten ihn und unterwiesen ihn in der Heiligen Schrift. Wo er Not und Elend sah, gab er mit vollen Händen. Doch er machte dies jeweils im Verborgenen.

Als er einmal zum Gottesdienst in die Kirche trat, wurden die Worte verlesen, die Christus zum reichen Jüngling gesagt hatte: "Willst du mir angehören, so verschenke alles was dir gehört an die Armen". Über diese Worte hatte Nikolaus oft nachgedacht. Nun ließen sie ihn nicht mehr los. Er rief den Haushofmeister, befahl ihm Geld und Gut an die Armen zu verteilen. Denn er wolle sich aufmachen ins Heilige Land, wo unser Herr gelebt hatte. Nikolaus litt auf seiner Pilgerfahrt oft große Not. Bei allem Hunger blieb er aber stets fröhlich. Er zog durch das Land und predigte das Wort Gottes. Den Kindern erzählte er Geschichten aus der Bibel.

Eines Tages kehrte er in die Heimat zurück. In Myra war der alte Bischof gestorben. Als man Nikolaus erblickte fragte man, wer er sei. Ich bin Nikolaus ein Diener Christi, antwortete er. Da führte man ihn ins Gotteshaus und ernannte ihn zum Bischof. Als er wieder ins Freie trat, stand sein alter, grauer Esel vor der Tür. Von da an wurde er sein treuer Begleiter. Nikolaus sorgte für die Gläubigen wie ein Hirt für seine Schafe. In Zeiten der Gefahr predigte er den Christen an einsamen Orten und stärkte sie im Glauben.

An seinem Geburtstag kleidete er sich jeweils in den kostbaren Bischofsmantel und nahm den Hirtenstab zur Hand. Seinen Esel belud er mit einem schweren Sack. Der war gefüllt mit Äpfel, Nüssen, Mandarinen und Honigkuchen. Er schritt durch die Strassen und verteilte die Gaben und machte diesen Tag zu einem großen Fest. Das hielt er so bis ins hohe Alter. Und als die Stunde kam da Gott ihn heimholen wollte, fiel ihm nur eines schwer, dass er sich von den Kindern trennen sollte.

Bischof Nikolaus starb am 6. Dezember 352.
Der Nikolaustag wird noch heute zum Andenken an Bischof Nikolaus gefeiert und kündigt als Vorbote das Weihnachtsfest an.

Wie werden eigentlich Legosteine hergestellt?

Mit Legosteinen spielen viele Kinder sehr gern. Sie bauen Häuser, Burgen oder Autos damit. Doch wie werden Legosteine eigentlich hergestellt? Helena Seppelfricke kann das erklären. Sie ist Pressesprecherin bei der Firma Lego. Das heißt, sie antwortet Journalisten, wenn sie Fragen zu dem Spielzeug haben. Helena Seppelfricke erklärt: "Legosteine gibt es schon seit dem Jahr 1958. Seit 1963 bestehen sie aus dem Kunststoff, aus dem sie noch heute gemacht werden".


Ein spezieller Kunststoff
Dieser Kunststoff hat einen langen und schwierigen Namen: Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat. Abgekürzt heißt das Material ABS. Dieser Kunststoff ist sehr hart, und er glänzt matt. Seine Oberfläche bleibt auch dann glatt, wenn Kinder auf einem Stein herum kratzen oder mit den Zähnen hineinbeißen. Außerdem lässt ABS die Steine besonders gut aneinander haften, erklärt Helena Seppelfricke.

Legosteine werden sehr heiß gepresst
Legosteine werden in speziellen Fabriken in mehreren Ländern hergestellt. Das ABS wird dort in Form von kleinen Körnchen hingebracht. Der Kunststoff wird dann auf 232 Grad Celsius erhitzt. Das ist sehr heiß. Die ABS-Körnchen schmelzen bei dieser Temperatur. Spezielle Maschinen pressen die heiße und zähflüssige Kunststoffmasse dann in Legostein-Formen. Wenn die Masse getrocknet ist, sind die Legosteine fertig.

Passgenau seit 1958
Helena Seppelfricke sagt: Es gibt 2400 unterschiedliche Formen. Die Steine, die heute hergestellt werden, passen noch immer auf die ersten Legosteine aus dem Jahr 1958. Legosteine, die niemand gekauft hat, werden wieder eingeschmolzen und zu neuen Steinen verarbeitet. Das spart Abfall und schont die Umwelt.

Spiel gut!
Doch was bedeutet der Name Lego eigentlich? Helena Seppelfricke sagt: Der Erfinder von Lego war ein Mann namens Ole Kirk Christansen, der 1932 im Süden seines Heimatlandes Dänemark eine Tischlerei für Holzspielzeug gründete. Sein Unternehmen nannte er Lego - das ist zusammengesetzt aus den dänischen Wörtern "Leg" und "Godt". Auf Deusch bedeutet das "spiel gut".

Quelle: dapd

Wie entstehen Fata Morganas?

