Was ist die Kopfpauschale?

Die sogenannte Kopfpauschale (eigentlich „Gesundheitsprämie“) ist ein Pauschalprämiensystem, bei dem die Gesundheitskosten von den Lohnzusatzkosten entkoppelt werden. Beschäftigte zahlen dann lohnunabhängig eine pauschale Prämie an die Krankenkasse, von den Arbeitgebern kommt kein Anteil mehr – sie hätten also geringere Arbeitskosten. Wer die Gesundheitskosten nicht alleine schultern kann, erhält eine Entlastung über das Steuersystem. So würden auch privat Versicherte über ihre Einkommensteuer zum Solidarausgleich beitragen. Dieses System soll zudem den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen fördern.

Die Kopfpauschale, von der zurzeit die Rede ist, ist jedoch noch einmal eine abgewandelte Form (= „solidarische Gesundheitsprämie“) dieses reinen Prämiensystems. Laut Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP ist „eine weitgehende Entkoppelung der Gesundheitskosten von den Lohnzusatzkosten“ gewollt. Danach gibt es einen einkommensabhängigen Arbeitgeberanteil, dieser wird aber bei einem bestimmten Prozentsatz des Bruttoeinkommens eingefroren (im Gespräch sind 6,5 Prozent). Alle versicherten Erwachsenen zahlen gleich viel an Gesundheitsprämie. Steigen die Gesundheitsausgaben, sind davon künftig nur noch die Arbeitnehmer betroffen, nicht mehr die Arbeitgeber. Geringverdiener erhalten wie oben beschrieben einen finanziellen Ausgleich. Über die Einkommensteuer leistet grundsätzlich jeder seinen Beitrag zum Sozialausgleich, abhängig von seinem Bruttoeinkommen, in das neben dem Lohn auch Mieteinnahmen und andere Einkünfte eingerechnet werden.

Was heißt „sautieren“?

Dies ist ein Begriff für alle Kochfreunde unter uns oder solche, die es werden wollen: Etwas zu sautieren (von französisch sauter = springen, hüpfen) heißt, es in einer Pfanne in heißem Fett kurzzubraten, zu rösten oder zu schwenken (faire sauter quelque chose).

Ursprünglich war mit dem französischen sauter gemeint, dass der Koch oder die Köchin etwas in der Pfanne springen oder tanzen lässt ... Denn durch das Hin- und Herschwenken der Sauteuse (= eine Schwenkpfanne mit halbhohem Rand) wird der Inhalt gewendet.

Woher kommt der Ausdruck „Tabula rasa machen“?

Tabula rasa machen ist zu einer beliebten deutschen Redewendung geworden, die soviel heißt wie „reinen Tisch machen“, „einmal so richtig aufräumen“ oder „Ordnung schaffen – ohne Rücksicht auf Verluste“. Tabula rasa kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „abgeschabte Schreibtafel“. Schon in der Antike war es üblich, Wachs-Schreibtafeln zu benutzen. Mit dem Ende des Griffels konnte der Schreiber das beschriebene Wachs wieder glätten, sodass die Tafel danach wieder leer und unbeschrieben war. Im übertragenen Sinn bedeutet Tabula rasa machen also, einen (manchmal auch radikalen) Neuanfang herbeizuführen und mit etwas Altem abzuschließen.

Die alten griechischen Philosophen verglichen die Seele in ihrem Ursprungszustand mit einer solchen unbeschriebenen Schreibtafel. Auch bekannte Philosophen des Mittelalters und der Neuzeit bauten mit ihrer Vorstellung des menschlichen Verstandes und Bewusstseins bei der Geburt auf dieser Idee (eines unbeschriebenen Blattes) auf.

Was ist ein „Bug“?

Ein Bug (englisch für: "Wanze, Käfer, Insekt") bezeichnet in der EDV ein Programmfehler. Und so kam es dazu, dass ein Insekt als Bezeichnung für einen Fehler in der Software herangezogen wurde:

Der Erfinder Thomas Alva Edison bezeichnete in einem Brief 1878 kleine technische Störungen, z. B. ein Knistern in der Telefonleitung, als „Bugs“. So als würden sich Insekten an den elektrischen Teilen zu schaffen machen.

Als es noch riesige Computer mit Relaisschaltungen gab, konnte es schon mal vorkommen, dass sich ein Insekt in dieser Maschine verirrte. Je nachdem, wo das Tier dazwischen geriet und was es dort anstellte, konnte es zu Störungen oder einem Kurzschluss kommen. Dann entdeckte eine US-amerikanische Informatikerin 1947 wirklich ein Insekt, das Schuld an einer Fehlfunktion war – und klebte die Motte in ein Logbuch ein als erstes Tier, das nach einem Defekt entdeckt wurde.

