Das Saxophon ist das jüngste der Holzblasinstrumente: Der Instrumentenbauer Sax entwickelte es um 1840 als Mischform zwischen den zarteren Holzblas- und den starken Blechblasinstrumenten. Beim Saxophon geschieht die Tonerzeugung über ein einfaches Rohrblatt, das an einem Schnabelmundstück festgeschraubt ist. Deshalb zählt das Saxophon zu den Holzblasinstrumenten*, auch wenn es aus lackiertem Messing besteht. Und so kommen Töne zustande: Wer in ein Saxophon bläst, bringt die Luft im Innern, die sogenannte Luftsäule, zum Schwingen. Je länger die Luftsäule, desto tiefer die Töne. Durch die Klappen variieren Musiker die Länge der Luftsäule und damit die Töne.
Das Saxophon erlaubt eine relativ einfache Griffweise bei bequemer Fingerstellung. Dadurch lässt es sich mit einer gewissen Leichtigkeit spielen und es eröffnen sich viele Gestaltungsmöglichkeiten. Es ist übrigens eines der wenigen Instrumente, mit dem Musiker auch selbst improvisieren. Jazzmusik ist ohne das Saxophon kaum vorstellbar. Deshalb liegt es nahe, seinen Erfinder bei den Amerikanern zu suchen. Weit gefehlt: Adolphe Sax war Belgier. Auch mit Jazz hatte er nichts im Sinn: Das Saxophon entwickelte er eigentlich für Militärkapellen. Als er seine Neukreation fertig hatte, wanderte er zu Fuß von Belgien nach Paris, um dem berühmten Komponisten Louis Hector Berlioz vorzuspielen. Dieser war begeistert von dem neuen Instrument. Rasch übernahmen es Militärkapellen in Frankreich, Deutschland und Russland, später auch in den USA. Erst dann zog das Saxophon in den Jazz ein.
* Bei den Holzblasinstrumenten entsteht der Ton erst im Innern der Röhre. Bei den Blechblasinstrumenten beeinflussen Musiker die Tonhöhe und -qualität bereits durch Lippenspannung und -vibration. Die Art der Tonerzeugung ist allgemein Ausschlag gebend dafür, welches Instrument wo dazugehört: Trompete, Horn und Posaune zählen zu den Blech-, Querflöte, Klarinette, Oboe, Fagott und Saxophon zu den Holzblasinstrumenten.
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Wie kam Deutschland zu seiner Nationalhymne?
Die Geschichte der deutschen Hymne ist holprig: Den Germanisten und Lieddichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798–1874) störte, dass die Deutschen keine eigene Nationalhymne hatten. Deshalb dichtete er am 26. August 1841 auf einer Reise nach Helgoland das 3-strophige „Lied der Deutschen“ oder „Deutschlandlied“ auf die Melodie der Kaiserhymne. Die hatte Joseph Haydn (1732–1809) 1797 für den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Franz II., komponiert.
Es dauerte jedoch über 80 Jahre, bis der Reichspräsident Friedrich Ebert (1871–1925) das Lied offiziell zur deutschen Nationalhymne erklärte: am 11. August 1922. 11 Jahre darauf kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Sie machten die 1. Strophe, an die sie noch ein Nazi-Kampflied dranhängten, zu ihrem Lied. Nach dem 2. Weltkrieg verboten die Alliierten das „Lied der Deutschen“. Von da an waren die Verantwortlichen im Nachkriegsdeutschland auf der Suche nach einer neuen Hymne, sichteten Lieder und Texte zahlreicher Bewerber – ohne Erfolg. Bis die Schweden 1951 bei einem Sportereignis, das die Deutschen gewannen, in der Not die Melodie des Deutschlandlieds spielten. 1952 beförderte Bundespräsident Theodor Heuss (1884–1963) dann auf den Vorschlag seiner Regierung das Lied wieder zur Nationalhymne – mit einer Einschränkung: Bei offiziellen Anlässen sollten die Deutschen nur die 3. Strophe singen.
Es dauerte jedoch über 80 Jahre, bis der Reichspräsident Friedrich Ebert (1871–1925) das Lied offiziell zur deutschen Nationalhymne erklärte: am 11. August 1922. 11 Jahre darauf kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Sie machten die 1. Strophe, an die sie noch ein Nazi-Kampflied dranhängten, zu ihrem Lied. Nach dem 2. Weltkrieg verboten die Alliierten das „Lied der Deutschen“. Von da an waren die Verantwortlichen im Nachkriegsdeutschland auf der Suche nach einer neuen Hymne, sichteten Lieder und Texte zahlreicher Bewerber – ohne Erfolg. Bis die Schweden 1951 bei einem Sportereignis, das die Deutschen gewannen, in der Not die Melodie des Deutschlandlieds spielten. 1952 beförderte Bundespräsident Theodor Heuss (1884–1963) dann auf den Vorschlag seiner Regierung das Lied wieder zur Nationalhymne – mit einer Einschränkung: Bei offiziellen Anlässen sollten die Deutschen nur die 3. Strophe singen.
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