Reisende in der Wüste fürchteten sie, auf dem weiten Meer erzählte man sich schauerliche Geschichten über die mysteriösen Trugbilder, die ehrliche Seebären zum Schaudern brachten. Doch eigentlich ist eine Fata Morgana nichts weiter als eine Luftspiegelung und überhaupt nichts Gruseliges.

Einen ganz ähnlichen Effekt könnt ihr auch bei uns an heißen Sommertagen über asphaltierten Straßen beobachten: Über der Fahrbahn flimmert es.

Warum? Die Sonne heizt die Straße extrem auf, die heiße Luft steigt wegen ihrer geringeren Dichte hoch und trifft dabei auf die etwas kühlere Umgebungsluft. Die erhitzte Luft hat aber auch eine andere optische Dichte als kältere - so wie etwa Glas und Luft auch unterschiedliche Dichten haben.

Fällt ein Lichtstrahl durch diese beiden unterschiedlichen Schichten, wird er deshalb wie bei einem Brennglas gebrochen. Dadurch entsteht die optische Verzerrung, die wir als das Flimmern an heißen Tagen kennen.

Bei optimalen Bedingungen kann diese Brechung dazu führen, dass Landschaften erkennbar werden, die der Betrachter eigentlich gar nicht sehen kann: Die Erdkrümmung schränkt unser Sichtfeld ein - auch wenn wir auf einer riesigen Ebene stehen. Wenn dort allerdings zwei unterschiedlich heiße Luftschichten aufeinander treffen, kann das Licht so stark gebrochen oder reflektiert werden, dass Hügel oder Seen, die eigentlich hinter dem Horizont liegen, nah vor den Betrachter projiziert werden.

Dazu muss es sehr heiß und windstill sein, damit die Luftschichten ungestört aufeinander treffen können. Wo gibt es solche optimalen Bedingungen und gewaltige flache Landschaften? In der Wüste. Dort können dann zum Beispiel weit entfernte Bergketten ganz nah erscheinen, manchmal sollen Silhouetten von Städten oder sogar Seen aus dem Nichts auftauchen und Reisende verwirren.

Ermöglicht werden diese perfekten Bedingungen für eine Fata Morgana durch den Sand: Er heizt sich am Morgen schnell extrem auf. Wenn diese Hitze auf die noch kühle Morgenluft trifft, sind spektakuläre Lichtbrechungen möglich.

Auch auf dem Meer ist dieser Effekt zu beobachten. Eine Fata Morgana über dem Wasser an einem stillen, heißen Tag wäre eine Erklärung für die "Geisterschiffe", die manche Seeleute früher gesehen haben wollen und die dann Teil des "Seemannsgarns" wurden. So nennt man die oft abenteuerlichen Geschichten, die Matrosen sich erzählen.

Ihren schönen Namen hat die Fata Morgana übrigens von der Fee Morgan aus der berühmten Sage von König Artus und seinen Rittern der Tafelrunde: Die etwas eigenwillige Fee soll auf der Insel Avalon gewohnt haben, die normale Menschen nicht erreichen konnten - ganz so wie die Luftspiegelungen.

Wie kommt der Sand in die Wüste?

Sand entsteht, wenn Gestein verwittert

Erklären kann das Matthias Franz. Er arbeitet in der Stadt Freiburg beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau. Matthias Franz kennt sich mit Steinen aus. Er sagt: Der Sand in den Wüsten entsteht, wenn hartes Gestein verwittert, wie zum Beispiel Granit.

Regen, Hitze und Eis verändern das Gestein

Die Natur nagt kräftig an dem Granit, erklärt Mattias Franz. Sonne, Wind und Wasser wirken auf das Gestein. Durch die Hitze springt der Stein leicht auf und bekommt Löcher und Ritzen. Gefriert darin im Winter das Regenwasser, platzt der Stein noch weiter auf. Auch Wurzeln von Pflanzen können Teile aus dem Gestein herauslösen.

Steine werden immer kleiner

Sand entsteht aber viel häufiger aus Sandstein, sagt Matthias Franz. Sandstein war vor vielen Jahren schon einmal Sand. Der wurde zusammengepresst, zum Beispiel als sich die Kruste der Erde verschoben hat. Die Natur löst auch aus dem Sandstein Teile heraus. Wind und Wasser tragen die kleinen Steine immer weiter mit sich fort. Dabei schleifen sich die Ecken und Kanten der Steinchen ab. Mit der Zeit werden daraus immer kleinere und rundere Sandkörner.

Es gibt verschiedene Wüsten

Die großen Sandwüsten sind dort, wo es viel Gestein gibt, aus dem Sand entstehen kann, oder wo der Wind den Sand hingeweht hat, erklärt der Experte. Aber nicht jede Wüste besteht aus Sand. Es gibt zum Beispiel Fels- oder Steinwüsten, aber auch Salz-, Lehm- und Eiswüsten, sagt Matthias Franz.

Quelle: dapd

Was ist der Obolus?