Dann gibt es noch die Geschichte, dass Insekten die alten Lochkarten anfraßen – sie wurden schon Mitte des 18. Jh. als Medien zur Datenverarbeitung oder –speicherung und zur Steuerung von mechanischen Geräten verwendet. Ein Loch zu viel in der Karte konnte dann auch zu einem Fehler führen

Wie funktionieren Gleitsichtgläser?

Im Jahr 1959 präsentierte die Firma Essel (heute Essilor) die ersten Gleitsichtgläser der Öffentlichkeit. Der Erfinder Bernard Maitenaz hat sie vor allem für alterssichtige Menschen entwickelt. Mit der ganz normalen Alterssichtigkeit ist es nicht mehr oder weniger gut möglich, im Nahbereich scharf zu sehen. Eine Brille muss also her. Es gibt für diesen Zweck Lesebrillen, die mit Einfachgläsern rein auf das Sehen in der Nähe ausgelegt sind. Und es gibt (neben einigen anderen Formen) sogenannte Bifokalbrillen, die es dank zwei verschiedener Glasbereiche erlauben, sowohl in der Ferne als auch im Nahbereich scharf zu sehen.

Und genau diese Brille war es, die Bernard Maitenaz wurmte: „Im oberen Teil der Linse war die Fernsicht gut und das Nahfenster erlaubte ebenfalls eine gute Sicht. Doch dazwischen gab es einen Sprung, der das Blickfeld zerschnitt und das Sehen unnatürlich und unbequem machte. Dieser geteilte Blick schien mir einfach nicht akzeptabel. Deshalb habe ich angefangen, Berechnungen für ein Glas anzustellen, das einen stufenlosen Übergang zwischen Nah- und Fernsicht ermöglicht“, blickt der französische Ingenieur zurück.

Maitenaz ordnete bei seiner Erfindung die drei Zonen für Fernsicht (oben im Brillenglas), Zwischenentfernungen (Mitte) und Nahsicht (unten) mit komplexen Kurven ohne Übergänge an. Das hatte in der Fachwelt niemand für möglich gehalten. Entsprechend groß war die Skepsis, und in den ersten zehn Jahren verkauften sich die Gleitsichtgläser nicht gerade gut. Der Durchbruch kam in den 1970er-Jahren. Mittlerweile sind fast ein Drittel der in Deutschland verkauften Brillengläser Gleitsichtgläser.
Quelle: Essilor GmbH, Freiburg

Sind Tomaten Obst oder Gemüse?

Was haben Kirschen und Tomaten gemeinsam? Sie sind beide leuchtend rot und im Sommer reif. Und sind beide auch Obst? Bei Tomaten denkt man eigentlich eher an Gemüse. Manche Menschen glauben trotzdem, dass Tomaten Obst sind. Aber was sind Tomaten nun wirklich?


Tomaten sind Gemüse
Die Antwort ist nicht ganz einfach. Tomaten sind Gemüse. Ganz genau gehören sie zum Fruchtgemüse. Ein entscheidender Unterschied zwischen Obst und Gemüse ist, dass die meisten Gemüsepflanzen nur ein Jahr alt werden. Auch Tomaten müssen jedes Jahr neu gepflanzt werden.


Die meisten Obstsorten sind mehrjährig
Die meisten Obstfrüchte wachsen an Bäumen und Sträuchern, die mehrere Jahre alt werden. Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen wachsen an Bäumen. An Sträuchern wachsen zum Beispiel Johannisbeeren, Brombeeren oder Stachelbeeren. Gabriele Kaufmann sagt, dass Tomaten nicht so süß wie die meisten Obstsorten schmecken und auch deshalb eher zum Gemüse zählen.


Einige Gemeinsamkeiten mit Obst
Zwei Sachen haben Tomaten allerdings mit Obst gemeinsam: Wir essen die Früchte der Pflanze. Wenn wir Gemüse essen, handelt es sich meistens nicht um Früchte, sondern andere Pflanzenteile: Es sind die Wurzeln wie bei den Möhren, der Pflanzenstängel wie beim Spargel und ziemlich häufig die Blätter wie beim Rotkohl oder Spinat. Außerdem schmecken Tomaten roh gut. Auch Obst wird in der Regel roh gegessen. Die meisten Gemüsearten werden dagegen gekocht, bevor sie auf unseren Teller kommen.

Wieso ist die Grüne Woche grün?

Angefangen hatte alles mit Lodenmänteln. Als die deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) Ende des 19. Jahrhunderts ihre Wintertagungen in Berlin abhielt, bestimmten in auffälliger Weise eine Woche lang grüne Kleidungsstücke das Bild der Stadt. Handwerk und Industrie boten parallel dazu im Tagungsviertel auf offener Straße berufsspezifische Artikel und Verbrauchsgüter an. Als dieser wilde „Handel und Wandel“ immer stärkere Formen annahm, hatte der Landwirt Hans-Jürgen von Hake, seinerzeit Mitarbeiter im Berliner Fremdenverkehrsamt, die Idee, die Tagung 1926 erstmals mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung am Kaiserdamm zu verknüpfen. Die „Grüne Woche“ - der Begriff stammte wohl von Journalisten - war geboren.