Der Obolus ist eine kleine, geringwertige Silber- bzw. Bronzemünze aus dem antiken Griechenland (griechisch: obolós). Die Bezeichnung leitet sich von obelós ab, was „Spieß“ oder „Obelisk“ heißt. Das deutet darauf hin, dass in Zeiten vor der Münzprägung das Zahlungsmittel stab- bzw. spießförmig war.

Der Ausdruck „seinen Obolus entrichten oder leisten“ geht zurück auf die griechische Mythologie, hat also die ganzen Jahre bis heute überdauert. Danach muss ein bestatteter Toter mit seiner Seele über den Unterweltfluss Acheron gelangen. Damit das möglich wurde, legten die Menschen dem Verstorbenen einen Obolus unter die Zunge. Die kleine Münze war bestimmt für den Fährmann Charon, als Fährgeld für seine Dienste.

Wie entsteht Schnee? Schneeflocken, ihre Entstehung und ihre Formen

Bei den derzeitig herrschenden winterlichen Temperaturen fragt man sich oft: Wie entstehen eigentlich Schneeflocken? Und wie kommt es, dass sie alle so unterschiedlich geformt sind? Wenn du verstanden hast, wie Regen entsteht, kannst du die Entstehung von Schnee einfacher nachvollziehen. Wir beginnen also mit dem Regen.

Wie entsteht Regen?
Das Wasser auf der Erde, zum Beispiel aus Flüssen und Meeren verdampft, wie das Wasser beim Wasserkochen. Der entstehende Wasserdampf steigt auf in Richtung Himmel. Umso höher der Wasserdampf steigt, umso mehr kühlt er ab. Denn weiter oben in der Luft werden auch die Lufttemperaturen immer kühler. Das ist auch der Grund weshalb auf vielen Bergen das ganze Jahr über Schnee liegt. Während der Wasserdampf abkühlt, kondensiert er, das heißt er gibt kleine Tröpfchen an die Luft ab. Aus diesen Tröpfchen entstehen Wolken. Die Wolken am Himmel erscheinen zwar wie weiche, große Wattewolken, sind aber ungemütlich feucht: Sie bestehen aus unvorstellbar vielen Wassertropfen oder Eiskristallen.

Eiskristalle entstehen
Wenn es kälter wird, drücken sich die Tröpfchen in den Wolken immer stärker aneinander und verschmelzen zu immer größeren Tropfen. Sie werden schließlich so schwer, dass sie beginnen abzusinken. Auf dem Weg nach unten wachsen sie weiter, da sie immer mehr Teilchen aufnehmen. So entsteht schließlich Sprühregen. Regen mit großen Tropfen bildet sich meistens dann, wenn die Temperatur in der Wolke so niedrig ist, dass Eiskristalle entstehen. Sie vereinigen sich zu Schneeflocken, fallen nach unten und tauen in den wärmeren unteren Luftschichten wieder auf. Sie kommen dann als große Regentropfen auf der Erde an.

Wie kommen Schneeflocken auf der Erde an?
Wenn in einer Wolke die Temperatur unter den Gefrierpunkt, also unter null Grad Celsius sinkt, bilden sich in ihr keine Wassertröpfchen: Dann entstehen, wie oben kurz erwähnt, Eiskristalle. Diese Kristalle verketten sich zu Schneeflocken. Die größer werdenden Flocken werden schließlich so schwer, dass sie zur Erde fallen. Die Schneeflocken kommen jedoch nur dann als Schnee am Boden an, wenn die Temperaturen auf dem ganzen Weg, also von der Wolke bis zum Boden, unter dem Gefrierpunkt liegen.

Wie entstehen die unterschiedlichen Formen der Schneeflocken?
Die einmaligen Formen der Schneeflocken hängen mit der Temperatur und dem Wassergehalt in der Wolke zusammen. Zwar haben alle Eiskristalle jeweils sechs Seiten und sechs Spitzen, aber dennoch hat jede Schneeflocke ihre ganz eigene, individuelle Gestalt: Bei tieferen Temperaturen bilden sich eher sechseckige Schneeplättchen. Bei höheren Temperaturen entstehen kunstvoll wirkende, sechsarmige Sterne. Eine sechseckige Schneeflocke entsteht bei Temperaturen zwischen minus 17 und minus zwölf Grad. Dann lagern sich Wassermoleküle aus der Dampfphase direkt an einen so genannten "Kondensationskeim" an. Neue Moleküle, also kleinste Teilchen, die sich anlagern bevorzugen die Ecken der Sterne. Es entstehen so genannte "Fraktale". Fraktale sind Figuren, die sich selbst ähnlich sind und die durch Wachstum entstehen: Bei der Schneeflocke wachsen an jeder Ecke Röhrchen, an deren Ecken sich wiederum kleinere Röhrchen bilden. Da die Geschwindigkeit und die Richtung des Wachstums von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit abhängen, und diese nie für alle Schneeflocken völlig gleich sind, sieht jede Schneeflocke ein klein wenig anders aus als die anderen.

Warum gibt es den Karneval?