Dieser Schritt fand damals einhellige Zustimmung. Waren doch davor Reit- und Fahrturniere, Kleintierausstellungen, ein Saatenmarkt und Jagdschauen über ganz Berlin verstreut. Diese präsentierten sich nun erstmals kompakt auf 7.000 Quadratmetern in einer Funk- und einer Autohalle und zählten im Eröffnungsjahr schon mehr als 50.000 Besucher. Die deutsche Reichshauptstadt selbst nutzte damals noch ein Fünftel ihres Territoriums für Landwirtschaft und Gartenbau. In ihrem Stadtgebiet lebten 45.000 Pferde, 25.000 Schweine, 21.000 Milchkühe und mehr als eine halbe Million Stück Geflügel. 200.000 Berliner besaßen einen Kleingarten. Größtes Exponat der ersten Schau war ein eisenbereifter Universalschlepper mit 100 PS. Das vier Meter hohe Ungetüm mit übermannsgroßen Rädern galt als ein Zeichen der beginnenden Mechanisierung in der Landwirtschaft.

Die Grüne Woche entwickelte sich in den folgenden Jahren rasant. Seit 1926 präsentierten sich 75.100 Aussteller aus 120 Ländern den über 29,7 Millionen Fach- und Privatbesuchern mit einem umfassenden Produktangebot aus allen Kontinenten. Im Laufe der Grünen Woche 2010 wird der 30.000.000. Messebesucher seit Bestehen der Messe erwartet.
(Quelle: Messe Berlin GmbH)

Was ist ein Kofferwort?

„Ich packe meinen Koffer und nehme mit ...“
„... zwei Wörter, die so gut zu einer Sache passen, dass ich ein neues Wort daraus mache“, könnte das Ende des Satzes lauten. Meist sind es tatsächlich zwei Wörter, die künstlich zu einem neuen Begriff verschmolzen werden – es können aber auch mehrere Wörter sein. Miteinander verknüpft werden oft nur einzelne Wortsegmente. Beispiel Datei: eine Verbindung aus „Daten“ und „Kartei“ oder Brunch: eine Wortkreation aus „Breakfast“ und „Lunch“. Im Genom stecken die Wörter „Gen“ und „Chromosom“; gebildet hat das Kunstwort der Botaniker Hans Winkler im Jahr 1920.

Die Bezeichnung Kofferwort kommt übrigens aus dem Kinderbuch „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll, der für seine Wortspiele bekannt war. Er verglich ein zusammengesetztes Wort mit einem Handkoffer. Folglich vereint ein Kofferwort in sich mehrere Teile von Wörtern.

Seit wann gibt es Radio und Wie lief die erste Radiosendung ab?

Die ersten Sendeminuten widmeten sich vor allem dem Weihnachtsfest: Der kanadische Physiker und Erfinder Reginald Fessenden (1866–1932) spielte Geige und trug die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vor. Seine Gattin sang gemeinsam mit einem Freund Weihnachtslieder. Zum Abschluss gab es ein Gedicht.

Wer zu dieser Zeit ein Funkgerät an hatte und die Sendung über Langwellen empfing, war sicher erstaunt, menschliche Stimmen zu hören. Denn bis dahin war nur die drahtlose Übermittlung von Morsesignalen gelungen. Fessenden vereint als Einzelperson übrigens fast die meisten Patente auf sich – nur sein Kollege Thomas Alva Edison (1847–1931) liegt mit knapp 1.100 Patenten vor ihm.

Was ist eine Kulturhauptstadt?

Sie erinnern sich vielleicht noch: Zehn deutsche Städte gaben im Jahr 2005 alles, um 2010 die Kulturhauptstadt Europas zu werden. Nur zwei von ihnen kamen nach einer Entscheidung des Bundesrats in die engere Wahl: Essen und Görlitz. Essen und das Ruhrgebiet machten letztendlich das Rennen.

Kunst und Kultur sind die zentralen Themen der gewählten Städte. Im Idealfall soll über die Kulturhauptstädte schon vier Jahre vorher eine Entscheidung getroffen sein. Nach einer bestimmten Reihenfolge dürfen EU-Länder jeweils eine Kulturhauptstadt stellen. Seit 1985 kürt der Kulturministerrat der Europäischen Union mindestens eine Kulturstadt Europas, wie sie bis 2005 noch hieß. Um das leisten zu können, erhält der Rat die Empfehlung einer internationalen und unabhängigen Expertenkommission, die alle Kandidaturen zuvor begutachtet hat. Da wegen der EU-Erweiterung viele Länder neu hinzugekommen sind, aber die Reihenfolge für die (alten EU-) Kulturhauptstadt-Länder schon feststand, gibt es jetzt für eine Übergangszeit jeweils zwei Kulturhauptstädte, dieses Jahr in Deutschland und im Beitrittsland Ungarn.