Auf Hochdeutsch heißt die närrische Zeit Fastnacht, Karneval oder Fasching, abgesehen von den vielen regionalen Bezeichnungen. Alle Begriffe beziehen sich auf die Fastenzeit ab Aschermittwoch. So war die „Fastnacht“ ursprünglich der Abend vor dem Fastenbeginn. Im Laufe der Zeit dehnte sich das Feiern auf mehrere Tage als nur den einen vor Aschermittwoch aus.

Was haben zwei so gegensätzliche Ereignisse miteinander zu tun – das eine steht für Laster, das andere für Enthaltsamkeit? Der Ursprung des Karnevals ist vermutlich in der Antike zu finden: Zwischen der Wintersonnenwende und der Tag-und-Nacht-Gleiche feierten die Menschen im Mittelmeerraum heidnische Feste und Kultrituale zu Ehren der Götter, um den Winter zu vertreiben und die fruchtbaren Tage des Frühlings zu begrüßen. Möglicherweise versuchte die Kirche mit der Einführung des Christentums, diese Bräuche aufzufangen und mit kirchlichen Festtagen zu überlagern. Fest steht, dass Fasching und Fasten trotz ihrer Gegensätzlichkeit von der Kirche toleriert wurden. Manche, die sich mit dem Thema beschäftigen, sind überzeugt, beides sei eine Erfindung der Kirche.

Kirchenvertreter konnten ihre Gläubigen lenken, solange Fasching eine christliche Tradition war. Die Feste vor dem Fasten symbolisierten sündiges Verhalten und das Abwenden von Gott. Aber: Die Fastenzeit konnte das wiedergutmachen. Päpste im Mittelalter weiteten die Festlichkeiten immer mehr aus. Um 1700 erlaubten sie schließlich sogar den Frauen, maskiert am Karneval teilzunehmen. So konnte die Kirche an Aschermittwoch ein striktes Einhalten der Fastenzeit einfordern. Fasten und Fasching standen also für zwei unvereinbare Lebenswelten: den teuflisch gesinnten Weltstaat und den Gottesstaat.

Mit diesem Denkmodell war es möglich, dass Fasching über die vergangenen Jahrhunderte zur festen Größe wurde. Nur durch die Reformation im 16. Jahrhundert gab es einen Dämpfer: Die Protestanten schufen für sich die Fastenzeit mitsamt Karneval ab. Deshalb sind Karnevalshochburgen eher katholische Städte und Gemeinden.

Wie entstand das Wort Kalkül?

Es war einmal ein Steinchen ..., genauer gesagt ein Kalk-Steinchen. Das lateinische Wort für Kalk bzw. Stein ist calx; und die Verniedlichung davon ist calculus. Das war aber nicht einfach nur ein Steinchen, sondern auch die Bezeichnung für einen Spiel- oder Rechenstein. Daraus ergab sich das Verb calculare für „berechnen“ oder „zusammenrechnen“.

Unsere Kaufleute machten im 16. Jahrhundert aus der lateinischen Vorlage das „kalkulieren“. In ihrem Berufsalltag bedeutete das, sie berechneten oder veranschlagten einen bestimmten Preis für ihre Ware. Auch das kleine Steinchen (calculus) tauchte ab dem 17. Jahrhundert in ihrer Sprache wieder auf, meist verkürzt als Calcul. Und dann schaute man zu den Franzosen hinüber, die das „u“ als „ü“ aussprachen und übernahm schließlich deren Aussprache. So wurde aus dem Calcul im Lauf der Zeit das Kalkül.

Übrigens gibt es auch „der Kalkül“. Darunter verstehen Mathematiker und Logikwissenschaftler eine „Methode zur systematischen Lösung bestimmter Probleme“ (Duden).

Die älteste Parfumfabrik der Welt

Am 13. Juli 1709 wurde die älteste, heute noch bestehende Parfumfabrik der Welt gegründet. Sie trägt den schönen Namen "Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz" - kurz "Farina gegenüber". Welche Bedeutung der Duft im Laufe der Jahrhunderte erlangte und was ihn von "4711 - Kölnisch Wasser" unterscheidet, kannst du hier nachlesen.

Französische Mode-Produkte
Am 13. Juli 1709 gründete der Italiener Giovanni Battista Farina in Köln ein Geschäft, in dem er in erster Linie französische Produkte verkaufte, die damals in Mode waren: silberne und goldene Bänder, seidene Strümpfe und Taschentücher, Tabaksdosen, Puder, Perücken und ähnliche Galanteriewaren. Er deutschte seinen Namen ein und nannte sich Johann Baptist Farina. Sein Bruder Johann Maria Farina trat 1714 auch in die Firma ein und brachte das Rezept für ein Parfum mit, das er selbst erfunden hatte und dem er, der Stadt zu Ehren, den Namen "Kölnisch Wasser" gab.