Bisher waren Weimar (1999) und Berlin (1988) die deutschen Kulturstädte Europas. In diesem Jahr ist „Essen für das Ruhrgebiet“ im Namen von 53 Städten und 5,3 Millionen Einwohnern dran. Die Region im Zentrum Europas bildet nach Paris und London den drittgrößten Ballungsraum in der EU. Sie präsentiert sich als Gastgeber für jeden, der den atemberaubenden Wandel von Europas legendärer Kohle- und Stahlregion zu einer polyzentrischen Kulturmetropole neuen Typs erleben will (Quelle: Ruhr.2010).

Für alle, die es genau wissen wollen: Folgende Kriterien* müssen die Städte berücksichtigen, die sich den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ ergattern wollen:
Herausstellung der gemeinsamen künstlerischen Strömungen und Stilrichtungen, bei deren Entstehung die betreffende Stadt eine besondere Rolle gespielt hat

- Durchführung künstlerischer Darbietungen (Musik, Tanz, bildende Kunst, Film usw.) sowie Verbesserung der Kulturförderung und des Kulturmanagements

- Vertrautmachung der europäischen Öffentlichkeit mit Persönlichkeiten und Ereignissen, die Geschichte und Kultur der Stadt geprägt haben

- Durchführung spezifischer Aktivitäten zur Förderung von Innovationen im Kunstbereich und zur Schaffung neuer Formen der kulturellen Aktion und des kulturellen Dialogs

- Durchführung von Maßnahmen zur Förderung der Zugänglichkeit und der Sensibilisierung in Bezug auf das bewegliche und unbewegliche Kulturgut, sowie das stadtspezifische kulturelle Schaffen

- Durchführung von speziellen Kulturprojekten mit dem Ziel, Jugendlichen die Kunst näher zu bringen

- Durchführung von speziellen Kulturprojekten zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts

- Bekanntmachung der vorgesehenen Veranstaltungen durch multimediale und audiovisuelle Mittel und in mehreren Sprachen

- Notwendigkeit der Entwicklung eines hochwertigen und innovativen Kulturtourismus unter angemessener

- Berücksichtigung der besonderen Aufgabe, das Kulturgut auf Dauer zu erhalten und dabei die Wünsche der Besucher mit denen der örtlichen Bevölkerung in Einklang zu bringen

- Durchführung von Projekten zur Förderung der Einbeziehung des architektonischen Erbes in neue Strategien zur Stadtentwicklung

- Gemeinsame Durchführung von Initiativen zur Förderung des Dialogs zwischen den europäischen Kulturen und den Kulturen in anderen Teilen der Welt

* Quelle: www.kultur2010.de / © culturebrand network

Woher kommt der Name Ärmelkanal?

Ganz früher einmal – damals war der Wasserstand noch viel niedriger – waren das europäische Festland und die Insel Großbritannien miteinander verbunden. Es gab also so gesehen keine Insel, wohl aber an der Stelle des heutigen Ärmelkanals einen Fluss. Als der Wasserstand nach der letzten Eiszeit anstieg, konnte sich mit der Zeit eine Meerenge herausbilden, durch die mittlerweile das Wasser des Atlantiks in die Nordsee fließt. Die Entstehung des Ärmelkanals liegt bereits mehrere tausend Jahre zurück.

Wie und wann es dann zu dem Namen Ärmelkanal kam, ist nicht sicher belegt. Aber der Kanal heißt tatsächlich so, weil er Ähnlichkeit mit einem sich verjüngenden Ärmel hat: Von seiner breitesten Stelle aus (diese liegt beim westlichsten Punkt des Festlandes von Großbritannien, „Land’s End“) verschmälert sich der Atlantik nach Osten hin bis zur schmalsten Stelle zwischen Dover und Calais – von 180 auf 34 Kilometer in der Breite. Die Franzosen nennen die Meerenge „La Manche“ (= der Ärmel), ansonsten ist sie jedoch eher als „English Channel“ (= Englischer Kanal) oder schlicht als „Channel“ bekannt.

Hier für Sie noch der Auszug aus einem Märchen des deutschen Schriftstellers Clemens Brentano (1778–1842) zur „Entstehung“ des Ärmelkanals:
„Ich hatte ihn auf der Flotte begleitet, um alles mit anzusehen; aber es bekam uns schlecht. Der Fleck Landes, wo der lange Tag die lange Nacht zum erstenmale wieder umarmte, war eine Landenge, welche Frankreich und England vereinigte. Soeben war das englische Einhorn und der französische Hahn dort in einem Streite begriffen; als die Riesenjungfrau aber zwischen sie trat, machten sie Waffenstillstand miteinander, um ihr Artigkeiten zu machen. Der Hahn lief um sie herum, krähte, schlug mit den Flügeln und kokettierte; das englische Einhorn aber legte ihr sein Haupt in den Schoß. Als der Bräutigam ans Land stieg, war er über diesen Handel sehr erfreut, weil er wußte, daß das Einhorn die Gewohnheit hat, sich nur vor tugendhaften Jungfrauen zu demütigen. Er umarmte nun seine Braut im Angesichte der holländischen Flotte, und beide luden den Hahn und das Einhorn zu Zeugen ihrer Verbindung ein. Die Braut nannte sich mit ihrem Taufnamen Continent, der Bräutigam aber Marinus. Sie überhäuften sich mit Liebkosungen; nun gaben sie den beiden Zeugen folgende Geschenke: Continent sagte zu dem Hahn: »Du sollst mächtig sein auf Erden«, und Marinus sagte zu dem Einhorn: »Du sollst mächtig sein auf dem Wasser und den Inseln«. Hierüber wurden beide eifersüchtig und begannen wieder zu streiten. Aber die Brautleute hießen sie nach Hause zu gehen und begannen so heftig zu tanzen, daß die Landenge zu reißen begann. Als aber auf der einen Seite der Halm eine Menuette krähte und das Einhorn auf der andern Seite einen englischen Tanz sang, kamen sie aus dem Takt und zerrten sich so herum, daß Marinus seiner Braut einen Ärmel ausriß; zu gleicher Zeit brach die Landenge entzwei, das Meer strömte zwischen England und Frankreich durch und trennte den Hahn und das Einhorn auf ewige Zeit. Was aus den Brautleuten geworden ist, weiß ich nicht, da das Wasser, das durch das zerrissene Land durchströmte, unsere Flotte mit solcher Geschwindigkeit zurücktrieb, daß wir, ehe wir uns versahen, wieder in Amsterdam waren. Der neu entstandene Kanal wurde, weil er entstanden, als der Ärmel der Braut ausgerissen wurde, Canal de la Manche, Ärmelkanal, genannt, und der Ärmel, welchen die Flut des Meeres weit, weit hinweggeschwemmt, heißt seitdem Ermelland.“

Clemens Brentano, Märchensammlung – Rheinmärchen – Das Märchen vom Schneider Siebentot auf einen Schlag; aus: Clemens Brentano: Werke. Herausgegeben von Friedhelm Kemp, Band 1–4, München: Hanser, [1963–1968]. Quelle: http://www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

Woher kommt das Dreikönigssingen?

Der Ursprung dieses Brauchs kommt aus dem 16. Jahrhundert. Damals kritisierte Martin Luther die Heiligenverehrung der Katholiken – also auch das Dreikönigsfest. Als Reaktion darauf und zur Stärkung des Feiertags verbreitete die katholische Kirche fortan Flugschriften, auf denen Sternsingerlieder abgedruckt waren, die den Festtag und seine Sinngebung beschrieben. Studenten und Schüler griffen die Liedtexte auf. Denn sie mussten sich ihr Schul- und Kostgeld oft als Almosen erbetteln. Dazu zogen sie vor wichtigen kirchlichen Festtagen durch die Straßen und sangen vor den Häusern der Reichen. Wer sich dadurch belästigt fühlte, konnte sich durch eine einmalige Zahlung an Neujahr oder am Dreikönigstag loskaufen. Im 17. Jahrhundert übten auch Tagelöhner, Soldaten und Handwerker das Sternsingen aus. Die Folge: Es entwickelte sich zu einer störenden Bettelei, die die Obrigkeit verfolgte und bestrafte. So verlor der Brauch an Bedeutung, verschwand aber nie vollends.

1959 griff das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ (seit 1961 unterstützt vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend) die Tradition wieder auf – und gab ihr einen neuen Zweck: Die Sänger sammeln nun nicht mehr für sich selbst, sondern für Kinder in den Armutsregionen der Welt. Mit großem Erfolg: Heute ist das Dreikönigssingen die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder! Das zeigt sich auch in den Zahlen: Seit ihrem Start trugen Kinder mehr als 690 Millionen Euro zusammen, mit denen über 56.300 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt wurden. Allein im Jahr 2009 sammelten die Sänger knapp 40 Millionen Euro!

Warum werfen Tannenbäume ihre Nadeln nicht ab?

An Weihnachten gibt es in vielen Familien einen Tannenbaum. Er ist geschmückt mit Kugeln oder Anhängern, Kerzen oder Lichterketten. Die Tannennadeln duften im Wohnzimmer, denn die Tannen werfen ihre Nadeln auch im Winter nicht ab. Aber warum ist das so?


Tannenbäume bekommen nicht jedes Jahr neue Nadeln
Tannenbäume sind immergrüne Pflanzen. So brauchen sie nicht jedes Jahr wieder viel Kraft, um neue Blätter wachsen zu lassen.