Wunderwasser aus Zitrusölen und Alkohol
Das Besondere dieses Rezeptes war, dass Farina ätherische Öle, also Pflanzenextrakte mit hochprozentigem Alkohol mischte. Auch die Duftnote, die er erfunden hatte, war damals etwas ganz Neues. Bisher verwendete man schwere Düfte wie Moschus, Zimt und Sandelholz. Farina hatte hingegen ein Parfum erschaffen, das "mich an einen italienischen Frühlingsmorgen erinnert, an Bergnarzissen, Orangenblüten kurz nach dem Regen. Er erfrischt mich, stärkt meine Sinne und Phantasie", wie er selbst sagte. Farinas Kreation wurde übrigens nicht nur für die äußerliche Anwendung verkauft, sondern half als "Eau admirable", zu deutsch "Wunderwasser" auch bei der Zahnpflege und sollte vor ansteckenden Krankheiten schützen. Jede einzelne Flasche "Kölnisch Wasser" trug einen Beipackzettel, der auf die Anwendungsmöglichkeiten hinwies und der durch Siegel und Unterschrift des Erfinders als echt ausgewiesen wurde.

Der Duft der großen weiten Welt
Zunächst verkauften die Farinas ihr Parfum nur in Köln, doch bald verschickten sie es auch an Interessenten aus ganz Europa. Besonders in Frankreich wurde der Duft so beliebt, dass man dazu überging, seinen Namen ins Französische zu übersetzen "Eau de Cologne". Berühmt gemacht hatten das Parfum französische Offiziere, die während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) in Deutschland stationiert waren und es neben Puder und Perücken bald zu ihren alltäglichen Dingen zählten. Doch nicht nur sie waren begeistert vom italienischen Duftwasser.

Die Fans von "Echt Kölnisch Wasser"
Seit dem 18. Jahrhundert roch jeder, der Rang und Namen hatte nach "Eau de Cologne": Vom Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. von Preußen (1688-1740) über die Dichterfürsten Goethe und Schiller sowie die Komponisten Beethoven und Mozart aber auch russische Zaren, italienische und französische Könige samt ihrem Hofstaat und die österreichische Kaiserin Sissi bis hin zu Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts - Bundeskanzler Konrad Adenauer, Schauspieler Heinz Rühmann, die englische Prinzessin Diana und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, sie alle verwendeten den Duft aus Köln.

Original und Fälschung
"Original Eau de Cologne" - zu deutsch "Echt Kölnisch Wasser", ist heute eine geschützte Marke, die nur von Parfumfirmen in Köln genutzt werden darf. Neben der Firma "Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz" gibt es jedoch zahlreiche Nachahmer, die vom Ruhm des Originals profitieren wollen. Früher nannten sich viele von ihnen auch "Farina gegenüber...", sodass für Außenstehende sehr schwer zu unterscheiden war, in welcher Flasche sich das Original Eau de Cologne befand und in welcher ein Imitat. Auch das heute bekannte Kölnisch Wasser 4711 (sprich "siebenundvierzig-elf") gehört zu Farinas Nachahmern. Der Begriff "Eau de Cologne" bürgerte sich sogar für sehr viele leichte Düfte ein, die mit Farinas Duft aus Köln rein gar nichts gemeinsam haben. Die Firma "Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz" ist seit acht Generationen im Besitz der Familie Farina, die allein das geheime Parfumrezept kennt, das bis heute noch unverändert hergestellt wird.

Woher kommt das Bier?

Die Deutschen stehen fast an der Spitze des weltweiten Bierkonsums – mehr als 115 Liter sind es pro Kopf und Jahr. So typisch das Bier hierzulande ist: Es stammt nicht aus unseren Breiten. Dass ein Mensch das Ur-Bier entdeckte, wird dem Zufall zugeschrieben: Irgendjemand wird ein Stück Brot, aufgeweicht in Wasser und leicht angegoren, getestet und für gut befunden haben. Fest steht, dass vor mehr als 6.000 Jahren das Volk der Sumerer in der Region um das heutige Irak Bier hergestellt hat: aus nicht durchgebackenem, vergorenem Brot aus Gerste oder dem alten Getreide „Emmer“. Für den Geschmack gaben die Sumerer Honig, Gewürze und Kräuter dazu.

Als die Babylonier 2.000 v. Chr. das Reich der Sumerer übernahmen, eigneten sie sich deren Braukunst an. Sie stellten bereits 20 verschiedene Sorten her! Die Menschen tranken es mit langen Tonröhrchen, weil das Bier nicht filtriert war und bittere Rückstände enthielt. Zeitgleich zum Orient fand auch die Hochkultur der Ägypter zu dem alkoholischen Getränk aus vergorenem Brotteig. Dort war es ein Volksgetränk, von dem sogar Sklaven täglich ihre Ration tranken. Etwa die Hälfte ihrer Getreideernte verwandelten die Ägypter in Bier. Den Geschmack rundeten sie mit Honig, Datteln und Gewürzen ab.

Erst um 1.000 v. Chr. gelangten Bierrezepturen in den Norden Europas. Die Germanen nutzten Gerste, Weizen oder Hirse als Grundstoff, ohne es vorher zu Brot zu verarbeiten. Kräuter wie Anis, Kümmel, Rosmarin Myrte oder bittere Eichenrinde würzten das Gebräu – damals übrigens von Frauen hergestellt, da Backen und Brauen gut zusammenpassten. Auch Honig gaben sie zu, damit die Gärung in Schwung kam. Das Ergebnis war trüb, klebrig, schaumlos und nicht lange haltbar. Der Römer Cornelius Tacitus (55–120) schrieb über die Germanen, sie tränken „einen schauerlichen Saft, aus Gerste oder Weizen gegoren“. Im Mittelalter galt Bier dann schon als Grundnahrungsmittel, an dem auch andere Länder Gefallen hatten: Per Schiff exportierten die Norddeutschen ihr Bier ins Ausland. Bei der Herstellung achteten sie auf ordentliche Qualität – denn zu leicht ging beim Brauen etwas schief. Dies nahmen die Bayern auch zum Vorbild ihrer Brauordnungen und für das Reinheitsgebot (von 1516).

Das Ei war zuerst da!

Osterhase oder Osterei – welcher Brauch ist älter? Diese Frage entscheidet sich eindeutig zugunsten des Eis. Es ist Symbol der Fruchtbarkeit und des neuen Lebens. Alleine aus diesem Grund passt es wunderbar zum Fest der Auferstehung.

Hühner legen Eier auch zur Fastenzeit

Bereits vor rund 1.200 Jahren war es den Christen verboten, in der Fastenzeit vor Ostern Eier zu essen. Das Verbot galt eigentlich für Fleisch, schloss aber tierische Produkte mit ein. Den Hühnern als Eierlieferanten war das naturgemäß egal: Es sammelten sich daher bis Ostern immer viel zu viele Eier an. Das Abkochen half, sie haltbarer zu machen.

Ab dem 12. Jahrhundert etwa nahmen die Gläubigen am Ostersonntag die Eier mit zur Messe in die Kirche, um sie weihen zu lassen. Zu diesem besonderen Anlass wurde es mit der Zeit gang und gäbe, die Schalen bunt einzufärben und sie mit Mustern oder Bildern zu verzieren.

Hasen schlafen mit offenen Augen
Hasen sind ebenfalls Symbole der Fruchtbarkeit. Hinzu kommt, dass sie keine Augenlider haben und mit offenen Augen schlafen – das symbolisiert die Auferstehung Christi.

Im Osterbrauchtum spielt der Hase als Eierbote erst seit etwa 300 Jahren eine Rolle. Er geht auf die evangelische Kirche zurück, die die Eierweihe der Katholiken ablehnte. Trotzdem schlichen sich die Eier bei protestantischen Stadtfamilien ein, die damit jedoch in 1. Linie kindgemäß das Osterfest begehen wollten. Brachte ein Hase die bunten Eier, konnten sie zumindest nicht aus der katholischen Ostermesse stammen. Daneben gibt es noch viele andere Erklärungsversuche für den Bedeutungsgewinn des Osterhasen – keiner ist jedoch wirklich stichhaltig.

Anmerkung/Nachtrag: Die Ostereier werden heutzutage deshalb gefärbt, weil die Menschen damals in der Fastenzeit die Eier farbig markiert haben. Sie taten dies, weil nach der Fastenzeit die ältesten Eier zuerst verbraucht werden mussten. Die Farben halfen also bei der Erkennung, in welcher Woche, welche Eier gelegt wurden...

Wie entstanden Hochkulturen?

Die gemeinhin als „Hochkulturen“ bezeichneten Stämme und Völker sind Ihnen sicher ein Begriff: Dazu zählen z. B. die Sumerer, die Babylonier oder die Ägypter. Sie konnten quasi nur deshalb aufblühen, weil sich bestimmte Lebens- und Arbeitsbereiche in Städten konzentrierten. Auch das Wachstum der Bevölkerung beeinflusste die Entstehung von Hochkulturen. Schließlich waren diese selbst wiederum dafür verantwortlich, dass sich alles Städtische und Bauliche weiterentwickelte.

Eine Hochkultur hebt sich von anderen Kulturen durch gewisse gesellschaftliche Merkmale ab, durch die sie zugleich weiterentwickelt erscheint. Hochkulturen betreiben z. B. gezielt Landwirtschaft mit Bevorratung und Handel, sie haben Städte als Organisationseinheiten und Handelspunkte. Es gibt verschiedene Klassen in der Gesellschaft, Arbeitsteilung und eine Verwaltung. Zur Kommunikation nutzen sie Schriftzeichen. Schließlich existieren religiöse Ausprägungen und Heiligtümer. Zu den frühen Hochkulturen zählen neben den hier genannten beispielsweise auch die Inka und Maya in Amerika. Nachfolgend einige Beispiele früher, bedeutender Hochkulturen.

Mesopotamien: Die 1. Schrift, der 1. Stadtplan
Im Zweistromland zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris (heute Anatolien, Syrien, Irak) entstanden um 3.200 v. Chr. die ersten richtigen Städte – möglicherweise sogar für bis zu 100.000 Einwohner. Sie hatten bereits öffentliche Plätze und Bauten, wie z. B. monumentale Tempel und Paläste, Speicher, Werkstätten und Häfen.