Blätter verbrauchen viel Energie
Die meisten Pflanzen bei uns werfen im Winter ihre Blätter ab. Die Blätter erfüllen im Winter ihren Zweck nicht, sie lohnen sich für die Pflanzen nicht. Denn im Winter scheint die Sonne kürzer. Die Pflanzen wandeln mit den Blättern das Sonnenlicht in Zucker um. Der liefert ihnen Energie. Das nennt man Photosynthese. Im Winter können die Pflanzen nicht viel Energie aus dem Sonnenlicht gewinnen. Die Blätter würden aber Energie verbrauchen, da sie ja leben. Darum werfen die Pflanzen die Blätter lieber ab. Im Frühling wachsen wieder neue Blätter. Auch das kostet die Pflanzen Kraft.


Tannennadeln halten viele Jahre
Tannenbäume müssen diese Kraft im Frühjahr nicht aufbringen. Sie behalten einfach ihre Nadelblätter. So können sie auch im November oder im Februar ein bisschen Zucker aus dem Sonnenlicht gewinnen. Die Blätter halten viele, viele Jahre, dafür kostet es aber mehr Energie, sie herzustellen. Tannen können mit ihren Nadeln auch nicht so gut Photosynthese betreiben wie zum Beispiel eine Buche. Denn die Nadeln haben nur wenig Oberfläche, mit der sie die Sonnenenergie aufnehmen können. Das ist wichtig, denn damit verlieren sie im Winter nicht so viel Wasser, das sie bei sehr kaltem Wetter nur schlecht aus dem Boden ziehen können. Bei allen Bäumen verdunstet Wasser an der Blattoberfläche. Tannen verlieren mit ihren Nadelblättern nur wenig Feuchtigkeit.

Wie funktionieren Gleitsichtgläser?

Im Jahr 1959 präsentierte die Firma Essel (heute Essilor) die ersten Gleitsichtgläser der Öffentlichkeit. Der Erfinder Bernard Maitenaz hat sie vor allem für alterssichtige Menschen entwickelt. Mit der ganz normalen Alterssichtigkeit ist es nicht mehr oder weniger gut möglich, im Nahbereich scharf zu sehen. Eine Brille muss also her. Es gibt für diesen Zweck Lesebrillen, die mit Einfachgläsern rein auf das Sehen in der Nähe ausgelegt sind. Und es gibt (neben einigen anderen Formen) sogenannte Bifokalbrillen, die es dank zwei verschiedener Glasbereiche erlauben, sowohl in der Ferne als auch im Nahbereich scharf zu sehen.

Und genau diese Brille war es, die Bernard Maitenaz wurmte: „Im oberen Teil der Linse war die Fernsicht gut und das Nahfenster erlaubte ebenfalls eine gute Sicht. Doch dazwischen gab es einen Sprung, der das Blickfeld zerschnitt und das Sehen unnatürlich und unbequem machte. Dieser geteilte Blick schien mir einfach nicht akzeptabel. Deshalb habe ich angefangen, Berechnungen für ein Glas anzustellen, das einen stufenlosen Übergang zwischen Nah- und Fernsicht ermöglicht“, blickt der französische Ingenieur zurück.

Maitenaz ordnete bei seiner Erfindung die drei Zonen für Fernsicht (oben im Brillenglas), Zwischenentfernungen (Mitte) und Nahsicht (unten) mit komplexen Kurven ohne Übergänge an. Das hatte in der Fachwelt niemand für möglich gehalten. Entsprechend groß war die Skepsis, und in den ersten zehn Jahren verkauften sich die Gleitsichtgläser nicht gerade gut. Der Durchbruch kam in den 1970er-Jahren. Mittlerweile sind fast ein Drittel der in Deutschland verkauften Brillengläser Gleitsichtgläser.

Quelle: Essilor GmbH, Freiburg

Woher kommt: Mein Name ist Hase (, ich weiß von nichts)

Rolf-Bernhard Essig (*1963)
Mein Name ist Hase (, ich weiß von nichts)


Das Wintersemester 1854/55 ging dem Ende entgegen, als ein fremder Student auf der Flucht in Heidelberg eintraf. Er hatte im Duell seinen Gegner erschossen und suchte eine Möglichkeit, über die Grenze nach Straßburg zu gelangen. Der Heidelberger Student Viktor Hase lieh ihm dafür seine Studentenlegitimationskarte. Die genügte als Pass, um nach Frankreich zu kommen, wo der falsche Hase die Karte fortwarf. Doch sie wurde gefunden.

Das Universitätsgericht in Heidelberg lud deshalb Hase vor. Als angehender Jurist wusste er, dass er nur auf die Frage nach seinem Namen antworten musste. Also sagte er vor Gericht: "Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts!" Da man ihm nichts nachweisen konnte, verließ er das Gericht als freier Mann.

Weil er seinem Kommilitonen geholfen, dem Gericht aber nichts gesagt hatte, wurde Hase als Held gefeiert und sein forscher Spruch zum Geflügelten Wort.

Warum frieren Frauen schneller als Männer?