Die großen Völker Mesopotamiens waren die altorientalischen Sumerer, die Akkader, Assyrer und Babylonier. Sie alle erbrachten große kulturelle Leistungen. In der sumerischen Stadt Uruk beispielsweise fanden Archäologen die zunächst ältesten schriftlichen Aufzeichnungen von Menschen – Tontafeln mit Keilschrift.

Die Babylonier (Babylon liegt noch näher an Bagdad als Uruk) legten im Gegensatz zu den Sumerern schon rechteckige Stadtgrundrisse an, die von Hauptstraßen durchzogen waren und verschiedene Quartiere aufwiesen. Deshalb gilt Babylon auch als 1. im Vorfeld geplante Stadt. Babylonier und Assyrer arbeiteten schon mit farbig glasierten Ziegeln, mit denen sie Häuser und Mauern verblendeten und bebilderten.

Ägypten: Vorbild für die Antike
Die meisten von uns denken bei Ägypten erst einmal an Pyramiden. Das ist nicht abwegig, denn diese haben sich bis heute erhalten können. Allerdings handelt es sich dabei um Kultstädte toter Pharaonen. Sie waren für die Ewigkeit gebaut. Die Städte der Lebenden waren dagegen nicht auf Dauer angelegt. Mit Baumaterialien wie Lehm- oder Nilschlammziegeln war ihre Vergänglichkeit vorprogrammiert. Vieles hat der afrikanische Strom Nil im Laufe der Jahre auch mit Schlamm überlagert. Deshalb finden sich heute nur ganz wenige Überreste „echter“ ägyptischer Städte, wie z. B. Theben.

Dennoch lassen sich daraus gewisse Stadt- und Baustrukturen ableiten. Außerdem vermuten Archäologen, dass die Totenstädte Abbilder der vergänglichen Städte der Lebenden waren. Östlich des Nils lagen die Wohn-, westlich davon die Totenstädte. Innerhalb der Städte spielen die Himmelsrichtungen ebenfalls eine große Rolle. Häuser und Paläste sind nach Norden ausgerichtet, die Straßen im rechten Winkel von Nord nach Süd und von West nach Ost. Wasser ist ein prägendes Element der Städte. Es gibt künstlich angelegte Kanäle und Seen – die Menschen nutzen sie zum Bewässern, als Wege, als religiöse und gestalterische Elemente. Paläste und Tempel liegen zentral in den meist rechteckigen Stadtgrundrissen.

Verschiedene Wohnhaustypen bilden sich bei den Ägyptern heraus, wie etwa das schmale, rechteckige Reihenhaus. Für am Bau der Pyramiden beteiligte Handwerker und Arbeiter gibt es abgeschlossene Siedlungen. Der Städtebau Ägyptens, z. B. das rechwinklinge Straßensystem und die Erschließung der Wohnviertel, war Vorbild für die antiken Hochkulturen Europas.

Ägäis: Europa erwacht
Von Mesopotamien und Ägypten aus strahlen die Hochkulturen in der Jungsteinzeit in die Ägäis (den Mittelmeerraum zwischen Griechenland und Türkei) aus. Das Ergebnis sind die ersten europäischen Hochkulturen – Städtenamen wie Troja oder Knossos auf Kreta verbinden wir damit. Zunächst entsteht die minoische Kultur auf der Insel Kreta, benannt nach König Minos. Sie ging ab 1.500 v. Chr. wegen Naturkatastrophen und kriegerischer Attacken vom Festland langsam unter. Aber sie hinterließ z. B. Knossos, die 1. Mittelmeergroßstadt (um 80.000 Einwohner) mit ihrem zentralen, großen Palast, den Sie heute noch besichtigen können.

Mit dem Ende der minoischen Phase verlagert sich die ägäische Kultur auf das Festland. Dort entstehen viele Burgstädte – Festungen, die sich und umliegende Dörfer gegen Feinde zu schützen wissen. Wesentliches Element ist die Oberstadt, die Akropolis: eine hoch oben liegende, befestigte Siedlung oder Burg. Das Machtzentrum Mykene gab dieser mykenischen Kultur auf dem Festland den Namen. Sie erlosch ebenfalls ab 1.200 v. Chr, vermutlich wegen Lebensmittelknappheit und Krieg.

Woher hat Silvester seinen Namen?

Der letzte Tag des alten Jahres hat seinen Namen von Papst Silvester I. (*314). Er starb am 31. Dezember des Jahres 335, und wie bei allen katholischen Heiligen hat die Kirche seinen Todestag zum Gedenktag ausgerufen.

Er regierte in einer für die Christenheit wichtigen Zeit: Man schrieb das Ende der Christenverfolgungen im römischen Reich. Kaiser Konstantin der Große (272-285) wandte sich dem Christentum zu. Damit war Silvester der Papst, der nach Jahrzehnten des Grauens einen glücklichen Neuanfang mitgestalten durfte.

Aber erst im Jahr 1582 trafen der päpstliche Namenstag und der Jahreswechsel aufeinander: Der neu eingeführte gregorianische Kalender sorgte dafür, dass sich der letzte Tag des Jahres auf den 31. Dezember verschob. Außer diesem kalendarischen Zusammenprall hat die Silvesternacht überhaupt nichts mit dem Christentum zu tun! Sondern mehr mit altem Aberglauben: Lärmende Umzüge und Peitschenknallen sollen böse Geister fernhalten. Heute wird dieser Brauch auf der ganzen Welt durch Feuerwerke ersetzt.

Wer war Papst Silvester? 

Vom Wirken Papst Silvesters ist wenig bekannt. Aber es entstand eine folgenschwere Legende: Silvester soll Kaiser Konstantin getauft und ihn dadurch vom Aussatz geheilt haben. Der Kaiser habe dem Papst aus Dank für diese wunderbare Heilung die Stadt Rom sowie das ganze Abendland geschenkt. Diese angebliche „Konstantinische Schenkung“ nutzten die Päpste im Laufe der Jahrhunderte, um ihre Vormachtsstellung in Europa auszubauen. Aber: Die Urkunde war eine Fälschung! Das haben Historiker zweifelsfrei bewiesen. Die Kirche hat es auch zugegeben – allerdings erst 1.500 Jahre später!

Wie ist "Silvester" richtig geschrieben?

Die Schreibweise „Sylvester“ ist – obwohl weit verbreitet – falsch. Sie tritt, auch nach neuer Rechtschreibung, lediglich als eine Nebenform für den Vornamen auf (z. B. bei Sylvester Stallone). Die Silvesternacht schreiben Sie korrekt wie den namensgebenden Papst: mit i.

Wann startete die Post in Deutschland?

Die deutsche Post verdanken wir Kaiser Maximilian I. (1459-1519). Er beauftragte die aus Italien stammende Familie Taxis (später von Thurn und Taxis), für seine kaiserlichen Dokumente eine regelmäßig verkehrende Postlinie quer durch Deutschland aufzubauen. Die Taxis hatten sich mit Kurierdiensten für den Papst bereits einen Namen gemacht. Ihre 1. Poststrecke für den Kaiser verlief zwischen seinen Regierungssitzen: von Innsbruck nach Brüssel. Maximilian nutzte seine neue Post zunächst nur für amtliche und militärische Zwecke. Doch schon bald sah er sich gezwungen, die Kosten zu verringern. Deshalb erteilte er den Taxis die Erlaubnis, auf den Strecken auch Privatpost zu transportieren.

Warum wurde die Post verstaatlicht?
Bis ins 19. Jahrhundert hinein entwickelten die Thurn und Taxis ihre Angebote weiter. 1660 richteten sie die 1. Postkutsche ein, die von Leipzig über Halle und Magdeburg nach Hamburg fuhr. So konnten sie neben Brief- und Warensendungen auch Passagiere befördern. Aber das Postwesen wurde immer komplizierter: wegen der Vielzahl der deutschen Länder, die ein Brief oder ein Passagier auf seinem Weg durchqueren musste! In jedem Land (ob Baden, Preußen oder Sachsen) gab es andere Entgelte bzw. Fahrtkosten zu entrichten. Schließlich nahm der Wunsch nach Vereinheitlichung überhand: Im Jahr 1867 kaufte Preußen den Thurn und Taxis die Postrechte für 3 Millionen Taler ab – für die damalige Zeit eine ungeheure Summe!

Wer begründete die moderne Post?

Der preußische Generalpostmeister Heinrich von Stephan (1831-97) führte die Post in die moderne Welt. Denn er setzte alle Erfindungen seiner Zeit sofort für die Postdienste ein: die Eisenbahn, die Dampfschifffahrt, den Zeppelin. So entwickelte er ein weltumspannendes Netz von Transportwegen – die Grundlage für das internationale Großunternehmen, das die Deutsche Post AG heute ist.

Wann entstanden die ersten Zoos in Europa?

Seit dem 16. Jh. gab es in Europa weitläufige Tierparks und Tiergärten. Der 1. zoologische Garten, der auch den Namen „Zoo“ trug, wurde 1828 in London gegründet.

Als ältester Zoo in Deutschland und 9. in Europa öffnete der Zoologische Garten in Berlin am 1. August 1844 seine Pforten. Die Initiative dazu ging vom königlichen Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné und dem Naturforscher Alexander von Humboldt aus. Zunächst fand der Zoo bei der Berliner Bevölkerung wenig Anklang, da er sich weit außerhalb der damaligen Stadtgrenzen befand und schlecht zu erreichen war. Aufgrund seines Bestands an exotischen Tieren wie Antilopen, Elefanten und Straußen entwickelte sich der Berliner Zoo jedoch ab den 1870er-Jahren zu einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Weitere deutsche Zoogründungen folgten in Frankfurt am Main (1858), in Köln (1860) und in Dresden (1861).