Wenn uns kalt ist, ziehen wir entweder einen dicken Pullover an, drehen die Heizung höher auf oder schließen das Fenster. Häufig ist es so, dass Frauen schneller frieren als Männer. Doch woran liegt das?


Schuld am Frieren sind die Hormone
Die Antwort weiß Johannes Wagner. Er ist einer der Chefärzte an der Schlossklinik Abtsee in Laufen. Die Stadt Laufen liegt im Bundesland Bayern. Johannes Wagner sagt: "Dass Frauen eher frieren als Männer, liegt an den Hormonen." Hormone sind Stoffe, die wir im Körper haben. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass Männer viele Muskeln bekommen oder ihnen ein Bart wächst.


Ab 15 Grad schlechtere Durchblutung
Die Frauen haben das Hormon Östrogen im Blut. Es ist für viele Dinge verantwortlich, unter anderem auch dafür, dass die Adern, in denen das Blut fließt, sich weiten. Dadurch werden Hände und Füße eigentlich schön warm. Weil der Körper dadurch aber viel Wärme nach außen abgibt und diese verliert, kommt es dazu, dass Frauen frösteln. Denn ab etwa 15 Grad drosselt der Körper die Durchblutung an bestimmten Stellen: Ohren, Nase, Füße und die gesamte Haut werden kalt. Das Körperinnere aber wird schön warm gehalten.


Kältegefühl ist Botschaft
Der Grund dafür ist, dass Frauen Kinder bekommen können. Der Körper versucht, sich im Innern warm zu halten, denn dort könnte ein Baby wachsen. Das Kältegefühl an Füßen, der Nase oder der Haut ist deswegen eine Botschaft, sagt Johannes Wagner. Frauen sollen etwas dagegen unternehmen. Sie sollen sich zum Beispiel etwas Wärmeres anziehen.


Männer haben mehr Muskeln und dickere Haut
Es gibt aber auch noch andere Gründe, warum Männer eher langsamer frieren als Frauen. Sie haben nämlich auch eine dickere Haut und vor allem mehr Muskeln. Muskeln erzeugen ständig Wärme im Körper. Die verteilt sich dann, sodass Männer auch bei offenem Fenster nicht gleich frieren.

Wozu ist Ohrenschmalz gut?

Viele Menschen machen sich nur ungern die Ohren sauber. Ohrenschmalz ist gelb und schmierig. Viele finden das ein bisschen eklig. Aber wozu ist Ohrenschmalz überhaupt gut?

Ohrenschmalz ist nützlich
Ohrenschmalz ist nützlich für den Menschen. Ohrenschmalz hält die Ohren sauber. Das hat mit dem Staub zu tun, der in der Luft ist. Normalerweise bemerken wir diesen Staub nicht. Er fällt erst dann auf, wenn er zum Beispiel auf Möbeln liegen bleibt. Der Staub kommt auch ins Ohr. Wenn wir uns dann noch die Haare waschen, haben wir auch noch Wasser im Ohr. Staub und Wasser zusammen ergeben einen Schmierfilm, der sich auf ein wichtiges Teil des Ohres setzt: das Trommelfell. Wir brauchen das Trommelfell zum Hören. Es ist beweglich, es schwingt hin und her. Wenn das Trommelfell nicht mehr genug oder gar nicht mehr schwingen kann, sind wir schwerhörig.

Was wir hören, sind Töne, die sich in Wellen ausbreiten. Sie heißen Schallwellen. Die Schallwellen bringen die Trommelfelle in unseren Ohren zum Schwingen. Wenn Wasser und Staub im Ohr sind, kann das Trommelfell sich nicht mehr genug hin und her bewegen. Das Ohrenschmalz sorgt dafür, dass der Staub gleich nach draußen gebracht wird- Das macht das Ohrenschmalz zusammen mit abgestorbenen Hautschuppen. Unsere Haut erneuert sich ständig. Dafür stirbt die oberste Schicht der Haut ab, und es bildet sich neue Haut. Zusammen wandern abgestorbene Haut und Ohrenschmalz nach außen und nehmen den Staub mit. Wenn wir etwas essen, hilft auch das Kauen, also die Bewegung des Kiefers, dabei.

Das Ohrenschmalz hat außer der Reinigung des Ohres noch eine zweite Aufgabe. Es enthält bittere Stoffe. Diese Bitterstoffe halten Infektionen ab. Sie halten auch kleine Insekten davon ab, ins Ohr einzudringen.


Warum sind Hundenasen feucht?

Egal, ob groß oder klein: Hunde schnüffeln. Sie schnüffeln an Bäumen, am Boden, draußen und im Haus. Ihre Nase ist überall. Und wenn sie uns mit der Nase anstupsen, merken wir: Sie ist kalt und nass. Aber warum sind Hundenasen eigentlich feucht?


Hunde können besser riechen
Mit der feuchten Nase können Hunde besonders gut riechen. Hunde haben 17 bis 30 Mal so viel Riechschleimhaut in der Nase wie Menschen. In der sitzen Riechzellen, die den Geruch wahrnehmen. Hunde können schon einzelne Teilchen von unserem Körperschweiß riechen, die wir noch gar nicht wahrnehmen können. Darum kann man sie auch so gut einsetzen, um Menschen zu finden, die zum Beispiel von Schneelawinen verschüttet wurden.


In der Feuchtigkeit riecht man besser
Die feuchte Nase hilft, dass alle Teilchen, die duften, auch bei den weit hinten liegenden Riechzellen ankommen. Denn dabei kann man besser riechen, als wenn alles trocken ist. Außerdem atmet der Hund, wenn er schnüffelt, viel schneller und atmet mehr Luft ein als wir Menschen. So kommen viele Duftmoleküle - also die kleinen Teilchen, die den Geruch tragen - in Bewegung und gelangen tief in die Nase.


Flüssigkeit macht Hundenase feucht
Dass die Nase feucht ist, hat nichts damit zu tun, dass der Hund sich mit der Zunge über die Nase leckt. In der Hundenase wird eine Flüssigkeit hergestellt, die die Nase feucht hält. Wenn der Hund an etwas Interessantem schnüffelt, wird noch mehr von diesem Sekret produziert. Weil diese Flüssigkeit immer verdunstet, ist die Hundenase auch so kalt. Es ist wie wenn wir uns nach dem Baden nicht abtrocknen: Das Wasser verschwindet langsam und unsere Haut kühlt ab.

Wer bringt eigentlich die Geschenke?

Nach weihnachtlichem Brauchtum bescherte ursprünglich der heilige Bischof Nikolaus die Kinder am 6. Dezember – dem Gedenktag seines Todes. Nikolaus von Myra (* zwischen 270 und 286) soll schon als Kind Wunder vollbracht haben. Bereits kurz nach seinem Tod um die Jahre 345 bis 350 verehrten ihn die Menschen als Heiligen. Die Protestanten lehnten jedoch die Verehrung von Heiligen ab. Deshalb führte Martin Luther (1483–1546) die Kunstfigur des Christkinds ein. Jesus Christus selbst und nicht ein Heiliger sollte fortan am 24. Dezember Geschenke bringen.

Der beliebte Nikolaus-Brauch ließ sich jedoch nicht so leicht auslöschen: Eine Gestalt namens Weihnachtsmann tauchte anstelle des Nikolaus an Heiligabend auf. Das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, das Hoffman von Fallersleben im Jahr 1835 dichtete, machte die neue Figur unter anderem bekannter.

Heute unterscheiden wir kaum mehr zwischen den beiden. Coca Cola nutzte den Weihnachtsmann, dessen rotes Gewand erst Ende des 19. Jahrhunderts entstand, zu Werbezwecken: Weißer Bart und roter Stoff entsprachen genau den Farben der Marke. Die Rute des Nikolaus oder des Weihnachtsmanns ist im Übrigen kein Werkzeug zur Bestrafung, sondern in seinem Ursprung ein Segenszweig.

Warum läuft uns bei kaltem Wetter die Nase?

Eine Runde spazieren gehen oder toben auf dem Spielplatz - und schon läuft bei kaltem Wetter die Nase. Und das ganz ohne Erkältung. Warum läuft die Nase wie bei einem Schnupfen, wenn es draußen kalt ist?

Kälte ist so ähnlich wie Staub
Kälte ist für die Nase so ähnlich wie Staub. Sie reagiert verschnupft.

Die Luft in der Nase wird aufgewärmt
Die Nase hat im menschlichen Körper mehrere Aufgaben. Sie macht die Atemluft sauber, feucht und warm. Die Nase ähnelt einer Heizung, die die Temperatur misst, bevor sie die Luft erwärmt. Wenn unsere Atemluft kalt ist, melden spezielle Fühler in der Nase das unserem Gehirn. Das weiß dann, dass die Nase die Luft stark aufwärmen muss. Es sorgt dafür, dass mehr warmes Blut in die Nase fließt. Dadurch schwillt das Naseninnere an und erwärmt die Luft, damit sie nicht so eisig im Hals und in der Lunge ankommt.

Krankheitserreger werden abgewehrt
In der Nase gibt es auch immer Flüssigkeit, damit die Schleimhäute in der Nase schön feucht sind. Mit dem Anschwellen produziert die Nase mehr von der Flüssigkeit, genauso wie bei einem Schnupfen. Wenn sehr viel von diesem Sekret produziert wird, läuft es uns aus der Nase. Wir müssen immer wieder die Nase putzen. Das ist zwar lästig, aber das Laufen der Nase ist wichtig. Es läuft nämlich auch vieles heraus, was nicht in die Nase gehört. So wehrt die Nase zum Beispiel Krankheitserreger ab, die sonst in den Körper gelangen.